VfR Germania Ochtersum v. 1924 e.V.
VfR Germania Ochtersum v. 1924 e.V.

Spielberichte der Saison 18/19

14. Punktspiel JFC Kaspel – VfR 0:3 (0:2)

 

Weil unser Heimspiel gegen Holzminden dem schlechten Wetter zum Opfer fiel, durften wir zwei Mal hintereinander auswärts antreten. Unsere kurze Reise führte uns auf den Aseler Farkenberg, der im Kreis unter anderem dafür bekannt ist, dass dort seit vielen Jahren talentierte Nachwuchsspieler ein wöchentliches Sondertraining genießen dürfen. Asel ist nämlich „Stützpunkt 211“ für den NFV, der hier das Auswahltraining für die  Hildesheimer Talente durchführt. Wer nun aufgrund dieser Tatsache mit einem technisch feinen Fußball und einem qualitativ hochwertigen Spiel gerechnet hatte, wurde stark enttäuscht. Ebenso jeder, der nach unserem Hinspielergebnis von 13:0 ein nächstes Schützenfest erwartete.

 

Da Kaspel nach unserem ersten Aufeinandertreffen im Laufe der Saison kein weiteres Mal  so deklassierend unter die Räder kam, rechneten wir ebenfalls nicht mit einem Kantersieg. Allerdings war der Plan auch ebenso wenig, dass es so zäh werden würde. Wir übernahmen zwar vom Anstoß weg das Kommando, erspielten uns aber 45 Minuten kaum Chancen. Nachdem wir in der ersten Viertelstunde über das Üben von Ecken, davon hatten wir reichlich, nicht hinauskamen, wurde Kaspel mit dem ersten Vorstoß sofort gefährlich. Einen Freistoß konnten wir nicht aus der Gefahrenzone befördern, so dass er nach einigem Hin-und-Her schließlich dem gegnerischen Spieler vor die Füße fiel. Den flach in die lange Ecke geschossenen Ball konnte Torben zum Glück reaktionsschnell nach außen abwehren. Unsere sechste (oder zehnte, ich habe nicht mitgezählt) Ecke führte in der 21. Minute zu unserer Führung und direkt im Anschluss auch zu unserer ersten Auswechslung. Jan trat den Ball gefährlich in den Strafraum, wo Fin-Louis ein wenig unkonventionell agierte und das Spielgerät dadurch in eine Parabel-Flugkurve beförderte. Sowohl Marvin als auch der gegnerische Verteidiger wollten den senkrecht herunterfallenden Ball in unterschiedliche Richtungen befördern, was Marvin besser gelang. Der Ball landete im Tor, beide Spieler mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden, da sie bei dem Versuch mit den Köpfen aneinander knallten. Für Marvin war damit Feierabend, Tim kam für ihn ins Spiel. Unseren Auftritt veränderte der personelle Wechsel nicht. Weiterhin hatten wir 80% Ballbesitz und keine nennenswerten Abschlüsse. Nach einer halben Stunde startete der Gastgeber seine zweite Offensivaktion, die natürlich in einer Ecke mündete. Der daran anschließende harmlose Torschuss stellte Torben vor keinerlei Probleme. Fünf Minuten später erzielten wir das 2:0. Finn legte den Ball an seinem Gegenspieler vorbei, drang in den Strafraum ein und wurde dort unfair von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Fin-Louis humorlos. Vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff verzeichneten wir die erste herausgespielte Gelegenheit. Daniel passte überlegt auf Finn, der den Ball gut annahm, sofort abzog und knapp am langen Eck vorbei zielte. Damit waren die ersten 45 vergnügungssteuerfreien Minuten beendet.

 

In die zweite Hälfte starteten wir wesentlich besser. Im Zwei-Minuten-Abstand erspielten wir uns drei Gelegenheiten, bei denen jeweils Finn die Vorlage gab. In der 47. Minute semmelte Corvin die Kugel deutlich über den Kasten, danach zwei Mal Tim. Damit hatten wir für lange Zeit unser Pulver verschossen. Die ohnehin schon schwache Partie verlor auch das letzte bisschen Niveau und verflachte vollends. Wir hatten permanent den Ball, Kaspel fand offensiv überhaupt nicht statt und igelte sich im 8:2:0-System am eigenen Strafraum ein. Diese Tristesse wurde nur noch einmal unterbrochen. In der 76. Minute hatten wir in 60 Sekunden drei Abschlüsse. Nach einem Grundlinienrückpass Leos schoss Tim seinen Gegenspieler an – Ecke. Diese schlug Jan in die Mitte, von wo aus sie zu Tim abgewehrt wurde – Direktabnahme abgefälscht – Ecke. Wieder brachte Jan den Ball in die Mitte, wo er Finn flach(!) vor die Füße sprang. Aus der Drehung konnte dieser das 3:0 erzielen. Die restliche Zeit passierte dann wieder nichts mehr, wodurch der Schlusspfiff des souveränen Schiedsrichters in den Ohren der meisten Zuschauer wie eine Erlösung wirkte.

 

Insgesamt ist das Spiel mit wenigen Worten treffend zusammengefasst: Grottenkick, Standards geübt, drei Punkte geholt. Wir können deutlich besser spielen und werden das hoffentlich genau dann wieder abrufen, wenn es nötig ist.

 

Germa

13. Punktspiel JFV Süd – VfR 2:2 (2:0)

 

„Vom Winde verweht“ ist zum einen einer der größten Romane der amerikanischen Literaturgeschichte und zum anderen inflationsbereinigt das kommerziell erfolgreichste Werk der Filmgeschichte. Das würde man mit ziemlicher Sicherheit genannt bekommen, wenn bei einer Umfrage danach gefragt werden würde. Wir werden zukünftig etwas anderes mit diesem Titel in Verbindung bringen: Unser Spiel vom Wochenende gegen unseren Kontrahenten aus dem südlichen Landkreis. Und in gewisser Weise gibt es zwischen dem literarischen bzw. cineastischen Schinken und unserem Spiel sogar eine Gemeinsamkeit: Bei beiden handelt es sich um ein „Süd“staaten-Drama. Zugegeben, für ein Jugend-Fußballspiel ist der Begriff „Drama“ ein wenig hochgegriffen, turbulent war es aber allemal (und außerdem passt der Titel so schön).

 

Wir hatten uns, um im Filmvergleich zu bleiben, vor dem Spiel ein Drehbuch zurechtgelegt, dass mit der Platzwahl schon nicht mehr zu retten war, zumindest für die erste Halbzeit. Unser Plan, den Gegner früh zu attackieren und weit in deren Hälfte am geordneten Spielaufbau zu stören, war zum Scheitern verurteilt, weil wir eine Dreiviertelstunde gegen den Wind spielen mussten. Das hinderte uns zu Spielbeginn nicht daran, eine erste offensive Duftmarke zu setzen. Paul verlagerte das Spielgeschehen auf unsere linke Seite, Leon steckte den Ball zu Jan durch, dessen Schuss vom Torhüter zur Ecke abgewehrt wurde. Diese flog brandgefährlich durch den Strafraum des Gegners, ohne von irgendjemandem berührt zu werden. Zu dem Zeitpunkt waren sechs Minuten gespielt und es war unsere letzte nennenswerte Angriffsaktion in Halbzeit eins. Mit dem teilweise stürmischen Wind im Rücken drückte Süd uns in die eigene Hälfte. Spielerisch ging allerdings auch bei unserem Gegner nicht viel, so dass vorwiegend lange Bälle in den Angriff oder Standardsituationen für Gefahr sorgten. Nach zwei schwach abgeschlossenen Versuchen bekam Süd in der 17. Minute einen Freistoß zugesprochen. Windunterstützt segelte dieser auf den zweiten Pfosten, an dem der gegnerische Spieler lauerte und die Kugel vehement ins Dreieck köpfte. Sechs Minuten später sorgte ein Eckball für Verwirrung in unserem Strafraum, bevor eine ganze Weile nichts Erwähnenswertes geschah. In der 39. Minute brachten wir uns völlig unnötig in noch größeren Zugzwang. Nach einem Ballverlust im Spielaufbau lief der gegnerische Spieler auf unser Tor zu, umspielte noch einen Verteidiger und zog aus 16 Metern unhaltbar zum 2:0 ab. Mit einer starken Parade bewahrte uns Torben zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff vor einem noch größeren Rückstand, indem er einen Freistoß aus 45 Metern zur Ecke abwehrte.

 

Für die zweiten 45 Minuten erwarteten wir nun umgekehrte Vorzeichen. In unserer „Mindmap“ sollten nun wir offensiv wesentlich aktiver und Süd im Umkehrschluss in die eigene Hälfte gedrängt werden. Das funktionierte aber nur unzureichend. Wir hatten zwar erneut durch Jan den ersten Abschluss, dieser war aber komplett harmlos. Ganz im Gegenteil zur unserer „Chance“ musste Süd mit der nächsten Gelegenheit eigentlich treffen. Nach einem Konter kam der gegnerische Spieler in der 58. Minute zur Grundlinie durch, spielte den Ball klug in unseren Rücken zu einem Mitspieler, der zum Glück kein Zielwasser getrunken hatte und freistehend rechts am Tor vorbeischoss. Zehn Zeigerumdrehungen später konnten wir innerhalb kürzester Zeit endlich zwei Abschlüsse verzeichnen. Zunächst schoss Tim eine Max-Flanke knapp über den Kasten, bevor Jan unsere nächste von Paul getretene Ecke mit dem Kopf im Kasten unterbringen konnte. Leider wurde der Treffer nicht zur Initialzündung. In den folgenden Minuten spielte Süd die sich bietenden Konter nicht clever genug zu Ende oder scheiterte an Torben und ließ uns damit am Leben. Spannung und Intensität steigerten sich mit jeder Minute und fanden ihren Höhepunkt in den letzten zehn Minuten. Mit einem Freistoß Pauls von der Mittellinie (der Wind wehte nach wie vor günstig für Fernschüsse „egal von wo“), den der Torhüter aus dem Dreieck fischte, läuteten wir das Finale ein. Mit starkem Einsatz erlief Tim in der 86. Minute einen Richtung Toraus springenden Ball und legte diesen überlegt in die Mitte ab, wo Leon aus dem Lauf heraus den Ausgleich erzielen konnte. Nachdem in der vierminütigen Nachspielzeit sowohl unsere letzten beiden Ecken als auch ein knapp vor unseren Strafraum verlegter Freistoß wirkungslos verpufften, blieb es beim für uns glücklichen Remis.

 

Am Ende des Spiels können wir uns über den Punkt nicht beschweren. Süd hatte sowohl mit dem Wind im Rücken als auch gegen ihn cleverer gespielt und dürfte so eher zwei verlorenen Punkten nachtrauern als sich über den gewonnenen zu freuen. Für uns wurde das Spiel zwar nicht zum Happyend, aber auch wenigstens nicht zur völligen Tragödie. Mehr Ausrutscher dürfen wir uns nun aber nicht mehr erlauben...

 

Germania Attacke

12. Punktspiel VfR – JFV Union Bad Pyrmont 7:1 (2:0)

 

Bevor ich zum eigentlichen Spielbericht komme, erlaube ich mir einen kurzen Rückblick auf unsere Hallenrunde. Mit zwei Teams sind wir ins Rennen gegangen und lagen damit gründlich daneben. Ein 22 Spieler umfassender Kader, der für die Halle in zwei 11er-Teams aufgeteilt wurde, garantiert noch lange nicht, dass wir an einem Spieltag tatsächlich mindestens 7-8 Spieler zur Verfügung haben. In einem Jahr werden wir garantiert nur noch eine Mannschaft melden. Team 1 litt sehr stark unter den vielen Absagen und hatte an beiden Spieltagen maximal einen Ersatzspieler im Kader, so dass sich gegen Ende der Spiele regelmäßig die fehlenden Wechselmöglichkeiten auswirkten. Obwohl wesentlich mehr drin gewesen wäre, scheiterten wir in der Vorrunde. Die zweite Mannschaft setzte sich in der Vorrunde souverän als Zweiter durch und erreichte die Endrunde in Langenhagen. Dort belegte die Mannschaft in der Gruppenphase in einem Kopf-an-Kopf-Rennen und punktgleich mit zwei weiteren Teams den zweiten Tabellenplatz, der für die Qualifikation zum Halbfinale ausreichte. Dort unterlagen wir unserem Nachbarn, dem späteren Bezirks- und noch späteren Niedersachsensieger vom VfV Hildesheim, im 9-Meterschießen. Im zweiten Jahr in Folge scheiterten wir somit im Halbfinale und brachten uns erneut denkbar knapp um die Teilnahme an der Niedersachsenmeisterschaft, für die die Finalteilnahme im Bezirkspokal ausgereicht hätte.

 

Doch das ist Vergangenheit, nun geht es endlich wieder raus aufs richtige Feld. Nach einer, dank einer extrem schwankenden Trainingsbeteiligung, schwer einzuschätzenden Vorbereitung erwarteten wir zum Rückrundenauftakt den tabellarisch besten Gegner aus dem unteren Tabellendrittel, die JFV Bad Pyrmont. Im Hinspiel hatten wir die Kurstädter 90 Minuten komplett im Griff und erlaubten ihnen keinen einzigen nennenswerten Torabschluss. Der 2:0-Sieg fiel nur deshalb nicht deutlich höher aus, weil wir unsere vielen Chancen nicht nutzten.

 

Das sollte im Rückspiel anders werden, wurde es aber nur bedingt. Von der ersten Minute an drückten wir den Gegner in die eigene Hälfte und erspielten uns viele Hochkaräter. Der Minutenzeiger hatte seine erste Umdrehung noch nicht beendet, da scheiterte Finn mit seinem kläglichen Abschluss freistehend aus fünf Metern am Torwart. In der 12 Minute machte er es besser. Fin-Louis passte über die Abwehr auf Tim, der den Ball technisch hochwertig mit der Brust mitnahm und überlegt in die Mitte passte, wo Finn aus einem Meter nur noch den Fuß hinhalten musste, um den Ball über die Linie zu drücken. Fünf Minuten später sahen die Zuschauer die Revanche von der anderen Seite. Jan passte zu Finn, der nahm den Ball mit, setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und passte den Ball scharf vor das Tor. Dort stand Tim, der immerhin aus der doppelten Entfernung, also aus zwei Metern, einschieben musste. Mit der 2:0-Führung im Rücken begann auf unserer Seite der Chancenwucher, während unser Gegner für einige Minuten jegliche Gegenwehr einstellte. Bis zur 30 Minute vergaben wir vier Hundertprozentige. Leo schob den Ball aus fünf Metern am leeren Tor vorbei, Finn scheiterte nach herrlichem Doppelpass mit Tim am Torwart, Daniel lief frei auf den Torhüter zu und zuletzt schoss Paul einen an Tim verursachten Elfmeter viel zu schwach. Danach hatte Max noch zwei Gelegenheiten, sich in die Torschützenliste einzutragen, schoss aber jeweils über den Kasten. Bad Pyrmont betrat unsere Hälfte in den ersten 45 Minuten nur ein einziges Mal ohne bei dem Versuch so etwas wie eine Torchance zu kreieren.

 

Die zweite Halbzeit begann wesentlich verhaltener, aber genauso einseitig wie die erste. In der 52. Minute köpfte Tim eine Paul-Ecke knapp übers Gebälk, 10 Minuten später drosch Leon eine Jan-Flanke rund 20 Meter am Gehäuse vorbei. Danach hatten wir das Visier wieder schärfer gestellt. Tim eroberte den Ball in der Nähe der Eckfahne, spielte einen Gegner aus und passte zu Corvin. Der legte sich den Ball auf seinen starken Fuß und drosch ihn dann mit Wucht und unhaltbar unter die Latte. Fünf Minuten später hatte der gegnerische Abwehrspieler bewiesen, dass er aus dem Fehler seines Kollegen nicht viel gelernt hatte. Erneut eroberte Tim den Ball, lief noch einige Meter in den Strafraum und schob das Spielgerät in Ermangelung an frei stehenden Mitspielern zum 4:0 in die lange Ecke. Nach 75 Minuten geschah das, womit nicht im Ansatz zu rechnen war. Bad Pyrmont kam in unsere Hälfte und provozierte damit einen aus unserer Sicht völlig unnötigen Eckball. Diesen konnten wir zwar problemlos klären, nicht jedoch den anschließenden Ballgewinn unseres Gegners. Aus etwa 25 Metern schoss der Spieler zum ersten Mal auf unser Tor und war erfolgreich. Der Ball senkte sich über Torben hinweg und schlug sehenswert direkt unter der Latte im langen Eck ein. Damit lag Bad Pyrmont in einer Statistik vorn: 100% ihrer Torschüsse fanden den Weg ins Tor. Die letzten 10 Minuten nutzten wir dann noch einmal eindrucksvoll zur Ergebnis- und auch zur Statistikverbesserung. In der 82. Minute schoss Jan von der Torauslinie so scharf vor das Tor, dass der Torhüter den Ball ins eigene Gehäuse abfälschte. Eine Minute später machte erneut Jan das halbe Dutzend Tore voll. Nach einem Doppelpass mit Finn schob er den Ball aus 16 Metern überlegt in die lange Ecke. Nachdem Finn eine Flanke von Max aus 10 Metern über die Latte schoss, sorgte Leon zwei Minuten danach für den Endstand. Eine Flanke Finns nahm er in den Lauf mit und zielte aus 16 Metern in die lange Ecke. Über den Innenpfosten fand der Ball seinen Weg in die Maschen.

 

Dass der Sieg am Ende standesgemäß und den Spielanteilen entsprechend ausfiel, lag vor allem an unserer verbesserten Chancenverwertung im zweiten Durchgang. Die besseren und schöner herausgespielten Gelegenheiten hatten wir in Halbzeit eins, erfolgreicher waren wir in den zweiten 45 Minuten. Das sollten wir konservieren, denn gegen unseren nächsten Gegner werden wir bestimmt nicht so viele Chancen bekommen.

 

Germania Attacke

11. Punktspiel JSG Forstbachtal – VfR 1:0 (1:0)

 

Zum Abschluss der Hinrunde durften wir zum absoluten Spitzenspiel in Richtung Holzminden fahren, um in Holenberg gegen die gastgebende JSG Forstbachtal anzutreten. Der Spielplangestalter hatte da in der Tat ein gutes dramaturgisches Händchen bewiesen, indem er uns als Tabellenführer gegen den Dritten antreten ließ. Noch brisanter wurde es, weil uns vor dem Spiel ein Punkt voneinander trennte und der Sieger eine gute Rolle im Rennen um die Herbstmeisterschaft spielen würde. Ein Akteur erwies sich allerdings schon vor dem Anpfiff als absolut unwürdig für die Bedeutung des Aufeinandertreffens: die Wiese von Holenberg! Eigentlich sehr idyllisch gelegen erwies sich der Platz als wahrer Acker. An allen grünen Stellen war der Platz nicht gemäht, der Rest waren braune Flecken inmitten einer Hügellandschaft. Nicht mal vernünftig abgekreidet wurde die Wiese im Vorfeld. Aber egal, mit dem Geläuf mussten schließlich beide Mannschaften fertig werden.

 

Dass der Gastgeber an die Eigenarten des Platzes gewohnt war, bemerkte man vom Anpfiff an. Jeder Ball wurde lang und vor allem hoch nach vorne gedroschen, um dann unsere Abwehrspieler anzulaufen. Da wir ebenfalls häufig so agierten, zumal es anders eigentlich auch überhaupt nicht ging, entwickelte sich über die gesamte Spieldauer eine Partie, in der sehr viele Höhenmeter gesammelt wurden. Nach einer extrem nervösen Anfangsphase füllte sich ab der zehnten Minute der Chancenzettel allmählich. In der 10. Minute köpfte ein Angreifer des Heimteams seinen eigenen Mitspieler an, so dass die JSG die gefährliche Situation selbst klärte. Wir antworteten durch Tim umgehend. Nach einer Flanke Leons legte er sich quer in die Luft und verfehlte das Tor mit seinem Seitfallzieher um einen guten Meter. Zwei Minuten später fiel der Treffer des Tages. Forstbachtal griff in bewährter Manier mit einem langen Ball an, den wir eigentlich schon mehrfach sicher abgewehrt hatten. Wenn an dieser Stelle der Konjunktiv benutzt wird, ist klar, was passierte. Wir wehrten den Ball beim letzten Versuch sagenhafte drei Meter weit ab und legten ihn somit zum Torschuss einladend direkt vor die Füße des gegnerischen Mittelfeldspielers. Der zog sofort und ohne sich zu bedanken ab und traf aus etwa 20 Metern ins untere Eck. Nun war das passiert, was wir in jedem Fall verhindern wollten: Wir lagen zurück. Natürlich änderte der Gastgeber sofort seine Marschroute und ging nun nicht mehr vorne drauf. Lediglich ein Angreifer in der Spitze sowie der Rechtsaußen entwickelten in der Folge nennenswerte Offensivbemühungen. Das Spiel verlagerte sich zwangsläufig in die gegnerische Hälfte, ohne dass wir aus dem Spiel heraus Chancen kreieren konnten. Dafür war jede Standardsituation, vor allem Eckbälle, brandgefährlich. Da der Torhüter einige Schwächen beim Herauslaufen zeigte, zirkelten wir jede Ecke in den Fünfer. Doch weder Leo (drosch über den Ball) noch Jan (Schuss wurde auf der Linie gerettet) oder Marvin (schoss vorbei) konnten die guten Gelegenheiten nutzen. Der Gastgeber vermeldete in der 39. Minute eine gute Chance, als der Stürmer nach Foul an Paul, knapp am Tor vorbeiköpfte. Eine Minute später vergab Tim, nach einem Einwurf Finns, unsere letzte Gelegenheit, indem er links am Kasten vorbeischoss.

 

So gingen wir mit einem Rückstand in die Kabine und mit dem Vorsatz wieder raus, diesen schnellstmöglich zu egalisieren. Das gelang aber überhaupt nicht. Im Gegenteil: Der Gastgeber hätte seine Führung bis zur 60. Minute sogar ausbauen können. Nach zwei Kopfbällen retteten uns zunächst Paul und beim zweiten Mal die fehlende Genauigkeit des Schützen. Danach kamen wir langsam auch zu Gelegenheiten. Unsere erste Ecke flog unberührt durch den Strafraum, Paul zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern am Kasten vorbei und Finn verzog nach einem Pass Tims knapp. Wir öffneten zusehends unsere Defensive, ohne für eine Viertelstunde zu weiteren Chancen zu gelangen. Die Forstbachtaler Konter waren im Ansatz gefährlich, im Abschluss aber schwach. Hier stand ihnen nun der eigene Platz im Weg, denn die flachen Bälle versprangen allesamt und wurden somit unkontrollierbar. In den letzten fünf Minuten warfen wir noch mal alles nach vorn und kamen zu drei guten Gelegenheiten. Jan schoss in der 84. Minute aus der Drehung aufs Tor und scheiterte am Keeper, der den Ball stark über das Gehäuse lenkte. Bei der anschließenden Ecke kam Marvin an den Ball, knallte diesen aber etwas überhastet über das Gebälk und in der Nachspielzeit tat Jacob es ihm mit dem letzten Torschuss der Partie gleich.

 

So blieben wir nach einer Ewigkeit mal wieder ohne eigenen Treffer und mussten uns einem sehr disziplinierten und kampfstarken Heimteam geschlagen geben. Mit drei Punkten Rückstand, Halvestorf gewann sein letztes Spiel und ist nun Herbstmeister, überwintern wir auf dem dritten Tabellenplatz, während unser Gegner auf Platz zwei vorrückte. Nach dem Spiel nahmen wir dankbar und gern den gut gemeinten Hinweis des örtlichen Fanclubs an, der seine Mannschaft mit dem Abbrennen einiger Bengalos feierte und uns mit einem vielstimmigen „Ihr könnt nach Hause fahr'n“ eine gute Heimfahrt wünschte.

 

Germania Attacke

10. Punktspiel VfR – JSG Reher/Aerzen 2:0 (1:0)

 

Unser viertes Heimspiel am Stück bescherte uns einen Gegner, der uns völlig unbekannt war. Noch nie trafen wir aufeinander, weder in Punkt- und Pokalspielen noch in irgendeiner Hallenrunde. Noch nicht einmal bei einem Einladungsturnier in der Halle kreuzten sich unsere Wege. Unbekannter geht es also nicht. Unsere einzige Vorbereitung auf den Gegner bestand also darin, die vergangenen Ergebnisse zu studieren. Dabei kam heraus, dass die JSG nach einem durchwachsenen Saisonstart inzwischen eine wirklich beeindruckende Serie von fünf Siegen am Stück aufwies und sich dadurch bis auf den vierten Tabellenplatz vorschieben konnte. Wir waren also gewarnt und nahmen „die Unbekannten“ nicht auf die leichte Schulter.

 

Entsprechend aufmerksam begannen wir und legten sofort den Vorwärtsgang ein. Allerdings immer darauf bedacht, unsere Defensive nicht zu entblößen, um etwaige Konterversuche schon im Keim zu ersticken. In der dritten Minute bekamen wir bereits die zweite Ecke zugesprochen und nutzten diese prompt. Pauls Hereingabe landete über den Umweg Tim bei Finn, der den Ball mit dem Rücken zum Tor technisch gekonnt mit der Brust annahm, sich drehte und sofort volley abzog. Für den Torhüter unerreichbar landete die Kugel zu unserer frühen Führung im langen Eck. Von diesem schnellen Erfolg beflügelt, blieben wir am Drücker und erspielten uns in regelmäßiger Folge weitere Gelegenheiten. So schoss Corvin in der sechsten Minute aus aussichtsreicher Position am langen Eck vorbei, bevor wir in der elften Minute um den zweiten Treffer gebracht wurden. Jan zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern über die Mauer, der Torhüter bekam den Ball nicht richtig zu fassen und lenkte ihn stattdessen an den Innenpfosten. Den von dort zurückprallenden Ball beförderte der Torhüter geistesgegenwärtig mit einem Reflex ins Feld zurück. Vor der zweiten Berührung des Torwarts hatte der Ball aber die Torlinie vollständig überschritten. Leider entschied der Schiedsrichter in der Situation aber nicht auf „Tor“, sondern ließ weiterspielen. Wir drückten weiter und kreierten noch ein paar Gelegenheiten. Zwei Minuten nach dem vermeintlichen zweiten Treffer konnte Jan den Lupfer Tims nicht ganz erreichen, in der 21. Minute zielte Corvin nach Vorlage Daniels am kurzen Eck vorbei und nach einer halben Stunde hob Tim die Kugel nach einer sehenswerten Kombination zwischen Paul, Corvin und Leo über das Gehäuse. Nachdem Corvin in der 42. Minute aus 20 Metern am Tor vorbei zielte, war auch unsere letzte Chance in Halbzeit eins vergeben. Unser Gegner schoss in den ersten 45 Minuten übrigens nicht einmal auf unser Tor.

 

Die zweite Hälfte begann ruhiger. Wir machten weiter das Spiel, während die Jungs aus Reher hingebungsvoll verteidigten. In der 59. Minute köpfte Marvin eine Paul-Ecke in die Arme des Torhüters, drei Zeigerumdrehungen später verfehlte Finn einen Jan-Freistoß um Zentimeter. Das erlösende zweite Tor fiel dann in der 70. Minute. Paul zirkelte einen Freistoß in den Strafraum, dort konnte die Abwehr nicht klären und der von Tim abgefälschte Versuch landete direkt vor Marvin, der nur noch zum 2:0 einschieben musste. Nun wirkte unser Gegner für einige Minuten angeschlagen, ohne dass wir trotz sehr guter Gelegenheiten Kapital daraus schlagen konnten. Tims Schlenzer wurde vom Torhüter pariert, Paul scheiterte mit einem Freistoß an der Latte und Tim schob den Ball nach einem Doppelpass mit Paul am langen Eck vorbei. So kam es, wie es oft kommt. Auf einmal und ohne dass die Gäste bis dahin auch nur einen Torschuss abgegeben hatten, geriet unser Sieg noch in Gefahr. Aus dem sprichwörtlichen Nichts tauchte in der 82. Minute urplötzlich doch einmal ein Stürmer vor Torben auf und zog direkt ab. Torben lenkte den scharf getretenen Ball mit einer tollen Reaktion über die Latte und bewahrte uns vor dem Anschlusstreffer. Zwei Minuten später tat er das noch einmal. Nach einem Fehler im Spielaufbau schaltete Reher schnell um und die Jungs spielten ihren Stürmer frei. Erneut war Torben aber auf dem Posten und konnte den aus kürzester Distanz abgefeuerten Schuss mit dem Fuß parieren. Nach diesen zwei Schrecksekunden konnten wir das Spiel beruhigen. Beiden Mannschaften gelang in den letzten sechs Minuten kein nennenswerter Angriff, so dass unser Sieg nicht mehr in Gefahr geriet.

 

Unsere Heimspielwochen konnten wir also mit einem hochverdienten Sieg abschließen. Dass der souveräne Auftritt mit zwei schwachen Minuten und zwei sehr guten Gelegenheiten unseres Gegners kurz vor Schluss noch einmal in Gefahr geriet, ist nicht nachzuvollziehen. Im letzten Vorrundenspiel am nächsten Wochenende gegen den Tabellendritten aus dem Forstbachtal dürfen wir uns solch eine Schwächephase mit Sicherheit nicht leisten.

 

Germania Attacke

9. Punktspiel VfR – VfV Borussia 06 4:1 (3:1)

 

Das, was die Derbys Schalke – Dortmund, Gladbach – Düsseldorf oder HSV – St. Pauli für die erste bzw. inzwischen zweite Liga sind, das ist auf Bezirksliga-Ebene das Aufeinandertreffen unserer Mannschaft gegen die Jungs von der anderen Zaunseite: Elektrisierend, die Massen bewegend und emotionsgeladen. Für das Spiel am Samstag galt das eigentlich auch, zumindest teilweise. Elektrisierend konnte man das Spiel im Vorfeld schon bezeichnen, schließlich wollten wir nach dem Pokalaus wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Die Massen wurden nicht bewegt, dafür war das Wetter zu schlecht und emotionsgeladen wurde es im Lauf der 90 Minuten schon das ein oder andere Mal. Insgesamt bewegten sich in der Vergangenheit unsere Duelle aber immer auf einem sehr anständigen emotionalen Niveau. So war es, das sei vorweggenommen, auch dieses Mal.

 

Wir hatten uns vorgenommen, sofort Druck auf unseren Gegner auszuüben und vom Anpfiff an Vollgas zu geben. Das setzten wir perfekt um. Mit dem ersten Angriff gingen wir in Führung. Finn flankte von der rechten Seite in die Mitte, wo über einige Umwege der Ball zu Tim gelangte. Der wollte direkt aus der Drehung abziehen, traf den Ball aber nicht voll und irritierte somit den Torhüter sichtlich. Mit grob geschätzten 10 kmh hoppelte das Spielgerät zum 1:0 ins kurze Eck. Mit der frühen Führung im Rücken blieben wir auf dem Gaspedal. Nach einer Ecke Pauls bot sich Finn die Chance zum nächsten Treffer, doch sein Kopfball strich knapp über das Tor. Aus dem Nichts und nach einer etwas unglücklichen Entscheidung des Schiedsrichters kassierten wir in der achten Minute den Ausgleich. VfV führte einen Einwurf, der eigentlich uns zugesprochen werden musste, schnell aus und überwand somit unsere aufgerückte Abwehr. Den Schuss des allein aufs Tor zulaufenden Stürmers konnte Paul stark abwehren, doch gegen den Nachschuss des anderen Angreifers war er machtlos. Nun nahmen zwei Teams am Spiel teil, denn unser Gast fand nun auch offensiv statt. Die nächste Chance hatten aber wir. Paul flankte den Ball in der 12. Minute in die Mitte, wo Marvins Kopfball vom Torhüter nur nach vorne abgewehrt wurde und Finn kein Problem hatte, den Ball zum 2:1 über die Linie zu drücken. Fünf Minute später flog ein Freistoß Pauls nur um Zentimeter an Finn und somit am ziemlich sicheren dritten Treffer vorbei. In der 25. Minute kam Marvin nach einer Ecke Jans völlig freistehend an den Ball, drosch diesen aber ins zweite Stockwerk. Auch die jungen Borussen hatten in der Offensive immer wieder einmal gute Ansätze, ohne aber zwingende Gelegenheiten zu generieren. Nach einer halben Stunde bauten wir die Führung aus. Pauls Direktabnahme aus 25 Metern verunglückte als eigentlich gedachter Torschuss völlig, hoppelte dadurch aber zu Tim, der den Ball in einer fließenden Bewegung um seinen Gegenspieler herum mitnahm und am Torwart vorbei zum 3:1 einschob. Jetzt war es an der Zeit, ein wenig Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Ohne den VfVern Chancen zu gestatten, kontrollierten wir das Spiel bis zur Halbzeit.

 

In der zweiten Hälfte wollten wir sofort die endgültige Entscheidung herbeiführen. Nach einem Einwurf Finns schoss Tim links am Tor vorbei, dann köpfte Jan einen Paul-Freistoß über den Kasten und Finns Hereingabe, nachdem er sogar den Torwart schon umrundet hatte, fand keinen Abnehmer. Das waren erstklassige Gelegenheiten, die wir uns in den ersten sieben Minuten der zweiten Halbzeit erspielten. Leider ohne Erfolg. Ab der 65. Minute drohte sich dieser Chancenwucher zu rächen, denn ab da hatte der VfV eine richtig gute Phase mit drei Abschlüssen am Stück, von denen Paul den besten mit einer sehenswerten Parade zur Ecke abwehrte. In dieser Drangperiode hätte Leo unsere Nerven beruhigen können, doch sein Schuss wurde von einem Abwehrspieler noch so eben von der Torlinie gekratzt. Nachdem Paul in der 82. Minute den letzten Hochkaräter unserer Gäste entschärfte, indem er im eins gegen eins siegreich blieb, nahm unser Sieg langsam Konturen an. Die VfVer glaubten nun nicht mehr daran, das Spiel noch zu drehen und wurden zudem immer häufiger von Krämpfen geplagt. In der letzten Spielminute bereitete Tim die endgültige Entscheidung vor. Er dribbelte auf der rechten Seite an drei Gegnern vorbei und flankte in die Mitte. Dort bekam Corvin den Ball, ließ seinen Gegenspieler aussteigen und schoss platziert ins kurze Eck.

 

Nach unserem Pokalsieg in der ersten Runde konnten wir auch das zweite Aufeinandertreffen gegen den VfV für uns entscheiden. Nun stehen bis zur Winterpause noch zwei Partien auf dem Programm. Zunächst empfangen wir am nächsten Samstag die JSG Reher zum vierten Heimspiel in Folge, bevor wir eine Woche später bei der JSG Forstbachtal, dem aktuell Tabellendritten, unsere Visitenkarte abgeben.

 

Germania Attacke

Bezirkspokal 3. Runde VfR – TSV Pattensen (Bezirksliga) 2:4 (1:2)

 

Sehr ungewöhnlich! Normalerweise haben wir in der dritten Runde des Bezirkspokals ein Freilos. So war es jedenfalls in den beiden vergangenen Saisons. Dieses Mal aber erwischte es uns. Um in dem Wettbewerb auf eine bis zum Endspiel glatt durch „2“ teilbare Anzahl an Mannschaften zu kommen, müssen die nach Abschluss der zweiten Runde verbliebenen 12 Mannschaften auf die für ein KO-System zwingend notwendigen acht reduziert werden. Also wurden neben vier Freilosen auch vier Partien ausgelost, so dass für das Viertelfinale exakt die angestrebte Anzahl von acht verbleibenden Teams erzielt wird. Und weil man nicht immer Glück haben kann, waren wir dieses Mal dran. Das Los bescherte uns mit dem TSV Pattensen den Tabellenführer unserer parallelen Bezirksliga 2, der mit exakt der gleichen Anzahl an Spielen und Punkten wie wir das Klassement anführt. Außerdem zeichnet den TSV aus, dass er uns nicht liegt. In der Vergangenheit kreuzten wir des Öfteren die Klingen und zogen dabei in beängstigender Häufigkeit den Kürzeren. Trotz der vielen Vergleiche war uns die aktuelle Mannschaft aber weitestgehend unbekannt. Neuer Trainer, viele unbekannte Spieler und eine vergangene Saison ohne direkten Vergleich ließen uns ob der Spielstärke ein wenig im Nebel tappen.

 

Das änderte sich im Verlauf des Spiels aber schnell. Wir übernahmen sofort die Rolle des ballbesitzenden Teams, während Pattensen auf Konter und Standardsituationen setzte. In der fünften Minute ging deren Taktik auf. Im Anschluss an einen Eckball, den wir extrem stümperhaft verteidigten, spielte einer von zwei am langen Pfosten völlig frei stehenden Angreifern den Ball in die Mitte zurück und schoss dabei Fin-Louis so ungünstig an, dass der Ball von seinem Oberkörper ins Netz prallte. Drei Minuten später reparierte Tim den Fehler. Nach einem Hackenzuspiel Finns kam er 18 Meter vor dem Tor an den Ball und drosch diesen unhaltbar in die untere rechte Ecke des Gehäuses. Weitere drei Minuten später bot sich erneut Tim die Chance auf den nächsten Treffer, doch sein unplatzierter Schuss wurde von einem Abwehrspieler auf der Torlinie gerettet. Das Spiel wurde nun intensiver und produzierte einige Freistöße auf beiden Seiten, die zunächst folgenlos blieben. Nachdem sowohl der TSV als auch wir mit zwei Versuchen scheiterten, ging unser Gast nach einer halben Stunde wieder in Führung. Dem gleichen Muster wie beim ersten Treffer folgend, legte ein Spieler den lang getretenen Freistoß in die Mitte ab, wo sein Mitspieler nur noch den Fuß hinhalten musste. Unsere Antwort auf den Rückstand folgte prompt, führte aber leider nicht zum Erfolg. Jan scheiterte mit seinem 20-Meter-Schuss am Torwart und auch Leo konnte den Abpraller nicht am Keeper vorbeibringen. Obwohl wir mehr vom Spiel hatten, gingen wir mit einem knappen Rückstand in die Pause.

 

Die zweite Hälfte begannen wir extrem motiviert. Viel Ballbesitz, gute Ansätze und großes Engagement führten in der ersten Viertelstunde zu null Gelegenheiten. Der Grund war einfach. Pattensen verteidigte sehr stark und uns gelang der letzte Pass nicht. Als unser Druck langsam nachließ, traute sich Pattensen in der 65. Minute wieder aus der eigenen Hälfte und durfte prompt jubeln. Nachdem Paul den ersten Schuss des gegnerischen Stürmers noch abwehren konnte, war er beim Nachschuss chancenlos. Knappe zehn Minuten später war die Partie entschieden. Der Schiedsrichter konnte sich nach einem klaren Foul an Corvin nicht zu einem Strafstoßpfiff durchringen und Pattensen den anschließenden Konter zum vierten Treffer nutzen. Nun drohten wir ein wenig auseinanderzufallen. Mit dem unbedingten Willen, das Spiel doch noch zu wenden, unterliefen uns einige Fehler im Aufbau, die den TSV zu weiteren Kontern einluden. In der 82. Minute bekamen wir noch einmal Aufwind. Im Anschluss an einen Freistoß, den der Torhüter, von Jan im Fünfmeterraum hart bedrängt nur nach vorne abwehren konnte, schob Corvin den Ball zum 2:4 über die Linie. Wir witterten Morgenluft, doch mehr als ein von Paul am Tor vorbei geschossener Freistoß sprang trotz dreiminütiger Nachspielzeit nicht mehr heraus.

 

Nach etwas mehr als einem Jahr, genau genommen seit einem Jahr und zwei Tagen, mussten wir somit in einem Pflichtspiel, die Hallenrunde ausgeschlossen, mal wieder eine Niederlage hinnehmen. Das letzte Mal ohne jeglichen Punktgewinn blieb die Mannschaft am 22.10.2017, als wir mit 4:5 bei Arminia Hannover verloren. Seit dem sind wir saisonübergreifend 24 Mal in der Meisterschaft oder dem Pokal angetreten und haben davon 21 Spiele gewonnen und drei Mal die Punkte geteilt (bei einem Torverhältnis von 103:22). Der Höhepunkt war dabei natürlich der gegen den TSV Garbsen errungene Pokalsieg in der letzten Saison. Da wir aus diesem Wettbewerb nun ausgeschieden sind, ist eine Titelverteidigung leider ausgeschlossen. Nun müssen wir den Fokus schnellstmöglich wieder auf die Meisterschaft richten, denn dort geht es am kommenden Samstag gegen unseren direkten Nachbarn VfV Borussia weiter.

 

Germania Attacke

8. Punktspiel VfR – SV Blau-Weiß Neuhof 8:0 (5:0)

 

Nachdem wir in den letzten beiden Punktspielen jeweils auswärts antreten durften und bei den Fahrten nach Hameln und Bad Pyrmont einige Fahrt-Kilometer sammelten, folgen nun vier Heimspiele am Stück. Zum Auftakt dieser Serie reisten unsere Stadtnachbarn vom Klingenberg an den Philosophenweg. Im Vorfeld waren die Rollen bei diesem Duell klar verteilt: Wir durften uns als Tabellenzweiter gegen den Vorletzten in der Favoritenrolle fühlen und taten das auch.

 

Mit dem Rollenverständnis begann dann auch das Spiel. Vom Anstoß an fanden nahezu alle Ballkontakte in der Neuhofer Hälfte statt, d.h. beide Teams halbierten das zu nutzende Spielfeld. Zunächst verballerten wir die ersten Gelegenheiten, die sich dadurch beinahe zwangsläufig ergaben, noch, bevor wir in der achten Minute mit dem Toreschießen begannen. Leo nutzte einen Pass Finns, um den Ball aus etwa zehn Metern unhaltbar zum 1:0 im langen Eck zu versenken. Zwei Zeigerumdrehungen später erhöhte Finn unsere Führung. Aus kürzester Entfernung staubte er einen abgewehrten Schuss Jans zum zweiten Treffer ab. Nach einer Viertelstunde verunglückte dem anderen Finn eine Flanke ziemlich. Das war allerdings nicht so tragisch, denn die ungewöhnliche Flugbahn des Balles endete ungewollt und für den Torhüter nicht zu erreichen im langen Eck des Tores. Nach zwei weiteren Treffern, die Leon nach Vorlage Tims und Finn nach schönem Pass Leos erzielten, und ungezählten gescheiterten Versuchen ging es mit einem in jeder Hinsicht verdienten 5:0 in die Pause.

 

Die zweite Halbzeit unterschied sich dann deutlich von der ersten. Gleich blieb, dass Neuhof auch in den zweiten 45 Minuten nicht einmal auf unser Tor schoss. Verändert hatte sich aber unsere Spielweise. Während wir in der ersten Hälfte sehr ordentlich auftraten und uns somit auch viele Gelegenheiten erspielten, plätscherte die zweite Halbzeit weitestgehend ereignislos und ohne jede Zielstrebigkeit unsererseits, weitere Tore zu erzielen, vor sich hin. Für drei Minuten wurden wir dann durch unseren Gast aus der allseits um sich greifenden Lethargie geweckt. Völlig unmotiviert und ohne ersichtlichen Grund versuchte ein Abwehrspieler direkt vor den Augen des Schiedsrichters gegen Daniel nachzutreten. Die Folge war neben einem Freistoß auch, dass wir für die letze halbe Stunde in Überzahl agieren durften. Diese nutzte Corvin nach Vorlagen von Daniel und Jan zu zwei schnellen weiteren Treffern. Direkt nach dem 7:0 setzte aber die zuvor schon zu beobachtende Apathie wieder ein. 25 Minuten, die sich im Nachgang wie zwei Stunden anfühlten, waren zu dem Zeitpunkt noch zu spielen. Lediglich Corvin konnte nach seinem Solo in der 75 Minute einen lupenreinen Hattrick bejubeln und die Tristesse für einen Augenblick unterbrechen. Eine Viertelstunde später pfiff der Schiedsrichter die Partie zum Glück pünktlich ab und erlöste alle Zuschauer von unserer schlechtesten Halbzeit in dieser Saison.

 

Trotz schlechter Halbzeit sind wir durch den Sieg und die gleichzeitige Niederlage des bisherigen Tabellenführers aus dem Forstbachtal gegen den Drittplatzierten Halvestorf  neuer Tabellenführer. Die ersten drei Mannschaften trennt dabei genau ein Punkt voneinander. Genauso, wie das nur eine Momentaufnahme ist, sollte klar sein, dass wir mit einer Leistung wie in der zweiten Hälfte am Mittwoch im Pokal gegen den TSV Pattensen gar nicht erst antreten müssen. Um in dem Spiel bestehen zu können, müssen wir mehrere Schippen draufpacken.

 

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7. Punktspiel JFV Union Bad Pyrmont – VfR 0:2 (0:0)

 

An diese Begegnung werden wir uns noch länger erinnern. Nicht weil das Spiel so viel hergab, sondern weil in erster Linie die Fahrt zum Spielort recht außergewöhnlich war. Kurz nach der Dämmerung, also früh morgens, deutlich vor neun Uhr am Sonntag und in jedem Fall vor dem optimalen Aufstehzeitpunkt zur Wahrung des Wochenend-Biorhythmus machten wir uns mit acht Autos und zwei Motorrädern auf den Weg nach Bad Pyrmont. Angekommen sind wir aufgrund einer Panne mit einem Auto weniger und durch diverse Navigationsschwierigkeiten (achtet darauf, beim Überqueren der Weser keine Fährverbindungen in eurem Navi zuzulassen!) sowie Einbahnstraßenchaos im Zielort erheblich später als geplant. Aber immerhin vor dem Schiedsrichter, denn der kam nie an.

 

Trotz dieser widrigen Begleitumstände kamen wir sehr ordentlich in die Partie, steigerten uns im Verlauf der ersten Halbzeit und bauten gegen deren Ende ein wenig ab. Nach wenigen Minuten war klar, wie das Spiel laufen sollte. Wir hatten permanent den Ball, während unser Gegner sehr tief in der eigenen Hälfte stand und zunächst noch auf Konterversuche spekulierte. Diesen Plan stellte er im Verlauf des Spiels zusehends ein. In der achten Minute münzten wir die gefühlten 90% Ballbesitz in die erste Gelegenheit um. Nach einem Doppelpass zwischen Finn und Jan verfehlte Tim die flache Hereingabe um einen halben Meter. Das war der Startschuss zu zwanzig Minuten, in denen wir uns eine Chance nach der anderen erspielten. Tim köpfte über den Kasten, Finn schoss zu hoch, Daniel scheiterte zwei Mal aus einem Meter am Torwart, Tim und Fin-Louis aus drei Metern an ihrer Genauigkeit, Daniel traf den Gegenspieler und am Ende des Torschussfestivals hielt der Torwart einen stark geschossenen Freistoß Pauls sehr gut. Zwischendrin hatte unser Gegner Glück, dass eine klare Notbremse an Paul vom Schiedsrichter anders ausgelegt wurde und mit einer Ecke „bestraft“ wurde. Nach einer halben Stunde flaute unser Ansturm ein wenig ab, ohne bis zum Halbzeitpfiff noch einmal an Fahrt zu gewinnen.

 

Für die zweite Halbzeit konnte die Marschrichtung sehr einfach zusammengefasst werden: Einfach mal die Gelegenheiten nutzen. Zwölf Minuten und vier Chancen später, lag der Ball endlich im Netz. Und wie das in solchen Spielen häufig vorkommt, entsprang unser Treffer nicht einmal einer Chance. Tim flankte von der rechten Seite in den Strafraum, der Ball wurde immer länger und senkte sich über den Torwart hinweg ins lange Eck. Ein sehr schöner Treffer, nicht geplant aber hochverdient. In der 69 Minute war die Partie dann entschieden. Daniel zog aus etwa 20 Metern ab und traf einen gegnerischen Verteidiger. Von diesem abgefälscht bekam der Ball einen tückischen Drall, setzte vor dem etwas zögerlich aus seinem Kasten kommenden Torwart auf und sprang über ihn hinweg Richtung Tor. Paul erfasste die Situation blitzschnell, setzte nach und gab dem Ball den letzten Impuls für seinen Flug über die Torlinie. Von den Kurstädtern gab es offensiv weiterhin keinerlei Lebenszeichen. Die beste „Chance“ des Gastgebers im gesamten Spiel resultierte aus einem Kopfball, den der Kapitän im Anschluss an einen Freistoß etwa fünf Meter neben und sechs Meter über den Kasten platzierte. Wir hatten bis zum Abpfiff des in der zweiten Halbzeit äußerst souverän leitenden Ersatz-Schiedsrichters noch drei gute Gelegenheiten, die aber allesamt durch Tim, Finn und Marvin vergeben wurden. So blieb es beim 2:0, das aus Sicht des Heimteams äußerst schmeichelhaft ausfiel und aus unserer Sicht nicht im Ansatz die Spielanteile widerspiegelte.

 

Mit hoffentlich wesentlich besser eingestellten Visieren erwarten wir am kommenden Samstag unseren Nachbarn aus Neuhof. Der Anstoß am Philosophenweg ist um 15:30 Uhr und die Anfahrt zum Spielort dürfte wesentlich entspannter ausfallen.

 

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6. Punktspiel JSG Halvestorf/Herkendorf– VfR 2:2 (1:1)

 

Starker Gegner, die Dritte! Innerhalb von zehn Tagen standen drei Partien gegen wirklich gute Mannschaften in unserem Programmheft. Nachdem wir im Pokal gegen den Landesligisten aus Hameln und in der Meisterschaft gegen AEB jeweils zu Hause gewinnen konnten, mussten wir heute reisen. Am Samstagnachmittag machten wir uns auf den Weg Richtung Hameln, um bei der JSG Halvestorf/Herkendorf aufzuschlagen. Auch wenn wir vor drei Saisons zweimal gegen diesen Gegner spielen durften und beide Spiele gewannen, war uns die Mannschaft dennoch gänzlich unbekannt, da dieses Mal überwiegend Spieler des älteren Jahrgangs auf dem Spielberichtsbogen standen. Ein Vergleich unserer Resultate mit denen Halvestorfs ließ im Vorfeld auf ein spannendes Spiel schließen, denn gegen die gleichen Gegner erzielten wir sehr ähnliche Ergebnisse. Untermauert wurde diese Annahme mit einem Blick auf die Tabelle: Der Zweite empfing den Tabellenführer!

 

Leider konnte der Platz die Erwartungen, die dieses Spitzenspiel geweckt hatte, nicht ganz erfüllen, glich er doch teilweise eher einem Strand als einem Rasenplatz. Aber egal, das galt schließlich für beide Mannschaften. Wir kamen ein wenig schleppend in die Partie und sahen uns nach sechs Minuten bereits im Rückstand. Nach einem Freistoß stand am langen Pfosten der ungedeckte gegnerische Spieler und schoss ohne Schwierigkeiten zum frühen 1:0 ein. Das war natürlich überhaupt nicht nach unseren Vorstellungen, zumal die Führung den Gastgebern komplett in die Karten spielte. Mit langen Pässen auf ihren pfeilschnellen Stürmer versuchten sie nun, den Spielstand auszubauen. Nachdem der Schiedsrichter ein Abseitstor Halvestorfs zu Recht aberkannt hatte, kamen wir besser ins Spiel. In der 25. Minute setzte sich Finn über die linke Seite sehr schön durch und hatte auch noch einen Blick für Tim, dem er den Ball maßgerecht zum Ausgleich vorlegte. Gute fünf Minuten später hatte Tim unsere Führung auf dem Schlappen. Über Finn und Daniel gelangte der Ball zu Jan, der diesen hoch zu Tim weiterleitete. Mit der Brust nahm Tim den Ball an und zog in einer flüssigen Bewegung per Dropkick ab, scheiterte aber am sehr starken Torhüter. Mit einem gerechten 1:1 ging es in die Kabinen.

 

Aus der Pause kam erneut der Gastgeber ein wenig stärker. In der 58. rettete Fin-Louis kurz vor der Torlinie, zwei Minuten später lagen wir erneut zurück. Einen Freistoß nickte der Schütze des ersten Treffers zum 2:1 ein. Wir rannten also wieder einem Rückstand hinterher, während der Gastgeber den Boden für seine Spielphilosophie präpariert fand. Hinten sicher stehen, robust in die Zweikämpfe gehen und den Ball dann lang in die Spitze spielen. In der 65. Minute führte genau so ein „Spielzug“ zur nächsten Hundertprozentigen für Halvestorf, doch Paul gewann die Eins-gegen-Eins-Situation mit einer starken Parade. Wir hatten aber auch unsere Gelegenheiten. Tim scheiterte zwei Mal, bevor er in der 81. Minute das 2:2 erzielte. Nach einem Freistoß Pauls stand er goldrichtig und traf per Direktabnahme ins lange Eck. Eine Minute später durften wir uns bei Paul bedanken, weil er zum zweiten Mal das Duell gegen den gegnerischen Stürmer für sich entschied. So ging es mit einem Unentschieden in die letzten Spielminuten, die wir für fünf Zeigerumdrehungen in Unterzahl bestritten. Fin-Louis hatte für ein Foul eine Zeitstrafe bekommen. Nun drückte der Gastgeber auf den dritten Treffer, konnte diesen aber ebenso wenig erzielen, wie wir mit unserer letzten Gelegenheit in der Nachspielzeit.

 

So blieb es beim insgesamt gerechten Ergebnis. Halvestorf war uns körperlich überlegen, während wir spielerisch den reiferen Eindruck hinterließen. Beiden Mannschaften boten sich Chancen auf den dritten Treffer, keine konnte sie letztlich nutzen. Aufgrund des etwas besseren Torverhältnisses bleiben wir in der Tabelle vor unserem heutigen Gegner, mussten aber den Platz an der Sonne abgeben. Forstbachtal ist jetzt mit sechs Siegen aus ebenso vielen Spielen der Branchenprimus. Wir gehen nun in eine dreiwöchige spielfreie Zeit und laufen erst wieder am letzten Herbstferientag auf. Der Termin hat es aber in sich, denn wir dürfen am Sonntagmorgen um 11 Uhr nach Bad Pyrmont reisen.

 

Germania Attacke

5. Punktspiel VfR – 1. JFC AEB Hildesheim 3:1 (2:1)

 

Jährlich grüßt das Murmeltier. Egal in welcher Saison wir in welcher Klasse spielen, ein Jahr ohne ein Aufeinandertreffen zwischen unseren Mannschaften gibt es nicht. Seit gefühlten Jahrzehnten treffen wir entweder in Punktspielen aufeinander, oder aber das Pokallos sorgt dafür, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren. Im Pokal ist ein Aufeinandertreffen noch im Bereich des Möglichen, weil beide Mannschaften noch im Lostopf liegen, in der Meisterschaft haben wir in der Hinsicht schon seit langem Gewissheit. Zum Hinspiel durften wir unseren Hildesheimer Ortsrivalen nun am heimischen Philosophenweg zu einem Spiel zweier Teams aus dem oberen Tabellendrittel begrüßen. Wir als Tabellenführer empfingen den Viertplatzierten. Derby! Spitzenspiel! Fußballherz, was willst du mehr?

 

Wir kamen, im Gegensatz zu den letzten beiden Partien, dieses Mal sehr gut ins Spiel. Vom Anpfiff an nisteten wir uns in der gegnerischen Hälfte ein und ließen AEB nicht zur Entfaltung kommen. Mit unserer ersten Gelegenheit gingen wir auch sofort in Führung. Eine perfekt getimte Ecke Pauls köpfte Finn in der fünften Minute wuchtig, platziert und für den Torhüter unerreichbar ins rechte Toreck. Der frühe Treffer gab uns noch mehr Sicherheit. Nach einer Viertelstunde steckte Jan den Ball zu Tim durch, der mit seinem Abschluss aber am Torhüter scheiterte. In der 23. Minute dribbelte Finn mit ein wenig Glück an drei Abwehrspielern vorbei, umkurvte anschließend den Torhüter und ließ sich auch durch den letzten verbliebenen und der Torlinie entgegen grätschenden Verteidiger nicht am 2:0 hindern. Mit der beruhigenden Führung im Rücken nahmen wir mit zunehmender Spieldauer immer mehr Dominanz aus unserem Spiel, ohne dass AEB damit viel anzufangen wusste. In der 38. Minute änderte sich das. Nach unserer Ecke bekam der gegnerische Kapitän in der Nähe des eigenen Strafraums den Ball und lief einfach mal los. Wir leisteten keinen nennenswerten Widerstand, bis er etwa 20 Meter vor unserem Tor angekommen war und einfach mal abzog. Schwupps, drin war die Kugel. Aus dem Nichts hatte AEB den Anschlusstreffer erzielt und es stand nur noch 2:1. So baut man seinen Gegner auf!

 

Auch wenn bis zur Halbzeit nichts Nennenswertes mehr passierte, hielt dieser Aufbau-Effekt bis in die zweite Hälfte an. AEB war nun aggressiver, schob deutlich weiter nach vorne und nahm wesentlich aktiver am Spielgeschehen teil. Es entwickelte sich ein intensives Spiel ohne die ganz großen Torchancen. Eine Ausnahme war eine tolle Aktion Tims in der 54. Minute. Nachdem er zwei Gegenspieler mit dem Zidane-Trick ins Leere laufen ließ, scheiterte er mit seinem 18-Meter-Schuss leider am Pfosten. Die Aktion ließ auch AEB-Anhänger anerkennend applaudieren. Unsere Gäste vergaben ihre größte Ausgleichschance in der 67. Minute. Die Hereingabe ihres Stürmers nach einem Freistoß flog aber von allen Spielern unberührt ins Toraus. Das war für uns das Zeichen, die Zügel wieder in unsere Hände zu nehmen. In der Folge traten wir dominanter auf, ließen für den Rest des Spiels keinen gegnerischen Abschluss mehr zu und näherten uns langsam wieder dem richtigen Tor an. Tim scheiterte zwei Mal mit seinen Schüssen, bevor Fin-Louis in der 80. Minute für die Vorentscheidung sorgte. Einen Eckball Jans drosch er per Dropkick zum 3:1 unter die Latte. Damit war die Messe gelesen. Wir kontrollierten das Spielgeschehen und unser Gegner hatte sich mit der Niederlage abgefunden. Bis zum Abpfiff passierte nichts mehr.

 

Durch dieses und auch die übrigen Ergebnisse hat sich nach fünf Spieltagen eine verlustpunktfreie Dreiergruppe ein wenig vom Rest der Liga abgesetzt. Am nächsten Wochenende kommt es zum Aufeinandertreffen zweier dieser Mannschaften. Wir treten als Tabellenführer beim zweitplatzierten Team aus Halvestorf an.

 

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Bezirkspokal 2. Runde: VfR – JSG Hameln Land (Landesliga) 2:1 (1:1)

 

Wie schon in der Vorsaison bekamen wir auch dieses Mal in der zweiten Runde einen Landesligisten vor die Nase gesetzt. Unser Gegner aus Hameln ist mit jeweils zwei Siegen und Niederlagen ganz ordentlich in die Spielzeit gestartet und steht derzeit genau in dem Tabellenbereich, in dem er sich am Ende auch zu sehen erhofft: im gesicherten Mittelfeld. Da die Partie wegen der doch ein wenig längeren Anfahrt unserer Gäste um 19:00 Uhr angesetzt war, stand für uns das erste Flutlichtspiel der Saison an. Donnerstag-Abend, Flutlicht und zudem ein starker Gegner, da kam schon ein wenig Europa-League-Stimmung auf ;) Oder so ähnlich. Die Vorfreude in der Mannschaft war jedenfalls greifbar.

 

Von einer längeren Anfahrt war bei unseren Gästen mit dem Anpfiff nicht viel zu sehen. Hameln begann druckvoll, zog sofort das eigene Spiel auf und forderte uns defensiv einiges ab. Wir standen aber recht sicher, bekamen offensiv zunächst allerdings kaum einen Fuß in die Tür. In der achten Minute war der gegnerische Stürmer zum ersten Mal frei durch, scheiterte aber mit seinem Schuss an Paul. Fünf Minuten später bekam Marvin bei unserem ersten Abschluss nicht genug Druck hinter den Ball und köpfte diesen in die Arme des Torhüters. Mit unserer zweiten Offensivaktion gingen wir in Führung. Einen Diagonalpass erlief der gegnerische Abwehrspieler, Tim fasste nach und eroberte clever den Ball, um ihn anschließend aus spitzem Winkel am verdutzten Torwart vorbei mit der Picke in den Winkel zu donnern. Das ließ die ohnehin schon mit viel Zug vorgetragenen Angriffe unserer Gäste in der Folge noch dynamischer wirken. In der 26. Minute belohnte sich Hameln mit dem Ausgleich. Wieder lief der Stürmer nach einem Steilpass frei durch, behielt dieses Mal die Nerven und schob den Ball überlegt an Paul vorbei ins Netz. Drei Minuten später bot sich uns die Chance auf die erneute Führung. Tim setzte sich über die rechte Seite durch und schoss, anstatt in die Mitte zu Leon zu passen, aus einer ungünstigen Position den Torhüter an. Das war unsere letzte Gelegenheit in Halbzeit eins, Hameln hatte noch zwei gute. In der 32. Minute flog ein scharf getretener Freistoß um Zentimeter am einschussbereiten Spieler vorbei, drei Minuten später behielt Paul im 1 gegen 1 die Oberhand gegenüber dem erneut frei vor ihm aufgetauchten Stürmer. Mit einem aus unserer Sicht ein wenig glücklichen 1:1 ging es in die Pause.

 

In der nahmen wir uns vor, unser Spiel deutlich weiter in die gegnerische Hälfte zu verschieben, um zum einen die Abwehr zu entlasten und zum anderen auch leichter zum eigenen Abschluss zu kommen. Das funktionierte zunächst nicht. Hameln drückte uns in die Defensive und generierte sofort zwei gute Gelegenheiten. In der 49. Minute rettete uns der Pfosten, drei Minuten später zielte unser Gast mit einem Kopfball einen halben Meter zu hoch. Nach einer knappen Stunde traten wir dann offensiv mal wieder in Erscheinung. Tim flankte von der rechten Seite scharf vor das Tor, wo der Torhüter den Ball bei seinem Fangversuch wieder aus den Händen fallen ließ und Leon sich geschickt den Ball sicherte. Mit dem Tor, dem Torwart und seinem Gegenspieler im Rücken griff Leon in die Trickkiste und beförderte den Ball mit der Hacke zum 2:1 in die lange und ungeschützte Ecke. Der Treffer lähmte unseren Gast spürbar, während er uns sichtbar Auftrieb gab. Zwei Minuten nach der Führung hätte Leon diese weiter ausbauen können, doch sein Schuss nach einem Tim-Pass flog knapp über das Gehäuse. In der 66. Minute verweigerte uns der Schiedsrichter die nächste hundertprozentige Gelegenheit, indem er sich nach einem klaren Foul an Finn nicht zu einem fälligen Elfmeterpfiff durchringen konnte. Nachdem Leon in der 75. Minute einen Freistoß Pauls eine Handbreit über den Querbalken drosch und damit die endgültige Entscheidung vertagte, bekam unser Gast zusehends Auftrieb und das Spiel eine Prise Hektik. Hameln wollte den Ausgleich erzwingen und wir suchten die finale Konterchance, bekamen sie aber nicht. Auf der Gegenseite, also in unserer Hälfte, bot sich dem Landesligisten noch zwei Mal die Chance, das Elfmeterschießen zu erreichen. Paul bewahrte uns in der 88. Minute mit seiner nächsten starken Parade vor dem Ausgleich und wäre in der Nachspielzeit geschlagen gewesen, wenn der Stürmer etwas genauer gezielt hätte. So rauschte der Ball um Zentimeter am Tor vorbei und wir zwei Minuten später in die nächste Runde.

 

Nach einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zogen wir mit einer kämpferisch vorbildlichen Leistung gegen einen starken Gegner in die nächste Runde ein. Hameln hatte mehr und auch bessere Torchancen als wir, nutzte diese aber nicht gut. Wir waren in der Hinsicht wesentlich effektiver und stehen damit ein wenig glücklich, aber nicht völlig unverdient in der dritten Runde.

 

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4. Punktspiel BW Salzhemmendorf – VfR 0:9 (0:4)

 

Was soll ich zu diesem Spiel großartig schreiben? Das Ergebnis spricht für sich. Wir waren in allen Belangen turmhoch überlegen, erspielten uns noch wesentlich mehr Gelegenheiten als die neun, die wir in Tore ummünzen konnten und fuhren mit dem nächsten Dreier im Gepäck wieder nach Hause. Damit es aber doch ein wenig zu lesen gibt, werde ich dieser kurzen Zusammenfassung noch einige Zeilen hinzufügen.

 

Parallel zu unserem Spiel fand die Herren-Bezirksliga-Paarung zwischen der Heimmannschaft und der Vertretung des FSV Sarstedt statt. Während sich die alten Männer auf dem A-Platz tummelten, durften wir auf dem B-Platz auflaufen und fanden schon beim Aufwärmen heraus, dass er seinen Namen zu Recht trug. Etliche rasenlose Stellen, viele Hügel und unzählige kleinere Unebenheiten verleiteten den einen oder anderen Zuschauer zu einem Vergleich mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche mit fünf Buchstaben (Acker). Unserem Vorhaben, uns mit möglichst vielen Pässen dem gegnerischen Tor zu nähern, stand dieser Umstand für gute zwanzig Minuten nicht unerheblich im Weg. So lange dauerte es, bis wir in Führung gingen. Bis dahin hatten Leon, Finn und Fin-Louis bereits drei gute Chancen liegen gelassen. In der 23. Minute waren die Hügel aber völlig egal. Jan zirkelte einen Eckball direkt auf Leon, der die Kugel sehenswert und volley in den Winkel beförderte. Das war der Startschuss zu einer „Alle-fünf-Minuten-ein-Treffer“-Serie, die wir mit dem 1:0 starteten. Beim zweiten Treffer harmonierten Jan und Leon in bewährter Manier wieder vorzüglich miteinander. Dieses Mal schoss Leon nach einem Freistoß Jans unter Zuhilfenahme des Innenpfostens seinen zweiten Treffer. Einen lupenreinen Hattrick verzeichnete Leon in der 33. Minute. Finns Abschluss nach einem erneuten Jan-Freistoß ließ der Torhüter nach vorne abklatschen. Dort lauerte Leon und schob den Ball problemlos über die Linie. Weitere fünf Minuten später legte Leon den Ball auf Tim quer, der noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und überlegt ins lange Eck einschob. Zwei Hundertprozentige vergaben Tim und Jan in der 45. Minute, dann pfiff der Schiedsrichter die völlig einseitige Halbzeit ab.

 

Die zweiten 45. Minuten unterschieden sich von den ersten nur dadurch, dass sich das komplette Spielgeschehen nun in der anderen Platzhälfte abspielte. Auf die Gefahr hin, dass ich damit einen vielleicht erhofften Spannungsbogen bereits im Keim ersticke, nehme ich es schon einmal vorweg: Auch in dieser Halbzeit schoss der Gastgeber nicht einmal auf unser Tor. Die gegnerischen „Angreifer“, die eigentlich eher als vorderste Verteidiger zu bezeichnen waren, wurden ebenso schnell wie lautstark zurückgerufen, sobald sie einen Fuß über die Mittellinie setzten. So tummelten sich permanent 21 Spieler in einer Hälfte. Einer davon war Corvin, der die Enge nutzte, um sich in der 49. Minute vom Torhüter ans Schienbein schießen zu lassen und Sekundenbruchteile später das fünfte Tor zu bejubeln. Fünf Minuten später scheiterte Corvin dann am Pfosten, bevor er in der 61. Minute auf Jan ablegte, der mit einem strammen Schuss aus 20 Metern das halbe Dutzend Tore vollmachte. Finn mit dem linken Fuß von der Strafraumgrenze (67. Minute), Corvin mit einem Abstauber nach dem nächsten Jan-Freistoß (82.) sowie Leon aus 50 Zentimetern nach einer Ecke (87.) schraubten das Ergebnis in die unmittelbare Nähe der Zweistelligkeit. Nach 89. Minuten pfiff der Schiedsrichter die einseitige Partie eine Minute zu früh ab. Das störte aber niemanden.

 

Nach vier recht deutlichen Punktspielsiegen warten in den nächsten beiden Wochen drei größere Herausforderungen auf uns. Zum Auftakt reist zur zweiten Runde des Bezirkspokals am Donnerstag um 19:00 Uhr mit der JSG Hameln-Land eine Vertretung aus der Landesliga an den Philosophenweg. Danach empfangen wir am kommenden Samstag um 14:30 Uhr den Landesliga-Absteiger des JFC AEB, bevor wir eine Woche später beim Tabellenzweiten aus Halvestorf (das liegt bei Hameln) unsere Visitenkarte abgeben.

 

Germania Attacke

3. Punktspiel VfR – JFC Kaspel 13:0 (5:0)

 

Das Ergebnis drückt unsere Überlegenheit sehr treffend aus. Kaspel schoss im Verlaufe der Partie kein einziges Mal nennenswert auf unser Tor und wir nutzten etwa die Hälfte unserer herausgespielten Gelegenheiten. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass sich zehn Spieler in die Torschützenliste eintrugen und wir dieses Mal auf kein Eigentor angewiesen waren:

 

Torschützen:

1:0 Daniel K. (6. Minute)

2:0 Jan H. (11.)

3:0 Leon (24.)

4:0 Leon (35.)

5:0 Tim (36.)

6:0 Finn K. (46.)

7:0 Paul E. (48.)

8:0 Corvin (53.)

9:0 Leon (63.)

10:0 Leon (66.)

11:0 Fin-Louis (11-Meter; 69.)

12:0 Daniel S. (84.)

13:0 Lennert (86.)

 

Germania Attacke

2. Punktspiel SV 06 Holzminden – VfR 2:5 (1:2)

 

Wieder einmal durften wir uns auf die Reise nach Holzminden machen. In unserer ersten Bezirksliga-Saison trafen wir drei Mal auf die Jungs aus dem Weserbergland. Die beiden Punktspiele gingen gegen den damaligen Ligaprimus knapp verloren, im Pokal setzten wir uns im Elfmeterschießen durch. Auch in der letzten Spielzeit trafen wir auf unserem Weg zum Pokalsieg aufeinander. In der zweiten Runde gewannen wir recht souverän mit 2:0. Vor dieser Partie stand es in den direkten Duellen also unentschieden, wobei wir noch kein einziges Punktspiel siegreich gestalten konnten. Das galt es zu ändern.

 

Mit einem zum frühen Zeitpunkt der Saison ungewöhnlich stark zusammengeschrumpften Kader traten wir die gut einstündige Fahrt in die selbsternannte Stadt der Düfte an. Durch die vielen Absagen mussten wir die Mannschaft auf mehreren Positionen umstellen. Das spürte man dann auch vom Anpfiff an. Wir kamen sehr schleppend in die Partie und gestatteten Holzminden mehr Spielanteile als geplant. So verzeichnete unser Gegner nach einer sehenswerten Direktabnahme aus 16 Metern, die gut hörbar an der Querlatte landete, die erste Chance des Spiels. Wir egalisierten das Chancenverhältnis drei Minuten später. Jan lupfte den Ball auf Tim, der diesen mit der Brust annahm und dann knapp über das Tor schoss. In der 17. Minuten fiel der erste Treffer. Wir konnten einen Ball in der Abwehr nicht klären, ein Holzmindener Spieler ging dazwischen und wurde anschließend von Max im Strafraum gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte der gegnerische Stürmer sicher ins rechte Eck. Nur eine Minute später glichen wir aus. Daniel flankte in den 16er, Leon touchierte den Ball leicht mit dem Rücken und irritierte damit den Holzmindener Abwehrspieler, der in bester Stürmermanier aus fünf Metern ins eigene Netz einschoss. Zur Ehrenrettung sei erwähnt, dass hinter dem Spieler Tim einschussbereit lauerte und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch getroffen hätte. Danach waren klare Chancen erst einmal Mangelware. Jan, Christian, Finn (2) und Tim hatten zwar noch einige Torschüsse zu verzeichnen, doch wirklich zwingend war davon keiner. In der 44. Minute gingen wir doch noch in Führung, auch wenn wir gar nicht aufs Tor schossen. Jan flankte einen Freistoß in den Strafraum, wo der Torschütze unseres ersten Treffers erneut sehr unglücklich agierte. Mit dem Hinterkopf verlängerte er den Ball über den eigenen Torhüter hinweg zum zweiten Mal ins eigene Netz. Wir führten also allemal kurios mit 2:1, denn wir schossen kein Tor selbst.

 

Das wollten wir in der zweiten Halbzeit natürlich ändern und begannen vom Anpfiff an bärenstark. Einen Angriff „wie aus einem Guss“ mit mehreren Doppelpässen über die linke Seite krönte Leon nach einem Zuspiel Finns mit einer unhaltbaren Direktabnahme. Das frühe 3:1 spielte uns komplett in die Karten. Wir agierten in der Folge sehr souverän und verpassten es lediglich, den Sack mit dem vierten Treffer zuzubinden. Die größte Gelegenheit in dieser Phase vergab Finn mit einem Schuss gegen die Latte. Völlig unerwartet wurde die Partie in der 57. Minute wieder spannend. Wir verloren den Ball im Spielaufbau, wurden klassisch ausgekontert und kassierten durch den gegnerischen Stürmer unseren zweiten Gegentreffer. Nach einigen Minuten des Schüttelns nahmen wir die Regiefäden aber wieder in die Hand. In der 62. Minute parierte der Torhüter einen Schuss Finns ins lange Eck stark, eine Minute später knallte Christian die Kugel ans Gebälk und wiederum eine Zeigerumdrehung später schossen wir das vierte Tor. Leon wurde vom Torhüter im Strafraum von den Beinen geholt und Marvin schoss den fälligen Elfmeter im Nachschuss in die Maschen. Damit war das Spiel im Prinzip entschieden. Holzminden kam nun nicht mehr wirklich gefährlich vor unser Tor und hatte lediglich noch einen Abschluss, der allerdings deutlich am Tor vorbeiging. Wir hatten da die wesentlich besseren Gelegenheiten auf Lager, doch jeweils zwei Mal scheiterten sowohl Leon als auch Finn an ihrer Ungenauigkeit. In der Nachspielzeit gelang uns aber doch noch der fünfte Treffer. Finn setzte sich über die rechte Seite durch und passte insgesamt drei (!) Mal in die Mitte, weil er nach zwei misslungenen Abschlüssen immer wieder an den Ball kam. Zunächst scheiterten Lennert und Mahmoud, bevor Tim mit dem letzten Torschuss des Spiels den Endstand erzielte.

 

Obwohl wir über das gesamte Spiel hinweg nicht wirklich gut spielten, holten wir völlig verdient den zweiten Dreier der Saison. Gegen einen sehr defensiv eingestellten Gegner erspielten wir uns immer wieder gute Torchancen, nutzten am Ende fünf davon zu Treffern und gewannen endlich einmal ein Punktspiel gegen Holzminden. Am kommenden Samstag geht es weiter mit der Punktejagd. Um 14:30 Uhr empfangen wir die Jungs vom JFC Kaspel.

 

Germania Attacke

1. Punktspiel VfR – JFV Süd 5:0 (3:0)

 

Nun sind wir also in der letzten Jugendklasse angekommen, bevor die Jungs in den Herrenbereich wechseln müssen. Für die meisten in der Mannschaft sind somit die letzten beiden Jahre Jugendfußball angebrochen, für einige wenige sogar das letzte Jahr. Und zur Belohnung dürfen wir wieder häufiger im Hildesheimer Umland spielen. Sehr schön. Zum ersten Punktspiel der Saison traten wir zu Hause an und begrüßten den JFV Süd am Philosophenweg. Mit der Mannschaft, gegen die wir schon etliche Male spielten, hatte unser Gast aber nicht mehr so viel gemeinsam, denn etliche Spieler aus dem 2000er Jahrgang verstärkten die 2001er, die wir wesentlich besser kannten. Deshalb wussten wir auch nicht, wie wir die Truppe einschätzen sollten.

 

Ein verhaltener Beginn auf beiden Seiten war das Ergebnis dieser Ungewissheit. Eine erste Annäherung verzeichneten wir, als Tim den Ball auf Leon querlegte, diesem aber das Spielgerät bei der Annahme versprang. In der 15 Minute bot sich Finn im Anschluss an eine Ecke eine sehr gute Gelegenheit, jedoch missriet sein Kopfball aus fünf Metern ziemlich und wurde so zu einer leichten Beute für den Torhüter. Zehn Minuten später gingen wir in Führung. Daniel setzte sich über rechts nach einem Spielzug, den wir einen Tag vorher einstudiert hatten, durch, flankte flach in die Mitte und hatte dabei etwas Glück, dass der Ball noch leicht abgefälscht wurde. So rutschte er an sämtlichen Abwehrspielern und dem Torwart vorbei direkt zu Jan, der aus zwei Metern nur noch den Fuß hinhalten musste. Aus der anschließend vom Schiedsrichter angeordneten Trinkpause kamen wir hellwach und schraubten innerhalb von zwei Minuten unsere Führung in eine beruhigende Höhe. Jan zirkelte in der 32. Minute einen Freistoß von der Seitenlinie sehenswert zum 2:0 ins lange Eck und zwei Zeigerumdrehungen später erhöhte Finn auf 3:0. Dabei steckte er den Ball zunächst sehenswert auf Tim durch, der mit seinem Schuss am Torwart scheiterte. Von diesem prallte die Kugel direkt vor die Füße Finns, der nicht lange zögerte und zum dritten Treffer einschob. Bis auf eine Gelegenheit Tims, der kurz vor der Halbzeit knapp verzog, gab es bis zum Pausenpfiff keine weiteren Chancen.

 

In der gesamten zweiten Hälfte tat sich nicht sehr viel. Wir hatten das Spiel nahezu komplett im Griff und gestatteten unserem Gegner bis auf eine Situation kurz vor Spielschluss nicht eine einzige nennenswerte Torchance. Selbst erspielten wir uns drei Gelegenheiten, von denen wir zwei zu weiteren Treffern nutzten. Nach einer knappen Stunde setzte sich Finn über die linke Seite energisch durch und passte den Ball in die Mitte. Dort fand er aber niemanden aus den eigenen Reihen, sondern einen gegnerischen Abwehrspieler, der dem Torhüter mit seinem Rettungsversuch keinerlei Chance gab und zu unserem vierten Treffer einnetzte. In der 71. Minute traf Leon zum 5:0. Einen Abstoß Pauls verlängerte Jacob mit dem Kopf in den Lauf Leons, der sich im Laufduell mit seinem Gegenspieler durchsetzen konnte und den Ball über den heraus eilenden Torhüter hinweg ins Gehäuse hob. Unsere dritte Gelegenheit vergab Tim, nachdem er sich zunächst gegen einen ihn festhaltenden Gegenspieler durchsetzen konnte, danach den letzten Verteidiger mit einem Zidane-Trick überspielte und anschließend leider mit seinem Heber einen Meter zu hoch zielte. Die letzte Chance des Spiels hatte unser Gegner drei Minuten vor dem Abpfiff. Der Angreifer setzte sich gegen Fin-Louis durch und zielte dann mit seinem Schuss ein wenig zu genau, so dass der Ball vom Pfosten zurück in Pauls Arme prallte.

 

Das war ein sehr ordentlicher Einstieg in die Punktspielrunde. Nachdem wir erst einmal in Führung gegangen waren, geriet unser Sieg zu keiner Phase des Spiels in Gefahr. Wir nutzten unsere Gelegenheiten clever und ließen in unserer Abwehr kaum etwas zu. Auf diese Leistung kann man aufbauen.

 

Germania Attacke

Bezirkspokal 1. Runde: VfV Borussia 06 (Bezirksliga) – VfR  1:3 (0:1)

 

Zwei Jahre waren wir quasi komplett raus aus dem Hildesheimer Einzugsgebiet. In der Landesliga vor zwei Spielzeiten und der Stippvisite in der Bezirksliga 2 im vergangenen Jahr kreuzten wir zum überwiegenden Teil die Klingen mit Mannschaften aus dem hannoverschen Raum. Das wird sich in dieser Spielzeit ändern, denn wir sind in die Bezirksliga 3 und somit in das geographische Dreieck der „drei H’s“ (Hildesheim-Holzminden-Hameln) zurückgekehrt. Eine Ausnahme bildete schon immer der Pokal. Unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit wird dort in den ersten Runden der Fokus nach Möglichkeit auf eine kurze Anreise gelegt. So war es in der Vergangenheit und so ist es auch in dieser Saison. Wir durften einmal über den Zaun springen, um bei unserem Ligakonkurrenten und Nachbarn des VfV Borussia 06 unsere Visitenkarte abzugeben.

 

Nach einer urlaubsbedingt durchwachsenen Vorbereitung mit überschaubarer Teilnehmerzahl beim Training konnten wir die Generalprobe gegen die Landesliga-Vertretung des SV Alfeld siegreich gestalten. Nach sehr starken 30 Minuten und einer komfortablen 3:0-Führung im Rücken schalteten wir mehrere Gänge zurück und gewannen schließlich verdient mit 4:1. Da auch die Jungs vom VfV gegen Alfeld antraten und ihrerseits einen 3:2-Sieg einfahren konnten, schätzten wir die Chancen auf ein Weiterkommen für beide Teams annähernd gleich ein.

 

So begann dann auch das Spiel: auf Augenhöhe. Knappe 10 Minuten tat sich nahezu nichts, bevor wir zwei Fehler in den Spielaufbau einbauten und unser Gegner prompt zu den ersten beiden Abschlüssen kam. Den ersten hielt Paul, den zweiten verzog der Stürmer. Danach neutralisierten sich beide Mannschaften wieder. Erst in der 26. Minute durften wir unsererseits einmal von aufkeimender Gefahr sprechen. Leon setzte sich auf der rechten Seite durch und passte scharf in die Mitte. Dort kam Tim um einen Wimpernschlag zu spät und der Ball rauschte durch den Strafraum ins Seitenaus. Nach einer halben Stunde bot sich nach einem Doppelpass zwischen Jan und Leon zunächst Jan und im Nachschuss auch noch Tim die Möglichkeit eines Torschusses, doch beide kamen nicht durch die massive Deckung der jungen Borussen hindurch. Das änderte sich drei Minuten später. Finn legte den Ball auf der rechten Seite zu Jan zurück, der noch ein paar Meter lief und dabei mit einigen Hüft-Wacklern seinen Gegenspieler auf das falsche Bein stellte, um dann die Kugel unhaltbar aus 18 Metern ins lange Eck zu zirkeln. Nachdem Tim ein paar Minuten später noch zwei Gelegenheiten vergab, ging es mit der knappsten aller Führungen in die Pause.

 

In der nahmen wir uns vor, die überschaubaren ersten 30 Minuten zu vergessen und an die deutlich bessere letzte Viertelstunde anzuknüpfen. Eine Minute lang klappte das super. In der griffen wir über links an, passten in Person von Jan in die Mitte, wo Tim die Kugel knapp über den Kasten drosch. Nur eine Minute später rettete Paul uns die Führung, indem er den ersten gefährlichen Abschluss der VfVer seit längerer Zeit gut parierte. In der 55. Minute mussten wir unsere Führung eigentlich ausbauen. Nach einem Torwartfehler kam Leon am Fünfmeterraum an den Ball, wartete mit seinem Abspiel in die Mitte aber so lange, dass ein Abwehrspieler klären konnte. Den nächsten Fehler nutzten wir dann besser. Einen eigenen Einwurf nahm der Torwart mit den Händen auf, so dass der Schiedsrichter auf indirekten Freistoß für uns entscheiden musste. Jan passte diesen auf den einlaufenden Tim, der den Ball im langen Eck versenkte. Fünf Minuten später erzielte unser Gegner den Anschlusstreffer. Wir verloren den Ball im Angriff und die VfVer starteten einen sehenswerten Konter, an dessen Ende der Stürmer Paul mit einem platzierten Schuss überwinden konnte. In der 79. Minute stellten wir den alten Abstand wieder her. Nachdem wir während des Angriffs schon mehrfach aufs Tor hätten schießen können, gelangte am Ende Corvin an den Ball, nahm Maß und versenkte das Spielgerät zum 3:1 im langen Eck. Damit stand das Endergebnis fest, weil sowohl der VfV in der 87.Minute als auch wir in der Nachspielzeit die letzten Chancen des Spiels vergaben.

 

Damit stehen wir in der zweiten Runde des Bezirkspokals, in dem wir nach dem Titelgewinn in der vergangenen Saison seit über einem Jahr ungeschlagen sind. Da sich die Spiele der ersten Runde über knapp zwei Wochen hinziehen, steht unser nächster Gegner noch nicht fest. Das gilt selbstverständlich nicht für den Ligabetrieb. Dort treffen wir zur Saisoneröffnung am Samstag um 14:30 Uhr in der heimischen Fritz-Ziesener-Arena auf den JFV Süd.

 

Germania Attacke

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