VfR Germania Ochtersum v. 1924 e.V.
VfR Germania Ochtersum v. 1924 e.V.

Spielberichte der Saison 19/20

2. Punktspiel TUS Sudweyhe – VfR 2:2 (2:1)

 

Mit rund 150 Kilometern Entfernung zwischen unseren beiden Sportstätten standen wir an diesem Spieltag vor der weitesten Anreise zu einem Punktspiel aller Zeiten. Also zumindest was unsere Mannschaft betrifft und wahrscheinlich auch, was den Verein betrifft. Jedenfalls haben umfangreiche Recherchen unter Vereins-Granden kein Dementi dieser These ergeben. So konnten wir an dem Wochenende der Vereinsfeier zum 95-jährigen Bestehen eine nette Randnotiz beisteuern.

 

Der Entfernung und vor allem der Tatsache geschuldet, dass sich unsere Wege noch nie kreuzten, mussten wir eingestehen, dass wir außer den erzielten Ergebnissen absolut nichts vom TUS wussten. Umgekehrt galt das übrigens genauso. Also stellten wir uns anhand von Vermutungen auf unseren Gastgeber ein und agierten zunächst abwartend. Da der TUS sich ähnlich verhielt, ergaben sich Gelegenheiten in der Anfangsphase nur durch individuelle Fehler. Die machten in der ersten Viertelstunde nahezu ausschließlich wir. Max sprang unter dem Ball durch, der Sudweyher Spieler schoss, Torben hielt. In der neunten Minute war der Klärungsversuch einer gegnerischen Ecke dermaßen erbärmlich, dass uns der Assist zu einem wunderschönen Treffer gutgeschrieben werden muss. Aus etwa 16 Metern nahm der Spieler unsere Vorlage direkt und nagelte den Ball unhaltbar in den linken oberen Winkel. Mit dem Rückstand im Nacken fingen wir nun auch einmal an, uns die ersten Gelegenheiten zu erspielen. In der 13. Minute wurde Tims Schuss zu Ecke abgewehrt, die Paul im Anschluss auf Marvin zirkelte. Sein Kopfball strich knapp am Pfosten vorbei. Weitere zwei Minuten später jagte Tim eine Flanke Daniels deutlich über das Gehäuse. 60 Sekunden danach lagen wir mit 0:2 hinten. Nach einem Solo des gegnerischen Spielers und einem erneut schwachen Zweikampfverhalten mehrerer Abwehrspieler kam der Spieler aus etwa 18 Metern zum Schuss. Diesen fälschten wir dann so unglücklich ab, dass er als Bogenlampe über Torben hinwegflog und erneut unerreichbar im Netz einschlug. Damit hatten wir uns zusätzlich zu den ohnehin schon schwierigen klimatischen Bedingungen, die Sonne schien bei Temperaturen locker über dreißig Grad erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel, eine weitere Herausforderung geschaffen. Der nahmen wir uns an. Paul zirkelte einen Freistoß auf Wael, der freistehend acht Meter vor dem Tor mit dem Ball aber nichts anfangen konnte und an diesem vorbeitrat. In der 24. Minute setzte Max sich auf der linken Seite durch. Seine butterweiche Flanke auf Daniel konnte der Torhüter gerade noch mit den Fingerspitzen aus der Gefahrenzone bugsieren. Zwei Minuten später wurden wir für unsere Bemühungen mit dem Anschlusstreffer belohnt. Finn setzte sich über die linke Seite durch und passte den Ball auf Leo zurück. Der stand so frei im Strafraum, dass er den Ball sogar noch annehmen konnte, bevor er ihn überlegt in den rechten oberen Torwinkel schlenzte. Direkt im Gegenzug erhielt der TUS durch den nächsten haarsträubenden Fehler umgehend die Möglichkeit, den Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen, doch der Stürmer zielte knapp am linken Pfosten vorbei. Nun beruhigte sich das Spiel und nennenswerte Gelegenheiten wurden die Ausnahme. Lediglich Finn bot sich drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff auf Vorlage Tims noch eine Chance, doch sein Schuss ging ebenfalls links am Kasten vorbei.

 

In der Pause war uns klar, dass wir in jedem Fall noch etwas Zählbares aus dem Süden Bremens mitnehmen würden, wenn wir unsere vielen Defensivfehler abstellten und offensiv so weiterspielten wie bisher. Die erste 100%ige Gelegenheit auf den Ausgleich bot sich uns schon in der 50. Minute. Tim spekulierte nach einem Rückpass auf den Torhüter genau richtig und erlief den von diesem gespielten Querpass. Im Fallen bugsierte er den Ball gegen den Pfosten, von wo aus er Corvin vor die Füße fiel. Aus drei Metern Entfernung und dem quasi leeren Tor vor sich, schoss er genau auf den von der Seite vor den Kasten fliegenden Torhüter. Das musste der Ausgleich sein. Zum Glück ließen wir uns von diesem Fehlschuss nicht entmutigen, sondern spielten weiter nach unserem Plan. Da es uns tatsächlich gelang, die Abwehr zu stabilisieren, kam Sudweyhe im Verlauf der zweiten 45 Minuten nur noch zu einer nennenswerten Torchance, die der Stürmer nach einem Freistoß aber deutlich verzog. Wir erspielten uns immer wieder mal aussichtsreiche Gelegenheiten, ohne diese zunächst zu nutzen. Daniel verzog nach einem Doppelpass mit Tim nur um Zentimeter und dessen Abschluss wenige Minuten später wurde vom Torhüter gehalten. In der 81. Minute bot sich uns dann einmal etwas mehr Platz. Torben fing eine Flanke ab und schlug den Ball zu Finn. Der ließ den ersten und zweiten Gegenspieler ins Leere laufen und näherte sich über rechts dem Strafraum. Dort narrte Finn auch den letzten Abwehrspieler und passte anschließend zu Tim, dessen Direktabnahme unhaltbar zum Ausgleich im Netz einschlug. Mit etwa zehn Minuten Spielzeit auf der Uhr bemühten wir uns dann darum, dass Spiel endgültig zu drehen. Und in der 90. Minute sowie der Nachspielzeit hatten wir zwei gute Gelegenheiten, den Siegtreffer zu erzielen. Erst nagelte Tim den Ball nach einem kurzen Schlenker ins kurze Eck, aus dem der starke Torhüter das Spielgerät zur Ecke abwehren konnte. Diese wurde von Paul in den Strafraum gegeben, wo Marvin um Zentimeter am Pfosten vorbeiköpfte. Dann pfiff der sehr gute Schiedsrichter die faire Partie ab.

 

Auf Grund des frühen Rückstandes müssen wir am Ende mit dem Punkt zufrieden sein. Hätten wir zu Beginn des Spiels in der Abwehr so gespielt wie die gesamte zweite Hälfte, wäre hier mehr drin gewesen. Sudweyhe kam eigentlich nur dann zu Chancen, wenn wir sie ihnen vorlegten. An die zweite Halbzeit sollten wir deshalb im nächsten Spiel anknüpfen. Das findet am nächsten Sonntag erneut auswärts statt. Um 11 Uhr treffen wir in Langenhagen auf die JSG Engelbostel/Stelingen.

 

Germania Attacke

1. Punktspiel VfR – 1. FC Wunstorf 6:1 (4:0)

 

Nun dürfen wir in unserem letzten Jugendjahr also doch noch eine Saison in der Landesliga spielen. Nachdem wir in der letzten Spielzeit als Tabellenzweiter über die Ziellinie liefen, wurden wir in der Woche nach dem finalen Spiel gefragt, ob wir eine Liga aufsteigen möchten, da der eigentlich dazu qualifizierte Meister aus Halvestorf/Herkendorf verzichtete. Wir mussten nicht lange überlegen und sagten nach einer wirklich kurzen Bedenkzeit mit Freuden zu. Schließlich durften wir schon einmal Landesligaluft schnuppern und haben aus der Spielzeit noch eine Rechnung offen. Vor drei Jahren stiegen wir als komplett jüngerer Jahrgang abgeschlagen als Vorletzter sofort wieder ab, traten trotz der oftmals deprimierenden Ergebnisse aber mit einem deutlich gestiegenen Erfahrungsschatz von der Bühne. Von diesem profitieren wir noch heute und wollen mal schauen, ob er uns als nun älterer Jahrgang bei unserer zweiten (und letzten) Landesliga-Saison helfen wird...

 

Zum Auftakt hieß der Gegner, wie schon vor drei Jahren, 1. FC Wunstorf, dieses Mal waren wir allerdings der Gastgeber. Vom Anpfiff an zeigte sich sehr deutlich, wie sich das Spiel in der ersten Halbzeit entwickeln sollte: Wir hatten permanent den Ball und Wunstorf stand nahezu komplett in der eigenen Hälfte. Die Folge waren zunächst wenige Gelegenheiten, dafür aber umso mehr Standardsituationen. In der siebten Minute zirkelte Paul eine Ecke genau auf den Schädel Marvins, der mit seinem Kopfball einige Zentimeter links am Kasten vorbeizielte. Knappe zehn Minuten und gefühlte fünf Standards später bekamen wir die nächste Ecke zugesprochen. Wieder gab Paul diese in den Strafraum, dieses Mal allerdings sehr verunglückt. Halbhoch und mehrfach aufsetzend hoppelte der Ball an allen Spielern vorbei, bis er zu Marvin gelangte, der das Spielgerät aus der Drehung zu unserer Führung unhaltbar unter die Latte drosch. Zwei Minuten später rauschte Tims ziemlich missratener Versuch eines Fallrückziehers mehrere Meter am Pfosten vorbei, bevor wir weitere fünf Minuten danach unseren zweiten Treffer erzielten. In der 23. Minute wagten sich die Wunstorfer zum ersten Mal an unseren Strafraum und wurden durch ihren zögerlichen Versuch bitter bestraft. Anstatt irgendwann einmal aufs Tor zu schießen verzettelten sich die gegnerischen Stürmer, so dass Daniel an den Ball kam und diesen lehrbuchhaft auf den startenden Wael passte. Mit einem Gegner im Nacken gewann Wael das Laufduell durch die gegnerische Hälfte und nagelte den Ball überlegt am herausstürmenden Torhüter vorbei unter die Latte. Drei Minuten später war das Spiel entschieden. Tim passte den Ball überlegt zu Leo, der sofort abzog und den Torhüter aus 12 Metern zum 3:0 tunnelte. Unser Gegner ließ nun die Köpfe komplett hängen, wodurch wir das Ergebnis bis zum Halbzeitpfiff in noch deutlichere Höhen hätten schrauben müssen. Weil Finn nach seinem Solo aber links vorbeizielte und Daniel unsere größte Chance, er scheiterte nach einem Tim-Solo und dem leeren Tor vor sich am von der Seite hereingrätschenden Abwehrspieler, kläglich vergab, dauerte es mit unserem vierten Treffer bis zur 42. Minute. Paul scheiterte mit seinem Schuss am Torhüter, der den Ball bei seiner Parade direkt vor Waels Füße abwehrte und damit den Einschlag ins Netz nur um Sekundenbruchteile verzögerte. Wael jedenfalls zielte genauer als unser Kapitän und erzielte seinen zweiten Treffer.

 

In der Pause herrschte in der Kabine eine merkwürdige Stimmung. Wir kamen bei weitem nicht an unsere sehr gute Leistung aus dem Pokalspiel vor einer Woche heran, hatten unseren Gegner aber trotzdem komplett im Griff und führten völlig verdient. Trotzdem waren die Jungs eher unzufrieden, weil wir aus unserer Überlegenheit viel zu wenig machten. Das zu ändern war also das erklärte Ziel für die zweiten 45 Minuten. Nach einer halben Minute schienen wir dabei auf einem guten Weg, doch dieses Spiel zeigte, dass ein Tor einem Spiel nicht immer gut tut. Mit unserem fünften Treffer, Tim veredelte eine Kopfball-Vorlage (!) Marvins frei vor dem Tor mit einem Heber über den Keeper, zogen wir dem Spiel endgültig den Stecker. Der Rest der Halbzeit, also immerhin 44,5 Minuten, wurden zusehends langweiliger. Wir wollten angesichts der hohen Temperatur und unserer genauso hohen Führung nicht mehr tun, Wunstorf konnte nicht. Also dümpelte die Partie, unterbrochen von wenigen Gelegenheiten so vor sich hin. Finn köpfte dem Torhüter in die Arme, Marvins Versuch wurde von der Linie gekratzt und Daniel bewahrte uns mit seiner Aktion nach der besten Chance unserer Gäste vor einem Gegentreffer. Erst in der 66. Minute initiierten wir wieder einen sehenswerten Angriff. Über die rechte Seite kombinierten wir uns über das Spielfeld, an dessen Ende Leo und Daniel einen Doppelpass spielten und Letzterer den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. Von diesem Lehrbuchangriff einmal abgesehen, diente die Szene vor unserem Gegentreffer eher als Beispiel für unsere Leistung in der zweiten Halbzeit. Bei einem langen Pass auf den Stürmer liefen sich in der 74. Minute Horan und Marvin beim Versuch der Klärung über den Haufen, so dass der gegnerische Angreifer freistehend vor Torben auftauchte und den Ball überlegt zum Ehrentreffer versenkte. Weil Finn kurz vor dem Ende des Spiels die beiden letzten Gelegenheiten vergab, blieb es bei einem halben Dutzend Toren unsererseits.

 

Unser zweiter Versuch in der Landesliga begann damit sehr vielversprechend. Ohne überragend gespielt zu haben, gewannen wir souverän und schrieben unserem Konto die ersten drei Punkte gut. Mal schauen, wie es im zweiten Spiel weitergeht. Da kommt neben einem uns völlig unbekannten Gegner noch die weiteste Anreise der Saison als erschwerender Punkt hinzu. Wir treten nämlich am Samstag um 12 Uhr beim TuS Sudweyhe vor den Toren Bremens zu unserem ersten Auswärtsspiel an.

 

Germania Attacke

Bezirkspokal 1. Runde 1. JFC AEB (Bezirksliga) – VfR 0:7 (0:3)

 

Es bleibt auch in unserer letzten Jugendsaison alles so, wie wir es seit Jahren kennen: Keine Spielzeit ohne ein Treffen gegen die Jungs von AEB. In der Liga sind wir nun getrennt, also muss der Pokal dafür sorgen, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren. Allerdings trafen wir dieses Mal auf einen Gegner, gegen den wir noch nicht so häufig spielen durften. Während wir am letzten Spieltag der Vorsaison die Jungs von Jens Lange in ihrem letzten Jugendspiel begleiteten, war dieses Mal ein gänzlich anderes Team unser Gegner. In einem beeindruckenden Endspurt machte die junge AEB-Truppe noch als B-Jugend den Aufstieg in die Niedersachsenliga perfekt. Auch in dieser Saison sind die Ziele der nun als A-Jugend auflaufenden Mannschaft hoch gesteckt. Nicht weniger als der Aufstieg in die Landesliga wurde sich auf die Fahnen geschrieben. Wir rechneten deshalb mit einem sehr ambitionierten Gegner, der den Pokalwettbewerb mit Sicherheit nicht herschenken wollte und als amtierender Landesligameister auch spielerisch einiges aufbieten dürfte.

 

Diese Annahme bestätigte sich von der ersten Minute an. AEB war durchaus am Ballbesitz interessiert und ließ das Spielgerät sicher in den eigenen Reihen zirkulieren. Dabei ließen sie allerdings jegliche Zielstrebigkeit vermissen. Da auch wir offensiv zunächst nicht stattfanden, entwickelte sich in den ersten 20 Minuten ein extrem taktisch geprägtes Spiel gänzlich ohne Chancen. Nachdem Finn in der 18. Minute den allerersten Torschuss des Spiels recht kläglich vergab, gingen wir mit der nächsten Aktion in Führung. Wael steckte den Ball prima auf Finn durch, der sich aus abseitsverdächtiger Position zunächst seines Gegenspielers entledigte, um danach elegant am Torhüter vorbeizuziehen und den Ball aus drei Metern ins leere Tor zu schieben. Fünf Minuten später bot sich Wael die Chance auf seinen Premierentreffer, doch sein zu zentral platziertes Geschoss aus 18 Metern wurde vom Torhüter abgewehrt. Nach einer halben Stunde kam AEB zum ersten Abschluss. Die 16-Meter-Direktabnahme des gegnerischen Mittelfeldspielers nach einer Flanke stellte Torben aber vor keine größeren Probleme. Diese Chance war unser Weckruf, bis zur Pause noch einmal Gas zu geben. In der 31. Minute setzte Finn sich stark über die rechte Seite durch, fand mit seiner Hereingabe allerdings keinen Abnehmer. Eine Minute später wehrte der Torhüter einen Paul-Freistoß nach vorne ab, wo Marvin den Abpraller im Abseits stehend über den Kasten beförderte. Eine weitere Minute später stand es 2:0. Paul zirkelte einen Freistoß von der Mittellinie in den Strafraum, wo Finn den Ball über den ein wenig zu spät aus seinem Kasten eilenden Torwart in die Maschen köpfte. In der 40. Minute trug Marvin sich technisch äußerst anspruchsvoll in die Torjägerliste ein. Eine von der Abwehr zu kurz abgewehrte Ecke Pauls fiel zunächst Leo vor die Füße, dessen Direktabnahme erneut abgewehrt wurde und dieses Mal Marvin so maßgerecht serviert wurde, dass dieser mit seinem Volleyschuss sehenswert und unhaltbar über den Torhüter und unter die Latte traf. Unmittelbar vor der Pause hatte AEB dann seine größte Gelegenheit. Nach einem Einwurf und unserem dilettantischen Abwehrversuch lief der gegnerische Stürmer völlig allein auf Torben zu, scheiterte aber mit seinem Schuss an der großartigen Parade unserer Nummer Eins.

 

Mit der beruhigenden Drei-Tore-Führung gingen wir, einen wütend attackierenden Gegner erwartend, in die zweite Halbzeit. Dort startete AEB tatsächlich den ersten Angriff, der aber keinerlei Gefahr für unser Tor brachte. In der 47. Minute war das Spiel dann endgültig entschieden. Tim startete zu einem Solo, lockte seinen Gegenspieler 20 Meter vor dem Tor auf den falschen Fuß und verwandelte im Anschluss trocken zum 4:0. Dieser Treffer schockte den Gastgeber sichtbar. Für einige Minuten taten wir nicht mehr als nötig und AEB hatte nach wie vor kein Rezept, um auch nur ansatzweise gefährlich zu werden. Erst ein Stellungsfehler in unserer Abwehr sorgte in der 58. Minute für den nächsten Torschuss der Bavenstedter, den Torben mit dem rechten Fuß abwehren konnte. Vier Minuten später erzielte Tim seinen zweiten Treffer. Nach einer Ecke Pauls kam er 22 Meter vor dem Tor an den Ball und drosch diesen, für den Torhüter schwer zu erkennen, an mehreren Abwehrspielern vorbei ins Netz. In der 76. Minute hatte Horan ein ganz besonderes Schmankerl zu bieten. Daniel flankte von der rechten Seite in den Strafraum, wo unser Neuzugang den Ball technisch perfekt mit der Hacke ins lange Eck beförderte und mit dem schönsten Tor des Tages das halbe Dutzend vollmachte. Obwohl das Spiel schon lange entschieden war, hatten Tim und Finn noch nicht genug. In der 85. Minute flankte Tim auf seinen Sturmpartner, dessen Kopfball knapp am Pfosten vorbeiflog. Zwei Minuten später versuchten die beiden es am Boden. Tim setzte sich gegen drei Gegner durch und spielte den Ball flach in den Strafraum, wo Finn nur noch seinen Fuß hinhalten musste, um den siebten Treffer zu erzielen. Da weitere zwei Minuten danach Marvins Kopfball auf der Linie gerettet und der anschließende Schuss Leos zur Ecke abgewehrt wurde, blieb es beim 7:0 und unserem verdienten Einzug in die zweite Pokalrunde.

 

Für ein erstes Saisonspiel war unsere Leistung richtig gut. Gegen einen wirklich nicht enttäuschenden Gegner bewahrten wir zunächst die Geduld und schlugen dann eiskalt zu. Nun gilt es, diese Leistung auch am ersten Punktspieltag am Samstag gegen Wunstorf abzurufen.

 

Germania Attacke

Spielberichte der Saison 18/19

22. Punktspiel 1. JFC AEB Hildesheim – VfR 1:4 (0:2)

 

Zum Saisonfinale durften wir noch einmal quer durch Hildesheim reisen, um in Bavenstedt auf unseren Dauerrivalen AEB zu treffen. Nach der Punkteteilung gegen Halvestorf stand für uns fest, dass wir in dieser Spielzeit maximal Tabellenzweiter werden konnten. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigten wir gegen AEB mindestens ein Unentschieden. Seit ewigen Zeiten schon spielen wir gegeneinander und können deutlich mehr Siege als Niederlagen auf der Habenseite ausweisen. Das Hinspiel zum Beispiel gewannen wir mit 3:1 und waren deshalb für das Rückspiel, trotz einer durch Vatertag und Pfingsten bedingten Pause von zwei Wochenenden, positiv gestimmt. Andererseits war diese Partie für den Großteil des gegnerischen Kaders das allerletzte Jugendspiel ihrer Karriere. Lediglich zwei Spieler dürfen auch in der nächsten Spielzeit noch in der A-Jugend kicken. Wir rechneten aus diesem Grund mit einem hochmotivierten Gegner, denn mit einer Niederlage wollten sich die erfolgsverwöhnten Bavenstedter bestimmt nicht aus dem Jugendbereich verabschieden...

 

Doch auch auf unserer Seite gaben drei Spieler ihren „Ausstand“. Die beiden Jans wechseln in den Herrenbereich und Finn H. hat sich entschlossen, in der nächsten Saison keinen Fußball mehr zu spielen. Von dieser Seite deshalb schon jetzt alles Gute für eure Zukunft! Unsere Motivation war es neben der Verteidigung des zweiten Tabellenplatzes deshalb auch, den Dreien ein würdiges letztes Spiel zu „schenken“. Nach einer Minute konnten wir dieses Vorhaben beinahe mit dem ersten Treffer untermauern. Eine Ecke Jans köpfte Marvin freistehend um Zentimeter links am Kasten vorbei. Nachdem AEB in der 12. Minute mit einem genau in die fangbereiten Arme Torbens abgefeuerten 25-Meter-Schuss die erste Torannäherung zu verzeichnen hatte, öffnete sich der Vorhang zu einem interessanten und abwechslungsreichen Spiel. Im Gegenzug schoss Finn aus 16 Metern knapp am Kasten vorbei und weitere zwei Zeigerumdrehungen später schlenzte der gegnerische Stürmer die Kugel aus der gleichen Entfernung über das Gehäuse. Nachdem Torben uns in der 19. Minute mit einer starken Parade vor dem Rückstand bewahrte, gingen wir drei Minuten später in Führung. Ein über die Stationen Jan, Tim und Corvin eingeleiteter Konter landete schließlich bei Daniel, der den Ball mit rechts annahm und nach einem Schlenker um seinen Gegenspieler herum mit dem linken Fuß aus 16 Metern flach ins rechte Eck zirkelte. Von diesem Gegentor hatten sich die Bavenstedter noch nicht erholt, da führten wir mit 2:0. Eine Flanke Tims wurde genau auf Finn abgewehrt, der, knapp vor seinem Gegenspieler, mit seiner rechten Picke an den Ball kam und diesen unter Zuhilfenahme des Innenpfostens zu unserem zweiten Treffer im Netz versenkte. Dieser Doppelschlag zeigte beim Gastgeber deutliche Spuren. Waren die Hausherren bis dahin gut im Spiel, so wirkten sie durch den Doppeltreffer sichtbar angeschlagen. Wir hatten bis zur Halbzeit keine größeren Probleme, unseren Vorsprung zu halten und hatten sogar noch zwei Gelegenheiten zu weiteren Torerfolgen. Nach einer guten halben Stunde steckte Tim den Ball sehr gut auf Jan durch, der mit seinem Schuss aus 14 Metern aber am Torhüter scheiterte. Kurz vor der Halbzeit hatte Finn nach einer ganz ähnlichen Vorbereitung Tims die Chance auf unser drittes Tor, blieb aber am Abwehrspieler hängen.

 

Die Halbzeitanalyse ergab, dass wir unseren Gegner eigentlich erst nach den beiden Treffern gut im Griff hatten und wir das Spiel noch keineswegs als gewonnen verbuchen durften. Wir stellten uns darauf ein, dass AEB noch nicht geschlagen war und extrem motiviert aus der Kabine kommen dürfte. Das bewahrheitete sich nach nicht mal 60 Sekunden. Torben wehrte einen mit Highspeed aufs kurze Eck abgefeuerten Schuss des gegnerischen Stürmers gerade noch zur Ecke ab. Zwei Minuten später war dem Gegner der Stecker gezogen und das Spiel quasi entschieden. Corvin spielte den Ball auf der linken Seite auf Jan, der an einem Abwehrspieler vorbeizog und Finn den Ball per Grundlinienrückpass so maßgerecht servierte, dass dieser nur noch einschieben musste. Vielleicht wäre die Partie mit dem Gegenzug noch einmal spannend geworden. Doch weil Torben im 1-gegen-1 die Oberhand behielt und Daniel den abgewehrten Ball von der Linie kratzte, hielten wir die Null. In der 59. Minute brachte Leo nach einem Hackenzuspiel Tims das Torgestänge mit einem Pfostenkracher zum Erzittern, eine Minute später hieß der Sieger im 1-gegen-1-Duell erneut Torben. Die riesige Chance auf unseren vierten Treffer vergab nach einem feinen Pass Corvins in der 70. Minute Daniel. Bei dem perfekt getimten Zuspiel war entweder die Ballmitnahme Daniels zu schlecht oder er selber viel zu langsam, jedenfalls sprang ihm das Spielgerät dermaßen weit vom Fuß, dass der Torwart es locker aufnehmen konnte. Eine Großtat Marvins leitete in der 82. Minute eine chancenreiche Schlussphase ein. Der frei vor Torben aufgetauchte Stürmer schaffte es dieses Mal tatsächlich, den Ball an unserem Torhüter vorbei auf das Tor zu befördern, doch ein Treffer fiel dadurch nicht. Marvin rettete die Situation, indem er den Ball mit einem starken Einsatz gerade noch von der Torlinie drosch. In der 80. Minute spielte Leon den Ball zu Leo, der sich aus 18 Metern zu einem zu zentralen Torschuss entschied, anstatt den Ball auf Tim weiterzuspielen. Zwei Minuten später zielte Leo dann deutlich besser. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke Pauls traf er mit seiner Direktabnahme genau in die linke untere Torecke und machte damit das 4:0 perfekt. Den mehr als verdienten Ehrentreffer konnten die Hausherren in der vorletzten Saisonminute erzielen, als der schon mehrfach gescheiterte Stürmer sich um Daniel drehte und den Ball in einer fließenden Bewegung für Torben unhaltbar ins lange Eck beförderte.

 

Mit dem verdienten, aber etwas zu hoch ausgefallenen Sieg geht eine erfolgreiche Saison zu Ende. Wie in jeder unserer Bezirksligaspielzeiten bisher auch, sind wir erneut Zweiter geworden. Allerdings haben wir das noch nie mit einer solchen Bilanz geschafft. Bei einem Torverhältnis von 96:16 gewannen wir von 22 Spielen 18, spielten drei Mal unentschieden, verloren lediglich gegen Forstbachtal mit 0:1 und sind am Ende mit 57 von 66 möglichen Punkten doch nur Vizemeister. Der Meister aus Halvestorf hat einmal mehr gewonnen, einmal weniger Unentschieden gespielt und mit zwei Punkten Vorsprung den Titel geholt. Herzlichen Glückwunsch von unserer Seite und viel Erfolg in der Landesliga.

 

Germania Attacke

21. Punktspiel JSG Reher/Aerzen – VfR 0:4 (0:1)

 

Unser 21. Saisonspiel führte uns noch einmal in den Kreis Hameln, genau genommen ins das kurz vor der Grenze zu Nordrhein-Westfalen gelegene Reher. Dort empfing uns mit der gastgebenden JSG eine Mannschaft, die in weiten Teilen ihr vorletztes Jugendspiel überhaupt bestritt, da die Jungs nach dem Ende der Spielzeit in den Herrenbereich wechseln. Diese Info vor Augen und die Tatsache im Hinterkopf, dass unser auf dem sechsten Tabellenplatz notierter Gegner sowohl nach oben als auch nach unten nichts mehr reißen kann, ließ uns eine unbeschwert aufspielende Mannschaft erwarten.

 

Da solche Gegner immer gefährlich sein können, schalteten wir vom Anpfiff an in den Offensivgang und setzten uns nahezu über die gesamten 90 Minuten in der gegnerischen Hälfte fest. Im Hinspiel gegen die Jungs aus Reher benötigten wir noch drei Minuten, um in Führung zu gehen, dieses Mal schafften wir das in der Hälfte der Zeit. Nach 90 Sekunden flankte Max in den Strafraum und fand dort den völlig freistehenden Jan, der dem Torhüter mit seinem platzierten Kopfball in die untere Ecke keinerlei Abwehrchance bot. Mit der Führung im Rücken dominierten wir die Partie und erspielten uns in schöner Regelmäßigkeit etliche Gelegenheiten. In der siebten Minute scheiterte Tim mit einem Außenristschuss am Torwart, eine Minute danach mit einem Fernschuss am Abwehrspieler. Wiederum eine Minute später schoss Corvin aus 14 Metern am langen Eck vorbei, bevor Jans Kopfball nach einer Corvin-Flanke vom Keeper entschärft wurde. Die erste gegnerische Ecke nutzten wir in der 22. Minute zu einem schnellen Gegenstoß. Fin-Louis Traumpass konnte Daniel aber nicht veredeln, da sein Schuss vom Torhüter zur Ecke abgewehrt wurde. Diese gab Jan in den Strafraum, wo Marvin aus drei Metern am Tor vorbeischoss. Nachdem auch Corvins Schuss aus acht Metern am Kasten vorbeistrich und Philipp eine Flanke Jans über das Gehäuse drosch, war die erste chancenreiche halbe Stunde vorbei. Danach hatten wir nur noch den Ball, ohne uns weitere zwingende Gelegenheiten zu erspielen. Der Gastgeber kam dann in der 41. Minute zum ersten Mal aussichtsreich in unsere Hälfte. Der bis dahin einzige Torschuss flog aus 18 Metern aber deutlich über das Gebälk. Mit einem viel zu knappen 1:0 für uns ging es in die Halbzeit.

 

In der wurde die völlig ungenügende Chancenverwertung angesprochen und der feste Vorsatz gefasst, dieses Problem schnellstmöglich zu korrigieren. Was folgte, waren 20 sehr gute Minuten, in denen wir uns nicht ansatzweise für die vielen sehenswert herausgespielten Chancen belohnten. Zwei Minuten nach dem Wiederanstoß hatten wir die nächsten drei Abschlüsse zu verzeichnen, die aber allesamt im Stile der ersten Halbzeit vergeben wurden. Corvin konnte eine Finn-Vorlage nicht ganz erreichen, Henri scheiterte am Torwart und Philipp jagte die Kugel aus zwei Metern über die Latte. Mit einem Doppelschlag erhöhte Philipp unsere Führung innerhalb von zwei Minuten auf 3:0. Finn flankte von der rechten Seite auf Corvin, dessen Direktabnahme von Philipp per Außenrist entscheidend ins lange Eck verlängert wurde. Eine Minute danach konnte die gegnerische Abwehr einen Ball nicht weit genug abwehren, so dass dieser Philipp 14 Meter vor dem Tor auf den Fuß fiel und Sekundenbruchteile später im rechten Dreieck  zappelte. Die nächsten drei Chancen vergaben wir wieder leichtfertig. Sowohl Marvin nach einer Ecke als auch Corvin nach einem traumhaften Zusammenspiel zwischen Finn und Jan scheiterten jeweils aus einem Meter (!) Entfernung am Torhüter. Danach nagelte Philipp das Spielgerät immerhin aus der doppelten Entfernung über das Gehäuse, bevor wir in der 62. Minute unser viertes Tor erzielten. Eine Flanke Finns flog unberührt durch den gesamten Strafraum und fand dort Marvin, der den Ball per Außenrist aus 14 Metern zum 4:0 im langen Eck versenkte. Ohne Vorwarnung kam unser Gastgeber in der 66. Minute zu einer Gelegenheit, die Torben durch sein riskantes Herauseilen aus dem Tor aber gerade noch vereiteln konnte. Danach beruhigte sich das Spiel dann spürbar. Wir kontrollierten das Geschehen weiterhin und schossen auch noch etliche Male auf das Gehäuse, erspielten uns aber wesentlich weniger nennenswerte Chancen. Bis zum Abpfiff sollten aber drei nicht unerwähnte Abschlüsse herausspringen. Zunächst schoss Finn nach einer Vorlage Tims am Kasten vorbei, bevor Jans Volleyschuss nach einer Max-Flanke von einem gegnerischen Gesäß zur Ecke abgefälscht wurde. Nachdem auch Marvins Kopfball in der 80. Minute vom Torhüter gehalten wurde, standen unsere vier erzielten Treffer auf der Habenseite fest. Dass auf der Sollseite die Null gehalten wurde, verdankten wir Fin-Louis willensstarkem Einsatz, als er, nachdem der Gegner ihn bereits ausgespielt hatte, seinen rechten Fuß ausfuhr und sich Schuhgröße 45 einmal bezahlt machte. Von seiner Fußspitze abgefälscht trudelte der Ball um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

 

Mit diesem ebenso hochverdienten wie viel zu niedrig ausgefallenen Auswärtssieg machten wir uns nach dem Duschen so schnell wie möglich auf den Heimweg, denn schließlich wartete dort mit dem DFB-Pokalfinale das nächste fußballerische Highlight. Auf unser nächstes Spiel müssen wir uns eine ganze Weile länger gedulden. Da am kommenden Vatertagswochenende ebenso wenig gespielt wird wie an dem darauf folgenden über Pfingsten, ist das letzte Saisonspiel auf den 15.06. terminiert. Dann heißt es Derbyzeit, denn wir treffen in Bavenstedt auf die dort beheimateten Jungs von AEB.

 

Germania Attacke

20. Punktspiel SV Blau Weiß Neuhof – VfR 0:6 (0:2)

 

In einem Bereich ist die Saison schon beendet: Wir haben alle unsere Heimspiele bereits absolviert und dürfen nun im Endspurt noch drei Mal auswärts antreten. Zum Anfang dieser finalen Staffel reisten wir auf den Neuhofer Klingenberg, um dort auf dem herrlich gelegenen Kunstrasenplatz gegen die heimischen „Kirschen“ anzutreten. Die Rollenverteilung war vor der Partie recht eindeutig. Der Vorletzte empfing den Tabellenzweiten. Wir sahen uns in der Favoritenrolle und wollten dieser vom Anpfiff an gerecht werden. Deshalb nahmen wir uns vor, den Gegner in die eigene Hälfte zu drücken, schnell den Ball zu erobern und möglichst früh in Führung zu gehen.

 

Nach drei Minuten nahm die Umsetzung des Planes konkrete Formen an. Jan zirkelte einen Freistoß aus halbrechter Position über den Torhüter hinweg zu unserer 1:0-Führung direkt unter die Latte. Super Start, läuft, kann und wird so weitergehen, dachten wir uns, doch das war ein Trugschluss. Wir nahmen mit dem Treffer jegliches Tempo aus dem Spiel und beraubten uns somit eines riesigen Vorteils. Bis auf einen Fehlschuss Leos und einen auf der Torlinie geretteten Kopfball Tims passierte eine halbe Stunde nichts Erfreuliches. Bis dahin hatte Neuhof sogar ein deutliches Ecken- und Freistoßplus, ohne dass bei diesem Standardfestival auch nur ein gefährlicher Abschluss heraussprang. Bei uns kam erschwerend zu dem ohnehin fehlenden Spielrhythmus hinzu, dass Finn sich sehr früh im Spiel so stark verletzte, dass an ein Weiterspielen nicht zu denken war. Nach etwas mehr als 30 Minuten hatte es den Anschein, dass wir besser ins Spiel kamen. Zwei ordentliche Angriffe mit zu zentralen Abschlüssen von Corvin und Tim wurden innerhalb weniger Minuten durch den Torhüter vereitelt. Die Hoffnung auf Besserung erwies sich aber als trügerisch, denn in der Folge stellten wir unsere Bemühungen wieder ein. Aus dem sprichwörtlichen Nichts gingen wir dennoch mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause. Die letzte Aktion der ersten Halbzeit schlossen wir mit dem schönsten Angriff ab. Auf der rechten Seite wurde Leo perfekt in Szene gesetzt, lief noch einige Meter und passte den Ball scharf in die Mitte, wo Tim keinerlei Schwierigkeiten hatte, aus einem Meter zu vollstrecken.

 

Diese letzte gelungene Aktion sollte für die zweiten 45 Minuten als Vorlage zu einer besseren Hälfte dienen. Das schien auch gleich zu funktionieren. Tim setzte sich in der 47. Minute stark durch und passte auf Corvin, der aus acht Metern am Pfosten scheiterte. Zwei Zeigerumdrehungen später zirkelte Jan seinen zweiten Freistoß ins Netz. Dieses Mal aus 18 Metern, ebenso sehenswert wie beim ersten Versuch und mit einer identischen Folge für unser Spiel. Wir stellten unsere Bemühungen wieder weitestgehend ein und beschränkten uns auf einzelne Aktionen, aus denen nicht mehr als der eine oder andere harmlose Abschluss entsprang. Das änderte sich für fünf Minuten ab der 66. Minute. Zunächst war Tim mit einem 20-Meter-Distanzschuss unter die Latte erfolgreich, bevor Marvin zwei Minuten später das 5:0 erzielte. Nach einer Ecke Jans reagierte er gedankenschneller als alle anderen Spieler und schob den Ball unhaltbar in die lange Ecke. Wiederum drei Minuten später erzielte Corvin den sechsten Treffer, nachdem er von Tim mit einem Grundlinienrückpass mustergültig bedient wurde. Diese klare Führung verbunden mit den sommerlichen Temperaturen führte dazu, dass die Zeit bis zum Abpfiff nahezu ereignislos verstrich. Lediglich Jan und Tim sorgten in der 78. Minute nach einem sehenswerten Zusammenspiel und einem knapp verzogenen Abschluss des Letztgenannten für eine kurze Abwechslung. Da auch Neuhof, dass sich in der zweiten Halbzeit komplett auf das leidenschaftliche Verteidigen beschränkte und keinen nennenswerten Torschuss zu verzeichnen hatte, nichts zur Qualitätssteigerung beitrug, wurde der Abpfiff des Schiedsrichters sehnlichst herbeigesehnt.

 

Durch die parallel ausgetragene Partie unserer beiden letzten Gegner und den Sieg Halvestorfs ist nach dem 20. Spieltag der Kampf um die Meisterschaft quasi entschieden. Bei fünf Punkten Rückstand und zwei noch ausstehenden Spielen ist der Sprung an die Tabellenspitze für uns rechnerisch zwar noch möglich, aber nicht mehr realistisch. Da wir nun drei Punkte Vorsprung auf den Dritten Forstbachtal haben, gilt es nun, diesen nächste Woche in Aerzen und am letzten Spieltag in Bavenstedt zu verteidigen. Dazu benötigen wir allerdings eine deutliche Leistungssteigerung.

 

Germania Attacke

19. Punktspiel VfR – JSG Forstbachtal 6:2 (3:2)

 

Nachdem wir am letzten Wochenende den Ligaprimus zu Gast hatten, durften wir an diesem Sonntag um 11 Uhr den Tabellenzweiten begrüßen. Warum diese Partie, wie auch der restliche Spieltag, an einem Sonntagmorgen stattfinden sollte, wussten wir nicht. Genauso wenig konnten wir nachvollziehen, dass für das Spiel kein Schiedsrichter angesetzt wurde. Zum Glück erklärte Florian sich bereit, den Job zu übernehmen und er machte das sehr gut. Vielen Dank für dein spontanes Einspringen. Bevor ich mit dem eigentlichen Spielbericht beginne, erlaube ich mir noch einige Worte zu unserem Gegner. Seit einigen Jahren schon kreuzen wir in regelmäßigen Abständen mit den Forstbachtalern unsere Klingen. Da sich die Kader beider Mannschaften im Kern nicht wesentlich veränderten, kennen wir uns trotz der räumlichen Entfernung, Forstbachtal liegt bei Holzminden, recht gut. Im Hinspiel mussten wir mit einem 0:1 die bisher einzige Saisonniederlage hinnehmen und waren vor diesem Spiel fest entschlossen, den Spieß dieses Mal umzudrehen.

 

Entsprechend motiviert gingen wir in die Partie. Auch wenn die Forstbachtaler den ersten guten Abschluss, den Johannes in der 4. Minute bravourös entschärfte, zu verzeichnen hatten, zeigten wir mit dem Gegenstoß, wer Herr im Haus war. Daniel passte auf der rechten Seite zu Finn, der noch einige Meter lief und den Ball scharf vor das Tor spielte. Dort musste Tim nur noch den Fuß hinhalten, um aus einem Meter Entfernung unsere frühe Führung zu erzielen. Dieser Treffer sorgte für noch mehr Sicherheit. Corvin hatte in der neunten Minute die nächste gute Gelegenheit, scheiterte nach einem Freistoß Jans aber am Torhüter. Zwei Zeigerumdrehungen später markierte Marvin das 2:0. Erneut zirkelte Jan einen Freistoß in den Strafraum und fand dort unseren Abwehrstrategen, der sich völlig freistehend in die Luft schraubte und den Ball unhaltbar im langen Eck versenkte. Mit dem 3:0 in der 19. Minute schien die Messe gelesen. Tim passte auf Corvin, dessen Abschluss der Torhüter in die Mitte abwehrte. Dort kam Jan an den Ball, narrte mit einem Schlenker seinen Gegenspieler und schoss zum dritten Treffer ein. Anstatt durch die frühe und komfortable Führung Sicherheit zu gewinnen, schlichen sich mit minütlicher Steigerung immer mehr Fehler in unser Spiel und die bis dahin einseitige Partie wurde zusehends ausgeglichener. Unser Gegner, durch frühe Wechsel und energische Worte von draußen aufgerüttelt, fand nun auch offensiv statt. Nach einer guten halben Stunde wurden sie dafür belohnt, als ein Angriff über die linke Seite zu einer Flanke in den Strafraum führte, die vom Stürmer mit dem 1:3 veredelt wurde. Fünf Minuten später schafften die Forstbachtaler sogar den Anschlusstreffer. Ein abgefälschter Freistoß aus knapp 30 Metern hoppelte in unseren Strafraum. Dort schaltete der Schütze des ersten gegnerischen Treffers am schnellsten und überwand Johannes mit einem Beinschuss. Nun lag sogar der Ausgleich in der Luft, den Johannes kurz vor der Pause mit einer starken Parade im Anschluss an einen Freistoß aber verhindern konnte.

 

Nach dem Spielverlauf war es relativ leicht, den Jungs die Marschroute für die zweiten 45 Minuten auf den Weg zu geben. Um das Spiel erfolgreich zu gestalten, mussten sie nur an die Leistung der ersten 20 Minuten anknüpfen. Das gelang nach einer ersten Schrecksekunde beeindruckend. In der 47. Minute verpasste unser Gast den zum letzten Mal möglichen Ausgleich, als ein abgefälschter Schuss aus 18 Metern um einen halben Meter am Tor vorbeiflog. Danach übernahmen wir das Zepter und gaben es bis zum Abpfiff nicht mehr aus der Hand. Zwei Minuten nach der Ausgleichschance flankte Finn nach einem starken Solo in die Mitte und fand dort Tim. Der legte sich quer in die Luft, traf den Ball mit seinem Volleyschuss nicht richtig und irritierte damit den Torhüter sichtbar. In Zeitlupe hoppelte die Kugel direkt neben dem rechten Pfosten zum vierten Treffer ins Netz. Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken dominierten wir nun das Geschehen. Nach einer knappen Stunde verpasste Marvin mit seinem verunglückten Kopfball ebenso die Vorentscheidung wie Tim in der 71. Minute nach sehenswertem Solo. Zwei Minuten später war das Spiel dann entschieden. Jan flankte von der linken Seite präzise vor das Tor, wo Tim ein langes Bein machte und den Ball am Torhüter vorbei in den Kasten bugsierte. 60 Sekunden später hätte das schönste Tor des Tages fallen können, doch Tims Heber aus 18 Metern flog um Zentimeter über die Querlatte. Kurz vor dem Abpfiff belohnte Finn sich für seine engagierte Leistung und machte das halbe Dutzend Treffer voll. Tim dribbelte an mehreren Gegnern vorbei in den Strafraum und passte den Ball zu Finn, der freistehend aus 14 Metern Entfernung ins kurze Eck abzog und damit den Torhüter überraschte. Anschließend passierte bis zum Abpfiff des souveränen Schiedsrichters nichts mehr.

 

Mit dem hochverdienten Sieg nahmen wir erfolgreich Revanche für das Hinspiel und schoben uns an unserem Gegner vorbei auf den zweiten Tabellenplatz. Wir verloren lediglich in den letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit die Spielkontrolle und waren in den übrigen 70 Minuten die klar bessere Mannschaft. Damit knüpften wir nahtlos an die sehr gute Leistung der letzten Woche an und müssen diese noch drei Spiele lang konservieren, dann ist die Saison vorbei.

 

Germania Attacke

18. Punktspiel VfR – JSG Halvestorf/Herkendorf 1:1 (1:0)

 

Weil wir in Ochtersum keine in den Rasen integrierte Sprinkleranlage haben, musste Petrus höchst selbst für das letzte kleine Detail sorgen, um diesem Spitzenspiel in der Bezirksliga 3 einen würdigen Rahmen zu geben. Kurz vor dem Anpfiff öffnete er für einen Moment seine Schleusen und ließ es regnen. Für den irdischen Teil der Platzpräparation hatte Alfred gesorgt. Frisch gemäht und akkurat abgekreidet genügte der Rasen allerhöchsten Ansprüchen für ein wunderbares Spiel. Der Rest lag nun in den Händen der 22 Akteure. Uns war vor dem Anpfiff bewusst, dass wir gegen den Tabellenführer einen Sieg benötigten, um wieder mittendrin im Kampf um die Meisterschaft zu sein. Bei einer Niederlage unsererseits wären wir acht Punkte hinter dem Spitzenplatz und somit raus aus dem Titelrennen. An ein Unentschieden dachte vor dem Spiel niemand...

 

Wir begannen vom Anstoß an so, wie es von einem Jäger zu erwarten war: Wir jagten! Einen frühen Treffer im Sinn gingen wir vorne drauf und zwangen unseren Gegner zu langen Pässen aus der Abwehr in den Angriff und somit zu vielen Abspielfehlern. Der Tabellenführer hatte sich aber scheinbar von vornherein auf solch eine Taktik verständigt. In der dritten Minute passte Marvin mit einem Gegner im Rücken auf Torben zurück. Im Normalfall läuft der Stürmer unseren Torwart in solch einer Situation sofort an, um einen langen Ball zu provozieren, doch der Angreifer ließ sich stattdessen ohne Umweg auf die Höhe der Mittellinie zurückfallen. Damit waren die Rollen klar verteilt. Halvestorf wollte kontern und ließ uns anrennen. In der siebten Minute war diese Marschroute über den Haufen geworfen. Nach einem Einwurf kam Daniel auf der rechten Seite an den Ball und passte zu Tim, der acht Meter vor dem Tor eiskalt blieb und die Kugel unhaltbar zum 1:0 in den rechten Winkel donnerte. Drei Minuten später schoss Leon eine Ecke Jans per Volleyabnahme knapp über den Querbalken und weitere vier Minuten danach scheiterte Finn aus kurzer Distanz am Außenpfosten. Halvestorf kam bis dahin überhaupt nicht aus der eigenen Hälfte. Das änderte sich in der 25. Minute, als der Stürmer eine Flanke aus ordentlicher Position ins Seitenaus beförderte. Zwei Minuten später durfte Torben zum ersten Mal eingreifen. Nach einem Freistoß Halvestorfs konnte er den anschließenden Torschuss zur Ecke abwehren. Dann waren wir wieder mit zwei Hochkarätern an der Reihe. Tim kam an einen völlig missglückten Querpass eines Abwehrspielers und lief gemeinsam mit Finn auf den letzten verbliebenen Verteidiger. Leider lösten die beiden die 2-gegen-1-Situation nicht sehr elegant, so dass am Ende der Torhüter die Chance klären konnte. In der 32. Minute bot sich den beiden Jans die Gelegenheit zum zweiten Treffer. Jan H. traf mit seinem Volleyschuss nur den Pfosten, von wo aus das Spielgerät zum anderen Jan abprallte. Der zielte dann freistehend viel zu lange und konnte mit seinem Schuss letztlich nur eine Ecke herausholen. Kurz vor der Halbzeit traute sich der Tabellenführer noch einmal in unsere Hälfte und bekam auf der rechten Angriffsseite einen Freistoß zugesprochen. Der segelte unberührt von allen Spielern durch den Strafraum ins Toraus. Mit dem Halbzeitpfiff bot sich uns die nächste 100prozentige Chance. Ein windunterstützter Abschlag Torbens landete bei Jan, der den Ball technisch hochwertig aus der Luft pflückte und mit seinem platzierten Abschluss am stark reagierenden Torhüter scheiterte.

 

Mit Beginn der zweiten Halbzeit konnte man erahnen, dass sich unser Gegner eine leicht veränderte Marschroute zurechtgelegt hatte. Sie griffen nun deutlich früher an und konnten so das Spielgeschehen für die ersten Minuten verstärkt in unsere Hälfte verlagern. Die erste richtige Gelegenheit hatten aber erneut wir. Tim setzte sich über die linke Seite stark gegen mehrere Gegenspieler durch und passte zu Jan, dessen Direktabnahme knapp am Tor vorbeiflog. Halvestorf hatte zehn Minuten lang zwar den einen oder anderen Torabschluss, von denen aber keiner wirklich zwingend war. Das änderte sich in der 63. Minute. Nach einem Konter verzog der Stürmer knapp die bis dahin beste Chance unserer Gäste. Für uns war das der Weckruf, wieder wesentlich aktiver zu werden. Innerhalb von acht Minuten kreierten wir fünf teilweise erstklassige Gelegenheiten, die alle eins gemeinsam hatten: Wir vergaben sie. Jan machte den Anfang, indem er dem Torwart den Ball abluchste, über diesen hinweg hob und nur vom Abwehrspieler, der die Kugel von der Linie kratzte, am Torjubel gehindert wurde. Eine Minute später köpfte Marvin im Anschluss an eine Ecke knapp über die Latte, danach scheiterte Tim nach einem Konter und der Vorlage Leons am Torhüter. Auch Daniel trug sich in die Liste der Gescheiterten ein. Nach einem Pass Finns hielt der Keeper den nicht gut platzierten Schuss. Die letzte und zugleich beste aller Gelegenheiten vergaben Corvin und Jan dreifach. Tim setzte sich zum wiederholten Male gegen mehrere Gegenspieler durch und passte zu Corvin. Der zögerte einen Moment zu lange und blieb mit seinem Schuss am Abwehrspieler hängen. Der Abpraller landete bei Jan, der im ersten Versuch über den Ball semmelte, damit aber alle Abwehrspieler mit dem „Rücken zum Platz“ drehte. Der zweite Schuss wurde schließlich vom Torhüter, der sich leider nicht umdrehte, abgewehrt. Dieser Chancenwucher sollte sich rächen. Kurz vor Spielschluss konterten die Gäste sich zum Ausgleich. Ein schneller Angriff landete per Direktpass beim Stürmer, der den Ball frei vor Torben aus der Luft ins kurze Eck drosch. Eine Parallele beider Tore war damit gegeben. Der erste Schuss, der auf das Tor kam, war sofort drin. Bei uns war das nach sechs Zeigerumdrehungen der Fall, unser Gast benötigte dafür 85 Minuten. Nachdem in der zweiten Minute der Nachspielzeit auch ein letzter Freistoß unsererseits wirkungslos verpuffte, stand das Endresultat fest.

 

Dieses Unentschieden war für uns extrem unglücklich. Wir hatten für ein Spitzenspiel erstaunlich viele hochklassige Gelegenheiten, von denen leider nur die erste den Weg ins Tor fand. In der Meisterschaft ist die endgültige Entscheidung dadurch zwar noch nicht gefallen, doch für uns wird es natürlich deutlich schwieriger, zumal wir es nicht in der eigenen Hand haben. Mit den Spitzenspielen geht es aber in den nächsten Wochen weiter. Am kommenden Sonntag um 11 Uhr empfangen wir zu einer sehr ungewöhnlichen Zeit den Tabellenzweiten aus dem Forstbachtal im Verfolgerduell in der Fritz-Ziesener-Arena.

 

Germania Attacke

17. Punktspiel VfV Borussia 06 – VfR 1:2 (0:1)

 

Zum dritten Mal in dieser Saison hieß unser Gegner VfV Borussia 06 Hildesheim. In der ersten Pokalrunde siegten wir an der Lucienvörder Allee mit 3:1 und im Aufeinandertreffen in der Hinrunde konnten wir zu Hause einen 4:1-Sieg feiern. Nun stand also das Rückspiel im Terminkalender, zu dem wir uns, übrigens zum einzigen Mal in dieser Saison, ohne den Umweg über die Fritz-Ziesener-Arena direkt beim Gastgeber trafen. Die beiden bisherigen Siege gegen die VfVer, deren schlechte Rückrunde mit vier Niederlagen am Stück sowie der Motivationsschub durch die Niederlage der Forstbachtaler in Bavenstedt ließen uns zuversichtlich ins Spiel gehen. Auf der anderen Seite zeigt unsere Formkurve auch nicht gerade steil nach oben und die lokale Rivalität zwischen beiden Mannschaften kann am Ende jedes Ergebnis hervorbringen. Mit dem Sieg von Herne-West (Schalke) gegen Lüdenscheid-Nord (Dortmund) am Samstag hatten ja auch die wenigsten gerechnet...

 

Wir waren also gewarnt und gingen mit einem klaren Plan ins Spiel: Der Gegner durfte nicht auf unser Tor schießen! Wir spielten nämlich ohne gelernten Torhüter. Torben und Paul mussten für das Spiel absagen und auch die beiden Notfall-Lösungen Liam und Johannes waren unpässlich. Also musste mit Jan ein gelernter Feldspieler in den Kasten, der, das nehme ich hier gerne schon einmal vorweg, seine Sache vorzüglich machte. Denn natürlich klappte das Vorhaben, jeglichen Torschuss zu verhindern, nicht über 90 Minuten. Eine gute halbe Stunde schafften wir das aber schon. In der Zeit dominierten wir das Geschehen und erspielten uns einige Hochkaräter. Die ersten beiden Gelegenheiten vergaben Leo und Corvin, bevor Finn in der neunten Minute die erste Hundertprozentige liegen ließ. Exzellent von Tim in Szene gesetzt lief Finn allein auf den Torwart zu und zielte knapp links vorbei. Vier Minuten später vergab Leo eine noch bessere Chance. Nach einem Freistoß behinderten sich drei VfVer, darunter auch der Torhüter. Der Ball fiel Leo direkt vor den rechten Fuß, den er umgehend wieder verließ, um auf der Torlinie vom einzig verbliebenen Abwehrspieler per Kopf gerettet zu werden. Weitere vier Minuten später zielte Tim aus 16 Metern ein Stück zu hoch. Danach beruhigte sich das Spiel ein wenig, ohne dass der Gastgeber zu Offensivaktionen kam. Nach einer halben Stunde wurde die Schlagzahl wieder deutlich erhöht. Nach einem sehenswerten Pass Fin-Louis tauchte Tim frei vor dem Tor auf und entschied sich dann leider falsch. Statt den Ball flach in den Kasten zu schieben, hob Tim das Spielgerät über Torwart und Gehäuse. In der 37. Minute tauchte der Gastgeber zum ersten Mal gefährlich in unserer Hälfte auf. Nach einem Einwurf setzte sich der Stürmer stark durch und scheiterte mit seinem abgefälschten Schuss am Außenpfosten. Mit der Aktion wurde eine intensive Schlussphase der ersten Halbzeit eingeläutet. Zwei Minuten später kontrollierte Tim einen weiten Einwurf Finns mit dem Rücken zum Tor, drehte sich um seinen Gegenspieler und schoss den Ball unhaltbar ins lange Eck. Nun ging es hin und her. Vom Anstoß weg spielte sich der VfV über die linke Seite vor unser Tor, wo der Stürmer nach einem Querpass mit seiner Direktabnahme an Jan scheiterte. In der 43. Minute stand Corvin nach einem Pass Tims frei vor dem Tor und scheiterte mit seinem Schuss am stark reagierenden Torhüter. Eine Minute später hatte der VfV nach einer Ecke die letzte Gelegenheit der ersten Halbzeit, die aber erneut von Jan entschärft wurde.

 

Die zweiten 45 Minuten begannen wir wieder wesentlich kontrollierter. Der VfV wurde in die eigene Hälfte gedrückt, während wir das Spiel gestalteten. In der 48. Minute verpassten Leon und Finn Tims Hereingabe, 60 Sekunden später gelang Leons Abspiel zu schlampig und weitere zwei Zeigerumdrehungen danach flog Tims 18-Meter-Schuss ein gutes Stück am Kasten vorbei. In der 55. Minute zielte Tim dann viel genauer. Durch einen Marvin-Pass freigespielt behielt Tim gegenüber dem Torhüter im Eins-gegen-Eins die Oberhand und zirkelte den Ball unhaltbar zum 2:0 unter die Latte. Leider sorgte die 2-Tore-Führung aber nicht lange für Beruhigung, denn drei Minuten später erzielte der Gastgeber den Anschlusstreffer. Nach einer langen Flanke aus dem Halbfeld stand der Stürmer völlig frei und netzte unhaltbar per Kopf ein. In der 61. Minute bot sich Tim die Chance, den alten Abstand wieder herzustellen, doch sein Schuss im Anschluss an eine Ecke wurde vom Abwehrspieler auf der Torlinie gerettet. Danach dauerte es bis zur 72. Minute, bis sich, erneut für Tim, die nächste Gelegenheit ergab. Finn führte einen Freistoß blitzschnell aus und spielte damit Tim frei, der aber am Torwart scheiterte. Wiederum drei Zeigerumdrehungen später verhinderte erneut ein Abwehrspieler Tims Hattrick, in dem er den Schuss von der Torlinie kratzte. Im gleichen Maße wie wir die Entscheidung vertagten, bot sich unserem Gegner die Chance zum Ausgleich. Vor diesem bewahrte uns Jan mit einer Doppelparade in der 77. Minute. Nach einem Freistoß wehrte er innerhalb von Sekundenbruchteilen zuerst den Torschuss und anschließend den Kopfball des gegnerischen Stürmers ab. Zwei Minuten später zielte Tim nach einem Solo links vorbei, bevor Jan auch die letzte gegnerische Chance, wieder war ein Freistoß vorangegangen, zunichtemachte.

 

Nach 90 aufreibenden Minuten konnten wir uns wettbewerbsübergreifend über den dritten Derbysieg freuen. Dazu war ein hartes Stück Arbeit notwendig. Wir haben uns durch die schlechte Chancenverwertung das Leben selbst schwer gemacht und mussten deshalb lange Zeit zittern. Trotzdem war das, vor allem kämpferisch, ein guter Aufgalopp für das letzte Saisondrittel, das mit einigen Leckerbissen aufwartet. Zum Auftakt empfangen wir am kommenden Samstag den Tabellenführer Halvestorf/Herkendorf am Philosophenweg.

 

Germania Attacke

16. Punktspiel VfR – SV 06 Holzminden 3:1 (2:0)

 

Jedem regelmäßigen und aufmerksamen Leser ist bestimmt schon bei der Überschrift aufgefallen, dass der Bericht zu unserem 15. Saisonspiel fehlt. Das hat den einfachen Grund, dass uns kampf- uns spiellos drei Punkte auf unser Konto gutgeschrieben wurden, weil unser Gegner aus Salzhemmendorf im Moment nicht genügend Spieler auf den Rasen bekommt und kurzer Hand nicht angetreten ist. Das Problem hat uns und unseren heutigen Gegner auch ein wenig gestreift. Durch die extrem ungünstige Terminierung mitten in den Osterferien hatten sowohl wir als auch Holzminden akuten Spielernotstand. Wir begrüßten mit dem Anstoß Christian als 13. Spieler, während die Mannschaft aus dem Weserbergland den Kader mit Spielern aus der eigenen B-Jugend aufstockte. Mit Fin-Louis und Daniel fehlten uns zwei Dauerbrenner in der Abwehr, die durch Jan und Leo über weite Strecken des Spiels sehr gut ersetzt wurden.

 

Nachdem wir in der ersten Minute bereits das erste fiese Frustfoul, Jan wurde abseits des Geschehens von seinem Gegenspieler böse gegen den Fuß gelatscht, verzeichneten, übernahmen wir sofort das Kommando. Tim scheiterte in der dritten Minute mit einem Heber am Torwart, Marvin kurz darauf mit einem Kopfball ebenso und weitere vier Minuten später Tim an seiner schlechten Ballannahme. Nach einer Viertelstunde hielt der Torwart Tims Kopfball, während Daniel kurz darauf mit seinem Schuss aus 16 Metern in die zweite Etage zielte. Holzminden beschränkte sich die komplette erste Halbzeit auf das Verteidigen und kam, das darf ich vorwegnehmen, nur zu einem einzigen nennenswerten Abschluss. Nach einem unserer wenigen Ballverluste im Spielaufbau schalteten sie schnell um und spielten ihren Stürmer frei. Aus der Drehung bekam dieser aber nur ein Schüsschen hin, das von Torben problemlos entschärft wurde. Die zweitbeste „Chance“ war ein Grundlinienrückpass in die Arme Torbens... In der 28. Minute erzielten wir die überfällige Führung. Nach einer Ballstafette, an der die halbe Mannschaft beteiligt war, spielte Jan mit dem finalen Querpass Finn frei, der sich den Ball auf den linken Fuß legte und unhaltbar aus acht Meter abzog. Mit dem Treffer im Rücken lehnten wir uns keineswegs zurück sondern agierten nach wie vor sehr dominant. Kurz vor der Pause belohnten wir uns dafür mit dem zweiten Treffer. Jan presste gegen den Verteidiger, der, derart unter Druck gesetzt, einen viel zu kurz geratenen Befreiungsschlag auf Paul spielte. Gedankenschnell passte Paul das Spielgerät zu Tim, der seinen Gegenspieler mit einer Finte auf den falschen Fuß lockte und den Ball aus 16 Metern technisch anspruchsvoll per Außenrist im Tor versenkte. Mit der hochverdienten 2:0-Führung gingen wir anschließend in die Kabine.

 

Leider konnten wir die wirklich gute Leistung aus der ersten Halbzeit nicht in die zweiten 45 Minuten transportieren. Das lag zum einen daran, dass wir der Meinung waren, ein Schritt weniger wäre nicht so schlimm und zum anderen stellte Holzminden seinen Spielstil ein wenig um. Dadurch gestaltete sich die zweite Halbzeit wesentlich ausgeglichener. Das galt auch bezüglich der Anzahl und der Art der Chancen. Holzminden trat offensiv zum ersten Mal in Aktion, als sie es im Anschluss an einen schnell ausgeführten Einwurf mit einem Versuch aus der zweiten Reihe probierten, der einen Meter am Kasten vorbeiflog. Die zweite Gelegenheit hätte eigentlich der Anschlusstreffer sein müssen. Nachdem Torben einen gut platzierten Schuss stark abwehrte, narrte der gegnerische Angreifer Leo und passte dann, anstatt selbst den Abschluss zu suchen, quer, wo sein Mitspieler jedoch das Tor verfehlte. Der dritte Versuch führte dann in der 78. Minute zum 1:2. Ein Freistoß von der rechten Seite flutschte Torben über die Finger, so dass der Ball äußerst unglücklich über die Linie hoppelte. Das war von den drei Gelegenheiten die mit Abstand schlechteste. Dass wir danach überhaupt noch einmal zittern mussten, lag neben unserem deutlichen Leistungsabfall aber auch daran, dass wir unsere Chancen nicht nutzten. Einen klasse gespielten Diagonalball Finns auf Leo konnte dieser leider nicht durch einen Treffer veredeln, sondern verzog die Kugel um knapp drei Meter. Da auch Corvin, nach einem Doppelpass mit Tim, eine Doppelchance nicht zur Entscheidung nutzen konnte und Finn mit einem Linksschuss aus 18 Metern scheiterte, dauerte es bis zur 89. Minute, ehe unser Sieg feststand. Jan passte auf Finn, der zwei Gegenspieler aussteigen ließ und den Ball auf Tim weiterleitete. Der umkurvte den Torhüter und schob die Kugel aus spitzem Winkel zur endgültigen Entscheidung ins Netz.

 

Nach einer wirklich ansprechenden Leistung in der ersten Halbzeit mussten wir so am Ende doch noch ein wenig zittern, auch wenn Holzminden nach dem Anschlusstreffer keine weitere Torchance mehr hatte. Nun haben wir über Ostern ein spielfreies Wochenende, bevor wir unsere Visitenkarte danach bei unserem Nachbarn VfV abgeben werden.

 

Germania Attacke

14. Punktspiel JFC Kaspel – VfR 0:3 (0:2)

 

Weil unser Heimspiel gegen Holzminden dem schlechten Wetter zum Opfer fiel, durften wir zwei Mal hintereinander auswärts antreten. Unsere kurze Reise führte uns auf den Aseler Farkenberg, der im Kreis unter anderem dafür bekannt ist, dass dort seit vielen Jahren talentierte Nachwuchsspieler ein wöchentliches Sondertraining genießen dürfen. Asel ist nämlich „Stützpunkt 211“ für den NFV, der hier das Auswahltraining für die  Hildesheimer Talente durchführt. Wer nun aufgrund dieser Tatsache mit einem technisch feinen Fußball und einem qualitativ hochwertigen Spiel gerechnet hatte, wurde stark enttäuscht. Ebenso jeder, der nach unserem Hinspielergebnis von 13:0 ein nächstes Schützenfest erwartete.

 

Da Kaspel nach unserem ersten Aufeinandertreffen im Laufe der Saison kein weiteres Mal  so deklassierend unter die Räder kam, rechneten wir ebenfalls nicht mit einem Kantersieg. Allerdings war der Plan auch ebenso wenig, dass es so zäh werden würde. Wir übernahmen zwar vom Anstoß weg das Kommando, erspielten uns aber 45 Minuten kaum Chancen. Nachdem wir in der ersten Viertelstunde über das Üben von Ecken, davon hatten wir reichlich, nicht hinauskamen, wurde Kaspel mit dem ersten Vorstoß sofort gefährlich. Einen Freistoß konnten wir nicht aus der Gefahrenzone befördern, so dass er nach einigem Hin-und-Her schließlich dem gegnerischen Spieler vor die Füße fiel. Den flach in die lange Ecke geschossenen Ball konnte Torben zum Glück reaktionsschnell nach außen abwehren. Unsere sechste (oder zehnte, ich habe nicht mitgezählt) Ecke führte in der 21. Minute zu unserer Führung und direkt im Anschluss auch zu unserer ersten Auswechslung. Jan trat den Ball gefährlich in den Strafraum, wo Fin-Louis ein wenig unkonventionell agierte und das Spielgerät dadurch in eine Parabel-Flugkurve beförderte. Sowohl Marvin als auch der gegnerische Verteidiger wollten den senkrecht herunterfallenden Ball in unterschiedliche Richtungen befördern, was Marvin besser gelang. Der Ball landete im Tor, beide Spieler mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden, da sie bei dem Versuch mit den Köpfen aneinander knallten. Für Marvin war damit Feierabend, Tim kam für ihn ins Spiel. Unseren Auftritt veränderte der personelle Wechsel nicht. Weiterhin hatten wir 80% Ballbesitz und keine nennenswerten Abschlüsse. Nach einer halben Stunde startete der Gastgeber seine zweite Offensivaktion, die natürlich in einer Ecke mündete. Der daran anschließende harmlose Torschuss stellte Torben vor keinerlei Probleme. Fünf Minuten später erzielten wir das 2:0. Finn legte den Ball an seinem Gegenspieler vorbei, drang in den Strafraum ein und wurde dort unfair von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Fin-Louis humorlos. Vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff verzeichneten wir die erste herausgespielte Gelegenheit. Daniel passte überlegt auf Finn, der den Ball gut annahm, sofort abzog und knapp am langen Eck vorbei zielte. Damit waren die ersten 45 vergnügungssteuerfreien Minuten beendet.

 

In die zweite Hälfte starteten wir wesentlich besser. Im Zwei-Minuten-Abstand erspielten wir uns drei Gelegenheiten, bei denen jeweils Finn die Vorlage gab. In der 47. Minute semmelte Corvin die Kugel deutlich über den Kasten, danach zwei Mal Tim. Damit hatten wir für lange Zeit unser Pulver verschossen. Die ohnehin schon schwache Partie verlor auch das letzte bisschen Niveau und verflachte vollends. Wir hatten permanent den Ball, Kaspel fand offensiv überhaupt nicht statt und igelte sich im 8:2:0-System am eigenen Strafraum ein. Diese Tristesse wurde nur noch einmal unterbrochen. In der 76. Minute hatten wir in 60 Sekunden drei Abschlüsse. Nach einem Grundlinienrückpass Leos schoss Tim seinen Gegenspieler an – Ecke. Diese schlug Jan in die Mitte, von wo aus sie zu Tim abgewehrt wurde – Direktabnahme abgefälscht – Ecke. Wieder brachte Jan den Ball in die Mitte, wo er Finn flach(!) vor die Füße sprang. Aus der Drehung konnte dieser das 3:0 erzielen. Die restliche Zeit passierte dann wieder nichts mehr, wodurch der Schlusspfiff des souveränen Schiedsrichters in den Ohren der meisten Zuschauer wie eine Erlösung wirkte.

 

Insgesamt ist das Spiel mit wenigen Worten treffend zusammengefasst: Grottenkick, Standards geübt, drei Punkte geholt. Wir können deutlich besser spielen und werden das hoffentlich genau dann wieder abrufen, wenn es nötig ist.

 

Germa

13. Punktspiel JFV Süd – VfR 2:2 (2:0)

 

„Vom Winde verweht“ ist zum einen einer der größten Romane der amerikanischen Literaturgeschichte und zum anderen inflationsbereinigt das kommerziell erfolgreichste Werk der Filmgeschichte. Das würde man mit ziemlicher Sicherheit genannt bekommen, wenn bei einer Umfrage danach gefragt werden würde. Wir werden zukünftig etwas anderes mit diesem Titel in Verbindung bringen: Unser Spiel vom Wochenende gegen unseren Kontrahenten aus dem südlichen Landkreis. Und in gewisser Weise gibt es zwischen dem literarischen bzw. cineastischen Schinken und unserem Spiel sogar eine Gemeinsamkeit: Bei beiden handelt es sich um ein „Süd“staaten-Drama. Zugegeben, für ein Jugend-Fußballspiel ist der Begriff „Drama“ ein wenig hochgegriffen, turbulent war es aber allemal (und außerdem passt der Titel so schön).

 

Wir hatten uns, um im Filmvergleich zu bleiben, vor dem Spiel ein Drehbuch zurechtgelegt, dass mit der Platzwahl schon nicht mehr zu retten war, zumindest für die erste Halbzeit. Unser Plan, den Gegner früh zu attackieren und weit in deren Hälfte am geordneten Spielaufbau zu stören, war zum Scheitern verurteilt, weil wir eine Dreiviertelstunde gegen den Wind spielen mussten. Das hinderte uns zu Spielbeginn nicht daran, eine erste offensive Duftmarke zu setzen. Paul verlagerte das Spielgeschehen auf unsere linke Seite, Leon steckte den Ball zu Jan durch, dessen Schuss vom Torhüter zur Ecke abgewehrt wurde. Diese flog brandgefährlich durch den Strafraum des Gegners, ohne von irgendjemandem berührt zu werden. Zu dem Zeitpunkt waren sechs Minuten gespielt und es war unsere letzte nennenswerte Angriffsaktion in Halbzeit eins. Mit dem teilweise stürmischen Wind im Rücken drückte Süd uns in die eigene Hälfte. Spielerisch ging allerdings auch bei unserem Gegner nicht viel, so dass vorwiegend lange Bälle in den Angriff oder Standardsituationen für Gefahr sorgten. Nach zwei schwach abgeschlossenen Versuchen bekam Süd in der 17. Minute einen Freistoß zugesprochen. Windunterstützt segelte dieser auf den zweiten Pfosten, an dem der gegnerische Spieler lauerte und die Kugel vehement ins Dreieck köpfte. Sechs Minuten später sorgte ein Eckball für Verwirrung in unserem Strafraum, bevor eine ganze Weile nichts Erwähnenswertes geschah. In der 39. Minute brachten wir uns völlig unnötig in noch größeren Zugzwang. Nach einem Ballverlust im Spielaufbau lief der gegnerische Spieler auf unser Tor zu, umspielte noch einen Verteidiger und zog aus 16 Metern unhaltbar zum 2:0 ab. Mit einer starken Parade bewahrte uns Torben zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff vor einem noch größeren Rückstand, indem er einen Freistoß aus 45 Metern zur Ecke abwehrte.

 

Für die zweiten 45 Minuten erwarteten wir nun umgekehrte Vorzeichen. In unserer „Mindmap“ sollten nun wir offensiv wesentlich aktiver und Süd im Umkehrschluss in die eigene Hälfte gedrängt werden. Das funktionierte aber nur unzureichend. Wir hatten zwar erneut durch Jan den ersten Abschluss, dieser war aber komplett harmlos. Ganz im Gegenteil zur unserer „Chance“ musste Süd mit der nächsten Gelegenheit eigentlich treffen. Nach einem Konter kam der gegnerische Spieler in der 58. Minute zur Grundlinie durch, spielte den Ball klug in unseren Rücken zu einem Mitspieler, der zum Glück kein Zielwasser getrunken hatte und freistehend rechts am Tor vorbeischoss. Zehn Zeigerumdrehungen später konnten wir innerhalb kürzester Zeit endlich zwei Abschlüsse verzeichnen. Zunächst schoss Tim eine Max-Flanke knapp über den Kasten, bevor Jan unsere nächste von Paul getretene Ecke mit dem Kopf im Kasten unterbringen konnte. Leider wurde der Treffer nicht zur Initialzündung. In den folgenden Minuten spielte Süd die sich bietenden Konter nicht clever genug zu Ende oder scheiterte an Torben und ließ uns damit am Leben. Spannung und Intensität steigerten sich mit jeder Minute und fanden ihren Höhepunkt in den letzten zehn Minuten. Mit einem Freistoß Pauls von der Mittellinie (der Wind wehte nach wie vor günstig für Fernschüsse „egal von wo“), den der Torhüter aus dem Dreieck fischte, läuteten wir das Finale ein. Mit starkem Einsatz erlief Tim in der 86. Minute einen Richtung Toraus springenden Ball und legte diesen überlegt in die Mitte ab, wo Leon aus dem Lauf heraus den Ausgleich erzielen konnte. Nachdem in der vierminütigen Nachspielzeit sowohl unsere letzten beiden Ecken als auch ein knapp vor unseren Strafraum verlegter Freistoß wirkungslos verpufften, blieb es beim für uns glücklichen Remis.

 

Am Ende des Spiels können wir uns über den Punkt nicht beschweren. Süd hatte sowohl mit dem Wind im Rücken als auch gegen ihn cleverer gespielt und dürfte so eher zwei verlorenen Punkten nachtrauern als sich über den gewonnenen zu freuen. Für uns wurde das Spiel zwar nicht zum Happyend, aber auch wenigstens nicht zur völligen Tragödie. Mehr Ausrutscher dürfen wir uns nun aber nicht mehr erlauben...

 

Germania Attacke

12. Punktspiel VfR – JFV Union Bad Pyrmont 7:1 (2:0)

 

Bevor ich zum eigentlichen Spielbericht komme, erlaube ich mir einen kurzen Rückblick auf unsere Hallenrunde. Mit zwei Teams sind wir ins Rennen gegangen und lagen damit gründlich daneben. Ein 22 Spieler umfassender Kader, der für die Halle in zwei 11er-Teams aufgeteilt wurde, garantiert noch lange nicht, dass wir an einem Spieltag tatsächlich mindestens 7-8 Spieler zur Verfügung haben. In einem Jahr werden wir garantiert nur noch eine Mannschaft melden. Team 1 litt sehr stark unter den vielen Absagen und hatte an beiden Spieltagen maximal einen Ersatzspieler im Kader, so dass sich gegen Ende der Spiele regelmäßig die fehlenden Wechselmöglichkeiten auswirkten. Obwohl wesentlich mehr drin gewesen wäre, scheiterten wir in der Vorrunde. Die zweite Mannschaft setzte sich in der Vorrunde souverän als Zweiter durch und erreichte die Endrunde in Langenhagen. Dort belegte die Mannschaft in der Gruppenphase in einem Kopf-an-Kopf-Rennen und punktgleich mit zwei weiteren Teams den zweiten Tabellenplatz, der für die Qualifikation zum Halbfinale ausreichte. Dort unterlagen wir unserem Nachbarn, dem späteren Bezirks- und noch späteren Niedersachsensieger vom VfV Hildesheim, im 9-Meterschießen. Im zweiten Jahr in Folge scheiterten wir somit im Halbfinale und brachten uns erneut denkbar knapp um die Teilnahme an der Niedersachsenmeisterschaft, für die die Finalteilnahme im Bezirkspokal ausgereicht hätte.

 

Doch das ist Vergangenheit, nun geht es endlich wieder raus aufs richtige Feld. Nach einer, dank einer extrem schwankenden Trainingsbeteiligung, schwer einzuschätzenden Vorbereitung erwarteten wir zum Rückrundenauftakt den tabellarisch besten Gegner aus dem unteren Tabellendrittel, die JFV Bad Pyrmont. Im Hinspiel hatten wir die Kurstädter 90 Minuten komplett im Griff und erlaubten ihnen keinen einzigen nennenswerten Torabschluss. Der 2:0-Sieg fiel nur deshalb nicht deutlich höher aus, weil wir unsere vielen Chancen nicht nutzten.

 

Das sollte im Rückspiel anders werden, wurde es aber nur bedingt. Von der ersten Minute an drückten wir den Gegner in die eigene Hälfte und erspielten uns viele Hochkaräter. Der Minutenzeiger hatte seine erste Umdrehung noch nicht beendet, da scheiterte Finn mit seinem kläglichen Abschluss freistehend aus fünf Metern am Torwart. In der 12 Minute machte er es besser. Fin-Louis passte über die Abwehr auf Tim, der den Ball technisch hochwertig mit der Brust mitnahm und überlegt in die Mitte passte, wo Finn aus einem Meter nur noch den Fuß hinhalten musste, um den Ball über die Linie zu drücken. Fünf Minuten später sahen die Zuschauer die Revanche von der anderen Seite. Jan passte zu Finn, der nahm den Ball mit, setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und passte den Ball scharf vor das Tor. Dort stand Tim, der immerhin aus der doppelten Entfernung, also aus zwei Metern, einschieben musste. Mit der 2:0-Führung im Rücken begann auf unserer Seite der Chancenwucher, während unser Gegner für einige Minuten jegliche Gegenwehr einstellte. Bis zur 30 Minute vergaben wir vier Hundertprozentige. Leo schob den Ball aus fünf Metern am leeren Tor vorbei, Finn scheiterte nach herrlichem Doppelpass mit Tim am Torwart, Daniel lief frei auf den Torhüter zu und zuletzt schoss Paul einen an Tim verursachten Elfmeter viel zu schwach. Danach hatte Max noch zwei Gelegenheiten, sich in die Torschützenliste einzutragen, schoss aber jeweils über den Kasten. Bad Pyrmont betrat unsere Hälfte in den ersten 45 Minuten nur ein einziges Mal ohne bei dem Versuch so etwas wie eine Torchance zu kreieren.

 

Die zweite Halbzeit begann wesentlich verhaltener, aber genauso einseitig wie die erste. In der 52. Minute köpfte Tim eine Paul-Ecke knapp übers Gebälk, 10 Minuten später drosch Leon eine Jan-Flanke rund 20 Meter am Gehäuse vorbei. Danach hatten wir das Visier wieder schärfer gestellt. Tim eroberte den Ball in der Nähe der Eckfahne, spielte einen Gegner aus und passte zu Corvin. Der legte sich den Ball auf seinen starken Fuß und drosch ihn dann mit Wucht und unhaltbar unter die Latte. Fünf Minuten später hatte der gegnerische Abwehrspieler bewiesen, dass er aus dem Fehler seines Kollegen nicht viel gelernt hatte. Erneut eroberte Tim den Ball, lief noch einige Meter in den Strafraum und schob das Spielgerät in Ermangelung an frei stehenden Mitspielern zum 4:0 in die lange Ecke. Nach 75 Minuten geschah das, womit nicht im Ansatz zu rechnen war. Bad Pyrmont kam in unsere Hälfte und provozierte damit einen aus unserer Sicht völlig unnötigen Eckball. Diesen konnten wir zwar problemlos klären, nicht jedoch den anschließenden Ballgewinn unseres Gegners. Aus etwa 25 Metern schoss der Spieler zum ersten Mal auf unser Tor und war erfolgreich. Der Ball senkte sich über Torben hinweg und schlug sehenswert direkt unter der Latte im langen Eck ein. Damit lag Bad Pyrmont in einer Statistik vorn: 100% ihrer Torschüsse fanden den Weg ins Tor. Die letzten 10 Minuten nutzten wir dann noch einmal eindrucksvoll zur Ergebnis- und auch zur Statistikverbesserung. In der 82. Minute schoss Jan von der Torauslinie so scharf vor das Tor, dass der Torhüter den Ball ins eigene Gehäuse abfälschte. Eine Minute später machte erneut Jan das halbe Dutzend Tore voll. Nach einem Doppelpass mit Finn schob er den Ball aus 16 Metern überlegt in die lange Ecke. Nachdem Finn eine Flanke von Max aus 10 Metern über die Latte schoss, sorgte Leon zwei Minuten danach für den Endstand. Eine Flanke Finns nahm er in den Lauf mit und zielte aus 16 Metern in die lange Ecke. Über den Innenpfosten fand der Ball seinen Weg in die Maschen.

 

Dass der Sieg am Ende standesgemäß und den Spielanteilen entsprechend ausfiel, lag vor allem an unserer verbesserten Chancenverwertung im zweiten Durchgang. Die besseren und schöner herausgespielten Gelegenheiten hatten wir in Halbzeit eins, erfolgreicher waren wir in den zweiten 45 Minuten. Das sollten wir konservieren, denn gegen unseren nächsten Gegner werden wir bestimmt nicht so viele Chancen bekommen.

 

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11. Punktspiel JSG Forstbachtal – VfR 1:0 (1:0)

 

Zum Abschluss der Hinrunde durften wir zum absoluten Spitzenspiel in Richtung Holzminden fahren, um in Holenberg gegen die gastgebende JSG Forstbachtal anzutreten. Der Spielplangestalter hatte da in der Tat ein gutes dramaturgisches Händchen bewiesen, indem er uns als Tabellenführer gegen den Dritten antreten ließ. Noch brisanter wurde es, weil uns vor dem Spiel ein Punkt voneinander trennte und der Sieger eine gute Rolle im Rennen um die Herbstmeisterschaft spielen würde. Ein Akteur erwies sich allerdings schon vor dem Anpfiff als absolut unwürdig für die Bedeutung des Aufeinandertreffens: die Wiese von Holenberg! Eigentlich sehr idyllisch gelegen erwies sich der Platz als wahrer Acker. An allen grünen Stellen war der Platz nicht gemäht, der Rest waren braune Flecken inmitten einer Hügellandschaft. Nicht mal vernünftig abgekreidet wurde die Wiese im Vorfeld. Aber egal, mit dem Geläuf mussten schließlich beide Mannschaften fertig werden.

 

Dass der Gastgeber an die Eigenarten des Platzes gewohnt war, bemerkte man vom Anpfiff an. Jeder Ball wurde lang und vor allem hoch nach vorne gedroschen, um dann unsere Abwehrspieler anzulaufen. Da wir ebenfalls häufig so agierten, zumal es anders eigentlich auch überhaupt nicht ging, entwickelte sich über die gesamte Spieldauer eine Partie, in der sehr viele Höhenmeter gesammelt wurden. Nach einer extrem nervösen Anfangsphase füllte sich ab der zehnten Minute der Chancenzettel allmählich. In der 10. Minute köpfte ein Angreifer des Heimteams seinen eigenen Mitspieler an, so dass die JSG die gefährliche Situation selbst klärte. Wir antworteten durch Tim umgehend. Nach einer Flanke Leons legte er sich quer in die Luft und verfehlte das Tor mit seinem Seitfallzieher um einen guten Meter. Zwei Minuten später fiel der Treffer des Tages. Forstbachtal griff in bewährter Manier mit einem langen Ball an, den wir eigentlich schon mehrfach sicher abgewehrt hatten. Wenn an dieser Stelle der Konjunktiv benutzt wird, ist klar, was passierte. Wir wehrten den Ball beim letzten Versuch sagenhafte drei Meter weit ab und legten ihn somit zum Torschuss einladend direkt vor die Füße des gegnerischen Mittelfeldspielers. Der zog sofort und ohne sich zu bedanken ab und traf aus etwa 20 Metern ins untere Eck. Nun war das passiert, was wir in jedem Fall verhindern wollten: Wir lagen zurück. Natürlich änderte der Gastgeber sofort seine Marschroute und ging nun nicht mehr vorne drauf. Lediglich ein Angreifer in der Spitze sowie der Rechtsaußen entwickelten in der Folge nennenswerte Offensivbemühungen. Das Spiel verlagerte sich zwangsläufig in die gegnerische Hälfte, ohne dass wir aus dem Spiel heraus Chancen kreieren konnten. Dafür war jede Standardsituation, vor allem Eckbälle, brandgefährlich. Da der Torhüter einige Schwächen beim Herauslaufen zeigte, zirkelten wir jede Ecke in den Fünfer. Doch weder Leo (drosch über den Ball) noch Jan (Schuss wurde auf der Linie gerettet) oder Marvin (schoss vorbei) konnten die guten Gelegenheiten nutzen. Der Gastgeber vermeldete in der 39. Minute eine gute Chance, als der Stürmer nach Foul an Paul, knapp am Tor vorbeiköpfte. Eine Minute später vergab Tim, nach einem Einwurf Finns, unsere letzte Gelegenheit, indem er links am Kasten vorbeischoss.

 

So gingen wir mit einem Rückstand in die Kabine und mit dem Vorsatz wieder raus, diesen schnellstmöglich zu egalisieren. Das gelang aber überhaupt nicht. Im Gegenteil: Der Gastgeber hätte seine Führung bis zur 60. Minute sogar ausbauen können. Nach zwei Kopfbällen retteten uns zunächst Paul und beim zweiten Mal die fehlende Genauigkeit des Schützen. Danach kamen wir langsam auch zu Gelegenheiten. Unsere erste Ecke flog unberührt durch den Strafraum, Paul zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern am Kasten vorbei und Finn verzog nach einem Pass Tims knapp. Wir öffneten zusehends unsere Defensive, ohne für eine Viertelstunde zu weiteren Chancen zu gelangen. Die Forstbachtaler Konter waren im Ansatz gefährlich, im Abschluss aber schwach. Hier stand ihnen nun der eigene Platz im Weg, denn die flachen Bälle versprangen allesamt und wurden somit unkontrollierbar. In den letzten fünf Minuten warfen wir noch mal alles nach vorn und kamen zu drei guten Gelegenheiten. Jan schoss in der 84. Minute aus der Drehung aufs Tor und scheiterte am Keeper, der den Ball stark über das Gehäuse lenkte. Bei der anschließenden Ecke kam Marvin an den Ball, knallte diesen aber etwas überhastet über das Gebälk und in der Nachspielzeit tat Jacob es ihm mit dem letzten Torschuss der Partie gleich.

 

So blieben wir nach einer Ewigkeit mal wieder ohne eigenen Treffer und mussten uns einem sehr disziplinierten und kampfstarken Heimteam geschlagen geben. Mit drei Punkten Rückstand, Halvestorf gewann sein letztes Spiel und ist nun Herbstmeister, überwintern wir auf dem dritten Tabellenplatz, während unser Gegner auf Platz zwei vorrückte. Nach dem Spiel nahmen wir dankbar und gern den gut gemeinten Hinweis des örtlichen Fanclubs an, der seine Mannschaft mit dem Abbrennen einiger Bengalos feierte und uns mit einem vielstimmigen „Ihr könnt nach Hause fahr'n“ eine gute Heimfahrt wünschte.

 

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10. Punktspiel VfR – JSG Reher/Aerzen 2:0 (1:0)

 

Unser viertes Heimspiel am Stück bescherte uns einen Gegner, der uns völlig unbekannt war. Noch nie trafen wir aufeinander, weder in Punkt- und Pokalspielen noch in irgendeiner Hallenrunde. Noch nicht einmal bei einem Einladungsturnier in der Halle kreuzten sich unsere Wege. Unbekannter geht es also nicht. Unsere einzige Vorbereitung auf den Gegner bestand also darin, die vergangenen Ergebnisse zu studieren. Dabei kam heraus, dass die JSG nach einem durchwachsenen Saisonstart inzwischen eine wirklich beeindruckende Serie von fünf Siegen am Stück aufwies und sich dadurch bis auf den vierten Tabellenplatz vorschieben konnte. Wir waren also gewarnt und nahmen „die Unbekannten“ nicht auf die leichte Schulter.

 

Entsprechend aufmerksam begannen wir und legten sofort den Vorwärtsgang ein. Allerdings immer darauf bedacht, unsere Defensive nicht zu entblößen, um etwaige Konterversuche schon im Keim zu ersticken. In der dritten Minute bekamen wir bereits die zweite Ecke zugesprochen und nutzten diese prompt. Pauls Hereingabe landete über den Umweg Tim bei Finn, der den Ball mit dem Rücken zum Tor technisch gekonnt mit der Brust annahm, sich drehte und sofort volley abzog. Für den Torhüter unerreichbar landete die Kugel zu unserer frühen Führung im langen Eck. Von diesem schnellen Erfolg beflügelt, blieben wir am Drücker und erspielten uns in regelmäßiger Folge weitere Gelegenheiten. So schoss Corvin in der sechsten Minute aus aussichtsreicher Position am langen Eck vorbei, bevor wir in der elften Minute um den zweiten Treffer gebracht wurden. Jan zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern über die Mauer, der Torhüter bekam den Ball nicht richtig zu fassen und lenkte ihn stattdessen an den Innenpfosten. Den von dort zurückprallenden Ball beförderte der Torhüter geistesgegenwärtig mit einem Reflex ins Feld zurück. Vor der zweiten Berührung des Torwarts hatte der Ball aber die Torlinie vollständig überschritten. Leider entschied der Schiedsrichter in der Situation aber nicht auf „Tor“, sondern ließ weiterspielen. Wir drückten weiter und kreierten noch ein paar Gelegenheiten. Zwei Minuten nach dem vermeintlichen zweiten Treffer konnte Jan den Lupfer Tims nicht ganz erreichen, in der 21. Minute zielte Corvin nach Vorlage Daniels am kurzen Eck vorbei und nach einer halben Stunde hob Tim die Kugel nach einer sehenswerten Kombination zwischen Paul, Corvin und Leo über das Gehäuse. Nachdem Corvin in der 42. Minute aus 20 Metern am Tor vorbei zielte, war auch unsere letzte Chance in Halbzeit eins vergeben. Unser Gegner schoss in den ersten 45 Minuten übrigens nicht einmal auf unser Tor.

 

Die zweite Hälfte begann ruhiger. Wir machten weiter das Spiel, während die Jungs aus Reher hingebungsvoll verteidigten. In der 59. Minute köpfte Marvin eine Paul-Ecke in die Arme des Torhüters, drei Zeigerumdrehungen später verfehlte Finn einen Jan-Freistoß um Zentimeter. Das erlösende zweite Tor fiel dann in der 70. Minute. Paul zirkelte einen Freistoß in den Strafraum, dort konnte die Abwehr nicht klären und der von Tim abgefälschte Versuch landete direkt vor Marvin, der nur noch zum 2:0 einschieben musste. Nun wirkte unser Gegner für einige Minuten angeschlagen, ohne dass wir trotz sehr guter Gelegenheiten Kapital daraus schlagen konnten. Tims Schlenzer wurde vom Torhüter pariert, Paul scheiterte mit einem Freistoß an der Latte und Tim schob den Ball nach einem Doppelpass mit Paul am langen Eck vorbei. So kam es, wie es oft kommt. Auf einmal und ohne dass die Gäste bis dahin auch nur einen Torschuss abgegeben hatten, geriet unser Sieg noch in Gefahr. Aus dem sprichwörtlichen Nichts tauchte in der 82. Minute urplötzlich doch einmal ein Stürmer vor Torben auf und zog direkt ab. Torben lenkte den scharf getretenen Ball mit einer tollen Reaktion über die Latte und bewahrte uns vor dem Anschlusstreffer. Zwei Minuten später tat er das noch einmal. Nach einem Fehler im Spielaufbau schaltete Reher schnell um und die Jungs spielten ihren Stürmer frei. Erneut war Torben aber auf dem Posten und konnte den aus kürzester Distanz abgefeuerten Schuss mit dem Fuß parieren. Nach diesen zwei Schrecksekunden konnten wir das Spiel beruhigen. Beiden Mannschaften gelang in den letzten sechs Minuten kein nennenswerter Angriff, so dass unser Sieg nicht mehr in Gefahr geriet.

 

Unsere Heimspielwochen konnten wir also mit einem hochverdienten Sieg abschließen. Dass der souveräne Auftritt mit zwei schwachen Minuten und zwei sehr guten Gelegenheiten unseres Gegners kurz vor Schluss noch einmal in Gefahr geriet, ist nicht nachzuvollziehen. Im letzten Vorrundenspiel am nächsten Wochenende gegen den Tabellendritten aus dem Forstbachtal dürfen wir uns solch eine Schwächephase mit Sicherheit nicht leisten.

 

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9. Punktspiel VfR – VfV Borussia 06 4:1 (3:1)

 

Das, was die Derbys Schalke – Dortmund, Gladbach – Düsseldorf oder HSV – St. Pauli für die erste bzw. inzwischen zweite Liga sind, das ist auf Bezirksliga-Ebene das Aufeinandertreffen unserer Mannschaft gegen die Jungs von der anderen Zaunseite: Elektrisierend, die Massen bewegend und emotionsgeladen. Für das Spiel am Samstag galt das eigentlich auch, zumindest teilweise. Elektrisierend konnte man das Spiel im Vorfeld schon bezeichnen, schließlich wollten wir nach dem Pokalaus wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Die Massen wurden nicht bewegt, dafür war das Wetter zu schlecht und emotionsgeladen wurde es im Lauf der 90 Minuten schon das ein oder andere Mal. Insgesamt bewegten sich in der Vergangenheit unsere Duelle aber immer auf einem sehr anständigen emotionalen Niveau. So war es, das sei vorweggenommen, auch dieses Mal.

 

Wir hatten uns vorgenommen, sofort Druck auf unseren Gegner auszuüben und vom Anpfiff an Vollgas zu geben. Das setzten wir perfekt um. Mit dem ersten Angriff gingen wir in Führung. Finn flankte von der rechten Seite in die Mitte, wo über einige Umwege der Ball zu Tim gelangte. Der wollte direkt aus der Drehung abziehen, traf den Ball aber nicht voll und irritierte somit den Torhüter sichtlich. Mit grob geschätzten 10 kmh hoppelte das Spielgerät zum 1:0 ins kurze Eck. Mit der frühen Führung im Rücken blieben wir auf dem Gaspedal. Nach einer Ecke Pauls bot sich Finn die Chance zum nächsten Treffer, doch sein Kopfball strich knapp über das Tor. Aus dem Nichts und nach einer etwas unglücklichen Entscheidung des Schiedsrichters kassierten wir in der achten Minute den Ausgleich. VfV führte einen Einwurf, der eigentlich uns zugesprochen werden musste, schnell aus und überwand somit unsere aufgerückte Abwehr. Den Schuss des allein aufs Tor zulaufenden Stürmers konnte Paul stark abwehren, doch gegen den Nachschuss des anderen Angreifers war er machtlos. Nun nahmen zwei Teams am Spiel teil, denn unser Gast fand nun auch offensiv statt. Die nächste Chance hatten aber wir. Paul flankte den Ball in der 12. Minute in die Mitte, wo Marvins Kopfball vom Torhüter nur nach vorne abgewehrt wurde und Finn kein Problem hatte, den Ball zum 2:1 über die Linie zu drücken. Fünf Minute später flog ein Freistoß Pauls nur um Zentimeter an Finn und somit am ziemlich sicheren dritten Treffer vorbei. In der 25. Minute kam Marvin nach einer Ecke Jans völlig freistehend an den Ball, drosch diesen aber ins zweite Stockwerk. Auch die jungen Borussen hatten in der Offensive immer wieder einmal gute Ansätze, ohne aber zwingende Gelegenheiten zu generieren. Nach einer halben Stunde bauten wir die Führung aus. Pauls Direktabnahme aus 25 Metern verunglückte als eigentlich gedachter Torschuss völlig, hoppelte dadurch aber zu Tim, der den Ball in einer fließenden Bewegung um seinen Gegenspieler herum mitnahm und am Torwart vorbei zum 3:1 einschob. Jetzt war es an der Zeit, ein wenig Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Ohne den VfVern Chancen zu gestatten, kontrollierten wir das Spiel bis zur Halbzeit.

 

In der zweiten Hälfte wollten wir sofort die endgültige Entscheidung herbeiführen. Nach einem Einwurf Finns schoss Tim links am Tor vorbei, dann köpfte Jan einen Paul-Freistoß über den Kasten und Finns Hereingabe, nachdem er sogar den Torwart schon umrundet hatte, fand keinen Abnehmer. Das waren erstklassige Gelegenheiten, die wir uns in den ersten sieben Minuten der zweiten Halbzeit erspielten. Leider ohne Erfolg. Ab der 65. Minute drohte sich dieser Chancenwucher zu rächen, denn ab da hatte der VfV eine richtig gute Phase mit drei Abschlüssen am Stück, von denen Paul den besten mit einer sehenswerten Parade zur Ecke abwehrte. In dieser Drangperiode hätte Leo unsere Nerven beruhigen können, doch sein Schuss wurde von einem Abwehrspieler noch so eben von der Torlinie gekratzt. Nachdem Paul in der 82. Minute den letzten Hochkaräter unserer Gäste entschärfte, indem er im eins gegen eins siegreich blieb, nahm unser Sieg langsam Konturen an. Die VfVer glaubten nun nicht mehr daran, das Spiel noch zu drehen und wurden zudem immer häufiger von Krämpfen geplagt. In der letzten Spielminute bereitete Tim die endgültige Entscheidung vor. Er dribbelte auf der rechten Seite an drei Gegnern vorbei und flankte in die Mitte. Dort bekam Corvin den Ball, ließ seinen Gegenspieler aussteigen und schoss platziert ins kurze Eck.

 

Nach unserem Pokalsieg in der ersten Runde konnten wir auch das zweite Aufeinandertreffen gegen den VfV für uns entscheiden. Nun stehen bis zur Winterpause noch zwei Partien auf dem Programm. Zunächst empfangen wir am nächsten Samstag die JSG Reher zum vierten Heimspiel in Folge, bevor wir eine Woche später bei der JSG Forstbachtal, dem aktuell Tabellendritten, unsere Visitenkarte abgeben.

 

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Bezirkspokal 3. Runde VfR – TSV Pattensen (Bezirksliga) 2:4 (1:2)

 

Sehr ungewöhnlich! Normalerweise haben wir in der dritten Runde des Bezirkspokals ein Freilos. So war es jedenfalls in den beiden vergangenen Saisons. Dieses Mal aber erwischte es uns. Um in dem Wettbewerb auf eine bis zum Endspiel glatt durch „2“ teilbare Anzahl an Mannschaften zu kommen, müssen die nach Abschluss der zweiten Runde verbliebenen 12 Mannschaften auf die für ein KO-System zwingend notwendigen acht reduziert werden. Also wurden neben vier Freilosen auch vier Partien ausgelost, so dass für das Viertelfinale exakt die angestrebte Anzahl von acht verbleibenden Teams erzielt wird. Und weil man nicht immer Glück haben kann, waren wir dieses Mal dran. Das Los bescherte uns mit dem TSV Pattensen den Tabellenführer unserer parallelen Bezirksliga 2, der mit exakt der gleichen Anzahl an Spielen und Punkten wie wir das Klassement anführt. Außerdem zeichnet den TSV aus, dass er uns nicht liegt. In der Vergangenheit kreuzten wir des Öfteren die Klingen und zogen dabei in beängstigender Häufigkeit den Kürzeren. Trotz der vielen Vergleiche war uns die aktuelle Mannschaft aber weitestgehend unbekannt. Neuer Trainer, viele unbekannte Spieler und eine vergangene Saison ohne direkten Vergleich ließen uns ob der Spielstärke ein wenig im Nebel tappen.

 

Das änderte sich im Verlauf des Spiels aber schnell. Wir übernahmen sofort die Rolle des ballbesitzenden Teams, während Pattensen auf Konter und Standardsituationen setzte. In der fünften Minute ging deren Taktik auf. Im Anschluss an einen Eckball, den wir extrem stümperhaft verteidigten, spielte einer von zwei am langen Pfosten völlig frei stehenden Angreifern den Ball in die Mitte zurück und schoss dabei Fin-Louis so ungünstig an, dass der Ball von seinem Oberkörper ins Netz prallte. Drei Minuten später reparierte Tim den Fehler. Nach einem Hackenzuspiel Finns kam er 18 Meter vor dem Tor an den Ball und drosch diesen unhaltbar in die untere rechte Ecke des Gehäuses. Weitere drei Minuten später bot sich erneut Tim die Chance auf den nächsten Treffer, doch sein unplatzierter Schuss wurde von einem Abwehrspieler auf der Torlinie gerettet. Das Spiel wurde nun intensiver und produzierte einige Freistöße auf beiden Seiten, die zunächst folgenlos blieben. Nachdem sowohl der TSV als auch wir mit zwei Versuchen scheiterten, ging unser Gast nach einer halben Stunde wieder in Führung. Dem gleichen Muster wie beim ersten Treffer folgend, legte ein Spieler den lang getretenen Freistoß in die Mitte ab, wo sein Mitspieler nur noch den Fuß hinhalten musste. Unsere Antwort auf den Rückstand folgte prompt, führte aber leider nicht zum Erfolg. Jan scheiterte mit seinem 20-Meter-Schuss am Torwart und auch Leo konnte den Abpraller nicht am Keeper vorbeibringen. Obwohl wir mehr vom Spiel hatten, gingen wir mit einem knappen Rückstand in die Pause.

 

Die zweite Hälfte begannen wir extrem motiviert. Viel Ballbesitz, gute Ansätze und großes Engagement führten in der ersten Viertelstunde zu null Gelegenheiten. Der Grund war einfach. Pattensen verteidigte sehr stark und uns gelang der letzte Pass nicht. Als unser Druck langsam nachließ, traute sich Pattensen in der 65. Minute wieder aus der eigenen Hälfte und durfte prompt jubeln. Nachdem Paul den ersten Schuss des gegnerischen Stürmers noch abwehren konnte, war er beim Nachschuss chancenlos. Knappe zehn Minuten später war die Partie entschieden. Der Schiedsrichter konnte sich nach einem klaren Foul an Corvin nicht zu einem Strafstoßpfiff durchringen und Pattensen den anschließenden Konter zum vierten Treffer nutzen. Nun drohten wir ein wenig auseinanderzufallen. Mit dem unbedingten Willen, das Spiel doch noch zu wenden, unterliefen uns einige Fehler im Aufbau, die den TSV zu weiteren Kontern einluden. In der 82. Minute bekamen wir noch einmal Aufwind. Im Anschluss an einen Freistoß, den der Torhüter, von Jan im Fünfmeterraum hart bedrängt nur nach vorne abwehren konnte, schob Corvin den Ball zum 2:4 über die Linie. Wir witterten Morgenluft, doch mehr als ein von Paul am Tor vorbei geschossener Freistoß sprang trotz dreiminütiger Nachspielzeit nicht mehr heraus.

 

Nach etwas mehr als einem Jahr, genau genommen seit einem Jahr und zwei Tagen, mussten wir somit in einem Pflichtspiel, die Hallenrunde ausgeschlossen, mal wieder eine Niederlage hinnehmen. Das letzte Mal ohne jeglichen Punktgewinn blieb die Mannschaft am 22.10.2017, als wir mit 4:5 bei Arminia Hannover verloren. Seit dem sind wir saisonübergreifend 24 Mal in der Meisterschaft oder dem Pokal angetreten und haben davon 21 Spiele gewonnen und drei Mal die Punkte geteilt (bei einem Torverhältnis von 103:22). Der Höhepunkt war dabei natürlich der gegen den TSV Garbsen errungene Pokalsieg in der letzten Saison. Da wir aus diesem Wettbewerb nun ausgeschieden sind, ist eine Titelverteidigung leider ausgeschlossen. Nun müssen wir den Fokus schnellstmöglich wieder auf die Meisterschaft richten, denn dort geht es am kommenden Samstag gegen unseren direkten Nachbarn VfV Borussia weiter.

 

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8. Punktspiel VfR – SV Blau-Weiß Neuhof 8:0 (5:0)

 

Nachdem wir in den letzten beiden Punktspielen jeweils auswärts antreten durften und bei den Fahrten nach Hameln und Bad Pyrmont einige Fahrt-Kilometer sammelten, folgen nun vier Heimspiele am Stück. Zum Auftakt dieser Serie reisten unsere Stadtnachbarn vom Klingenberg an den Philosophenweg. Im Vorfeld waren die Rollen bei diesem Duell klar verteilt: Wir durften uns als Tabellenzweiter gegen den Vorletzten in der Favoritenrolle fühlen und taten das auch.

 

Mit dem Rollenverständnis begann dann auch das Spiel. Vom Anstoß an fanden nahezu alle Ballkontakte in der Neuhofer Hälfte statt, d.h. beide Teams halbierten das zu nutzende Spielfeld. Zunächst verballerten wir die ersten Gelegenheiten, die sich dadurch beinahe zwangsläufig ergaben, noch, bevor wir in der achten Minute mit dem Toreschießen begannen. Leo nutzte einen Pass Finns, um den Ball aus etwa zehn Metern unhaltbar zum 1:0 im langen Eck zu versenken. Zwei Zeigerumdrehungen später erhöhte Finn unsere Führung. Aus kürzester Entfernung staubte er einen abgewehrten Schuss Jans zum zweiten Treffer ab. Nach einer Viertelstunde verunglückte dem anderen Finn eine Flanke ziemlich. Das war allerdings nicht so tragisch, denn die ungewöhnliche Flugbahn des Balles endete ungewollt und für den Torhüter nicht zu erreichen im langen Eck des Tores. Nach zwei weiteren Treffern, die Leon nach Vorlage Tims und Finn nach schönem Pass Leos erzielten, und ungezählten gescheiterten Versuchen ging es mit einem in jeder Hinsicht verdienten 5:0 in die Pause.

 

Die zweite Halbzeit unterschied sich dann deutlich von der ersten. Gleich blieb, dass Neuhof auch in den zweiten 45 Minuten nicht einmal auf unser Tor schoss. Verändert hatte sich aber unsere Spielweise. Während wir in der ersten Hälfte sehr ordentlich auftraten und uns somit auch viele Gelegenheiten erspielten, plätscherte die zweite Halbzeit weitestgehend ereignislos und ohne jede Zielstrebigkeit unsererseits, weitere Tore zu erzielen, vor sich hin. Für drei Minuten wurden wir dann durch unseren Gast aus der allseits um sich greifenden Lethargie geweckt. Völlig unmotiviert und ohne ersichtlichen Grund versuchte ein Abwehrspieler direkt vor den Augen des Schiedsrichters gegen Daniel nachzutreten. Die Folge war neben einem Freistoß auch, dass wir für die letze halbe Stunde in Überzahl agieren durften. Diese nutzte Corvin nach Vorlagen von Daniel und Jan zu zwei schnellen weiteren Treffern. Direkt nach dem 7:0 setzte aber die zuvor schon zu beobachtende Apathie wieder ein. 25 Minuten, die sich im Nachgang wie zwei Stunden anfühlten, waren zu dem Zeitpunkt noch zu spielen. Lediglich Corvin konnte nach seinem Solo in der 75 Minute einen lupenreinen Hattrick bejubeln und die Tristesse für einen Augenblick unterbrechen. Eine Viertelstunde später pfiff der Schiedsrichter die Partie zum Glück pünktlich ab und erlöste alle Zuschauer von unserer schlechtesten Halbzeit in dieser Saison.

 

Trotz schlechter Halbzeit sind wir durch den Sieg und die gleichzeitige Niederlage des bisherigen Tabellenführers aus dem Forstbachtal gegen den Drittplatzierten Halvestorf  neuer Tabellenführer. Die ersten drei Mannschaften trennt dabei genau ein Punkt voneinander. Genauso, wie das nur eine Momentaufnahme ist, sollte klar sein, dass wir mit einer Leistung wie in der zweiten Hälfte am Mittwoch im Pokal gegen den TSV Pattensen gar nicht erst antreten müssen. Um in dem Spiel bestehen zu können, müssen wir mehrere Schippen draufpacken.

 

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7. Punktspiel JFV Union Bad Pyrmont – VfR 0:2 (0:0)

 

An diese Begegnung werden wir uns noch länger erinnern. Nicht weil das Spiel so viel hergab, sondern weil in erster Linie die Fahrt zum Spielort recht außergewöhnlich war. Kurz nach der Dämmerung, also früh morgens, deutlich vor neun Uhr am Sonntag und in jedem Fall vor dem optimalen Aufstehzeitpunkt zur Wahrung des Wochenend-Biorhythmus machten wir uns mit acht Autos und zwei Motorrädern auf den Weg nach Bad Pyrmont. Angekommen sind wir aufgrund einer Panne mit einem Auto weniger und durch diverse Navigationsschwierigkeiten (achtet darauf, beim Überqueren der Weser keine Fährverbindungen in eurem Navi zuzulassen!) sowie Einbahnstraßenchaos im Zielort erheblich später als geplant. Aber immerhin vor dem Schiedsrichter, denn der kam nie an.

 

Trotz dieser widrigen Begleitumstände kamen wir sehr ordentlich in die Partie, steigerten uns im Verlauf der ersten Halbzeit und bauten gegen deren Ende ein wenig ab. Nach wenigen Minuten war klar, wie das Spiel laufen sollte. Wir hatten permanent den Ball, während unser Gegner sehr tief in der eigenen Hälfte stand und zunächst noch auf Konterversuche spekulierte. Diesen Plan stellte er im Verlauf des Spiels zusehends ein. In der achten Minute münzten wir die gefühlten 90% Ballbesitz in die erste Gelegenheit um. Nach einem Doppelpass zwischen Finn und Jan verfehlte Tim die flache Hereingabe um einen halben Meter. Das war der Startschuss zu zwanzig Minuten, in denen wir uns eine Chance nach der anderen erspielten. Tim köpfte über den Kasten, Finn schoss zu hoch, Daniel scheiterte zwei Mal aus einem Meter am Torwart, Tim und Fin-Louis aus drei Metern an ihrer Genauigkeit, Daniel traf den Gegenspieler und am Ende des Torschussfestivals hielt der Torwart einen stark geschossenen Freistoß Pauls sehr gut. Zwischendrin hatte unser Gegner Glück, dass eine klare Notbremse an Paul vom Schiedsrichter anders ausgelegt wurde und mit einer Ecke „bestraft“ wurde. Nach einer halben Stunde flaute unser Ansturm ein wenig ab, ohne bis zum Halbzeitpfiff noch einmal an Fahrt zu gewinnen.

 

Für die zweite Halbzeit konnte die Marschrichtung sehr einfach zusammengefasst werden: Einfach mal die Gelegenheiten nutzen. Zwölf Minuten und vier Chancen später, lag der Ball endlich im Netz. Und wie das in solchen Spielen häufig vorkommt, entsprang unser Treffer nicht einmal einer Chance. Tim flankte von der rechten Seite in den Strafraum, der Ball wurde immer länger und senkte sich über den Torwart hinweg ins lange Eck. Ein sehr schöner Treffer, nicht geplant aber hochverdient. In der 69 Minute war die Partie dann entschieden. Daniel zog aus etwa 20 Metern ab und traf einen gegnerischen Verteidiger. Von diesem abgefälscht bekam der Ball einen tückischen Drall, setzte vor dem etwas zögerlich aus seinem Kasten kommenden Torwart auf und sprang über ihn hinweg Richtung Tor. Paul erfasste die Situation blitzschnell, setzte nach und gab dem Ball den letzten Impuls für seinen Flug über die Torlinie. Von den Kurstädtern gab es offensiv weiterhin keinerlei Lebenszeichen. Die beste „Chance“ des Gastgebers im gesamten Spiel resultierte aus einem Kopfball, den der Kapitän im Anschluss an einen Freistoß etwa fünf Meter neben und sechs Meter über den Kasten platzierte. Wir hatten bis zum Abpfiff des in der zweiten Halbzeit äußerst souverän leitenden Ersatz-Schiedsrichters noch drei gute Gelegenheiten, die aber allesamt durch Tim, Finn und Marvin vergeben wurden. So blieb es beim 2:0, das aus Sicht des Heimteams äußerst schmeichelhaft ausfiel und aus unserer Sicht nicht im Ansatz die Spielanteile widerspiegelte.

 

Mit hoffentlich wesentlich besser eingestellten Visieren erwarten wir am kommenden Samstag unseren Nachbarn aus Neuhof. Der Anstoß am Philosophenweg ist um 15:30 Uhr und die Anfahrt zum Spielort dürfte wesentlich entspannter ausfallen.

 

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6. Punktspiel JSG Halvestorf/Herkendorf– VfR 2:2 (1:1)

 

Starker Gegner, die Dritte! Innerhalb von zehn Tagen standen drei Partien gegen wirklich gute Mannschaften in unserem Programmheft. Nachdem wir im Pokal gegen den Landesligisten aus Hameln und in der Meisterschaft gegen AEB jeweils zu Hause gewinnen konnten, mussten wir heute reisen. Am Samstagnachmittag machten wir uns auf den Weg Richtung Hameln, um bei der JSG Halvestorf/Herkendorf aufzuschlagen. Auch wenn wir vor drei Saisons zweimal gegen diesen Gegner spielen durften und beide Spiele gewannen, war uns die Mannschaft dennoch gänzlich unbekannt, da dieses Mal überwiegend Spieler des älteren Jahrgangs auf dem Spielberichtsbogen standen. Ein Vergleich unserer Resultate mit denen Halvestorfs ließ im Vorfeld auf ein spannendes Spiel schließen, denn gegen die gleichen Gegner erzielten wir sehr ähnliche Ergebnisse. Untermauert wurde diese Annahme mit einem Blick auf die Tabelle: Der Zweite empfing den Tabellenführer!

 

Leider konnte der Platz die Erwartungen, die dieses Spitzenspiel geweckt hatte, nicht ganz erfüllen, glich er doch teilweise eher einem Strand als einem Rasenplatz. Aber egal, das galt schließlich für beide Mannschaften. Wir kamen ein wenig schleppend in die Partie und sahen uns nach sechs Minuten bereits im Rückstand. Nach einem Freistoß stand am langen Pfosten der ungedeckte gegnerische Spieler und schoss ohne Schwierigkeiten zum frühen 1:0 ein. Das war natürlich überhaupt nicht nach unseren Vorstellungen, zumal die Führung den Gastgebern komplett in die Karten spielte. Mit langen Pässen auf ihren pfeilschnellen Stürmer versuchten sie nun, den Spielstand auszubauen. Nachdem der Schiedsrichter ein Abseitstor Halvestorfs zu Recht aberkannt hatte, kamen wir besser ins Spiel. In der 25. Minute setzte sich Finn über die linke Seite sehr schön durch und hatte auch noch einen Blick für Tim, dem er den Ball maßgerecht zum Ausgleich vorlegte. Gute fünf Minuten später hatte Tim unsere Führung auf dem Schlappen. Über Finn und Daniel gelangte der Ball zu Jan, der diesen hoch zu Tim weiterleitete. Mit der Brust nahm Tim den Ball an und zog in einer flüssigen Bewegung per Dropkick ab, scheiterte aber am sehr starken Torhüter. Mit einem gerechten 1:1 ging es in die Kabinen.

 

Aus der Pause kam erneut der Gastgeber ein wenig stärker. In der 58. rettete Fin-Louis kurz vor der Torlinie, zwei Minuten später lagen wir erneut zurück. Einen Freistoß nickte der Schütze des ersten Treffers zum 2:1 ein. Wir rannten also wieder einem Rückstand hinterher, während der Gastgeber den Boden für seine Spielphilosophie präpariert fand. Hinten sicher stehen, robust in die Zweikämpfe gehen und den Ball dann lang in die Spitze spielen. In der 65. Minute führte genau so ein „Spielzug“ zur nächsten Hundertprozentigen für Halvestorf, doch Paul gewann die Eins-gegen-Eins-Situation mit einer starken Parade. Wir hatten aber auch unsere Gelegenheiten. Tim scheiterte zwei Mal, bevor er in der 81. Minute das 2:2 erzielte. Nach einem Freistoß Pauls stand er goldrichtig und traf per Direktabnahme ins lange Eck. Eine Minute später durften wir uns bei Paul bedanken, weil er zum zweiten Mal das Duell gegen den gegnerischen Stürmer für sich entschied. So ging es mit einem Unentschieden in die letzten Spielminuten, die wir für fünf Zeigerumdrehungen in Unterzahl bestritten. Fin-Louis hatte für ein Foul eine Zeitstrafe bekommen. Nun drückte der Gastgeber auf den dritten Treffer, konnte diesen aber ebenso wenig erzielen, wie wir mit unserer letzten Gelegenheit in der Nachspielzeit.

 

So blieb es beim insgesamt gerechten Ergebnis. Halvestorf war uns körperlich überlegen, während wir spielerisch den reiferen Eindruck hinterließen. Beiden Mannschaften boten sich Chancen auf den dritten Treffer, keine konnte sie letztlich nutzen. Aufgrund des etwas besseren Torverhältnisses bleiben wir in der Tabelle vor unserem heutigen Gegner, mussten aber den Platz an der Sonne abgeben. Forstbachtal ist jetzt mit sechs Siegen aus ebenso vielen Spielen der Branchenprimus. Wir gehen nun in eine dreiwöchige spielfreie Zeit und laufen erst wieder am letzten Herbstferientag auf. Der Termin hat es aber in sich, denn wir dürfen am Sonntagmorgen um 11 Uhr nach Bad Pyrmont reisen.

 

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5. Punktspiel VfR – 1. JFC AEB Hildesheim 3:1 (2:1)

 

Jährlich grüßt das Murmeltier. Egal in welcher Saison wir in welcher Klasse spielen, ein Jahr ohne ein Aufeinandertreffen zwischen unseren Mannschaften gibt es nicht. Seit gefühlten Jahrzehnten treffen wir entweder in Punktspielen aufeinander, oder aber das Pokallos sorgt dafür, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren. Im Pokal ist ein Aufeinandertreffen noch im Bereich des Möglichen, weil beide Mannschaften noch im Lostopf liegen, in der Meisterschaft haben wir in der Hinsicht schon seit langem Gewissheit. Zum Hinspiel durften wir unseren Hildesheimer Ortsrivalen nun am heimischen Philosophenweg zu einem Spiel zweier Teams aus dem oberen Tabellendrittel begrüßen. Wir als Tabellenführer empfingen den Viertplatzierten. Derby! Spitzenspiel! Fußballherz, was willst du mehr?

 

Wir kamen, im Gegensatz zu den letzten beiden Partien, dieses Mal sehr gut ins Spiel. Vom Anpfiff an nisteten wir uns in der gegnerischen Hälfte ein und ließen AEB nicht zur Entfaltung kommen. Mit unserer ersten Gelegenheit gingen wir auch sofort in Führung. Eine perfekt getimte Ecke Pauls köpfte Finn in der fünften Minute wuchtig, platziert und für den Torhüter unerreichbar ins rechte Toreck. Der frühe Treffer gab uns noch mehr Sicherheit. Nach einer Viertelstunde steckte Jan den Ball zu Tim durch, der mit seinem Abschluss aber am Torhüter scheiterte. In der 23. Minute dribbelte Finn mit ein wenig Glück an drei Abwehrspielern vorbei, umkurvte anschließend den Torhüter und ließ sich auch durch den letzten verbliebenen und der Torlinie entgegen grätschenden Verteidiger nicht am 2:0 hindern. Mit der beruhigenden Führung im Rücken nahmen wir mit zunehmender Spieldauer immer mehr Dominanz aus unserem Spiel, ohne dass AEB damit viel anzufangen wusste. In der 38. Minute änderte sich das. Nach unserer Ecke bekam der gegnerische Kapitän in der Nähe des eigenen Strafraums den Ball und lief einfach mal los. Wir leisteten keinen nennenswerten Widerstand, bis er etwa 20 Meter vor unserem Tor angekommen war und einfach mal abzog. Schwupps, drin war die Kugel. Aus dem Nichts hatte AEB den Anschlusstreffer erzielt und es stand nur noch 2:1. So baut man seinen Gegner auf!

 

Auch wenn bis zur Halbzeit nichts Nennenswertes mehr passierte, hielt dieser Aufbau-Effekt bis in die zweite Hälfte an. AEB war nun aggressiver, schob deutlich weiter nach vorne und nahm wesentlich aktiver am Spielgeschehen teil. Es entwickelte sich ein intensives Spiel ohne die ganz großen Torchancen. Eine Ausnahme war eine tolle Aktion Tims in der 54. Minute. Nachdem er zwei Gegenspieler mit dem Zidane-Trick ins Leere laufen ließ, scheiterte er mit seinem 18-Meter-Schuss leider am Pfosten. Die Aktion ließ auch AEB-Anhänger anerkennend applaudieren. Unsere Gäste vergaben ihre größte Ausgleichschance in der 67. Minute. Die Hereingabe ihres Stürmers nach einem Freistoß flog aber von allen Spielern unberührt ins Toraus. Das war für uns das Zeichen, die Zügel wieder in unsere Hände zu nehmen. In der Folge traten wir dominanter auf, ließen für den Rest des Spiels keinen gegnerischen Abschluss mehr zu und näherten uns langsam wieder dem richtigen Tor an. Tim scheiterte zwei Mal mit seinen Schüssen, bevor Fin-Louis in der 80. Minute für die Vorentscheidung sorgte. Einen Eckball Jans drosch er per Dropkick zum 3:1 unter die Latte. Damit war die Messe gelesen. Wir kontrollierten das Spielgeschehen und unser Gegner hatte sich mit der Niederlage abgefunden. Bis zum Abpfiff passierte nichts mehr.

 

Durch dieses und auch die übrigen Ergebnisse hat sich nach fünf Spieltagen eine verlustpunktfreie Dreiergruppe ein wenig vom Rest der Liga abgesetzt. Am nächsten Wochenende kommt es zum Aufeinandertreffen zweier dieser Mannschaften. Wir treten als Tabellenführer beim zweitplatzierten Team aus Halvestorf an.

 

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Bezirkspokal 2. Runde: VfR – JSG Hameln Land (Landesliga) 2:1 (1:1)

 

Wie schon in der Vorsaison bekamen wir auch dieses Mal in der zweiten Runde einen Landesligisten vor die Nase gesetzt. Unser Gegner aus Hameln ist mit jeweils zwei Siegen und Niederlagen ganz ordentlich in die Spielzeit gestartet und steht derzeit genau in dem Tabellenbereich, in dem er sich am Ende auch zu sehen erhofft: im gesicherten Mittelfeld. Da die Partie wegen der doch ein wenig längeren Anfahrt unserer Gäste um 19:00 Uhr angesetzt war, stand für uns das erste Flutlichtspiel der Saison an. Donnerstag-Abend, Flutlicht und zudem ein starker Gegner, da kam schon ein wenig Europa-League-Stimmung auf ;) Oder so ähnlich. Die Vorfreude in der Mannschaft war jedenfalls greifbar.

 

Von einer längeren Anfahrt war bei unseren Gästen mit dem Anpfiff nicht viel zu sehen. Hameln begann druckvoll, zog sofort das eigene Spiel auf und forderte uns defensiv einiges ab. Wir standen aber recht sicher, bekamen offensiv zunächst allerdings kaum einen Fuß in die Tür. In der achten Minute war der gegnerische Stürmer zum ersten Mal frei durch, scheiterte aber mit seinem Schuss an Paul. Fünf Minuten später bekam Marvin bei unserem ersten Abschluss nicht genug Druck hinter den Ball und köpfte diesen in die Arme des Torhüters. Mit unserer zweiten Offensivaktion gingen wir in Führung. Einen Diagonalpass erlief der gegnerische Abwehrspieler, Tim fasste nach und eroberte clever den Ball, um ihn anschließend aus spitzem Winkel am verdutzten Torwart vorbei mit der Picke in den Winkel zu donnern. Das ließ die ohnehin schon mit viel Zug vorgetragenen Angriffe unserer Gäste in der Folge noch dynamischer wirken. In der 26. Minute belohnte sich Hameln mit dem Ausgleich. Wieder lief der Stürmer nach einem Steilpass frei durch, behielt dieses Mal die Nerven und schob den Ball überlegt an Paul vorbei ins Netz. Drei Minuten später bot sich uns die Chance auf die erneute Führung. Tim setzte sich über die rechte Seite durch und schoss, anstatt in die Mitte zu Leon zu passen, aus einer ungünstigen Position den Torhüter an. Das war unsere letzte Gelegenheit in Halbzeit eins, Hameln hatte noch zwei gute. In der 32. Minute flog ein scharf getretener Freistoß um Zentimeter am einschussbereiten Spieler vorbei, drei Minuten später behielt Paul im 1 gegen 1 die Oberhand gegenüber dem erneut frei vor ihm aufgetauchten Stürmer. Mit einem aus unserer Sicht ein wenig glücklichen 1:1 ging es in die Pause.

 

In der nahmen wir uns vor, unser Spiel deutlich weiter in die gegnerische Hälfte zu verschieben, um zum einen die Abwehr zu entlasten und zum anderen auch leichter zum eigenen Abschluss zu kommen. Das funktionierte zunächst nicht. Hameln drückte uns in die Defensive und generierte sofort zwei gute Gelegenheiten. In der 49. Minute rettete uns der Pfosten, drei Minuten später zielte unser Gast mit einem Kopfball einen halben Meter zu hoch. Nach einer knappen Stunde traten wir dann offensiv mal wieder in Erscheinung. Tim flankte von der rechten Seite scharf vor das Tor, wo der Torhüter den Ball bei seinem Fangversuch wieder aus den Händen fallen ließ und Leon sich geschickt den Ball sicherte. Mit dem Tor, dem Torwart und seinem Gegenspieler im Rücken griff Leon in die Trickkiste und beförderte den Ball mit der Hacke zum 2:1 in die lange und ungeschützte Ecke. Der Treffer lähmte unseren Gast spürbar, während er uns sichtbar Auftrieb gab. Zwei Minuten nach der Führung hätte Leon diese weiter ausbauen können, doch sein Schuss nach einem Tim-Pass flog knapp über das Gehäuse. In der 66. Minute verweigerte uns der Schiedsrichter die nächste hundertprozentige Gelegenheit, indem er sich nach einem klaren Foul an Finn nicht zu einem fälligen Elfmeterpfiff durchringen konnte. Nachdem Leon in der 75. Minute einen Freistoß Pauls eine Handbreit über den Querbalken drosch und damit die endgültige Entscheidung vertagte, bekam unser Gast zusehends Auftrieb und das Spiel eine Prise Hektik. Hameln wollte den Ausgleich erzwingen und wir suchten die finale Konterchance, bekamen sie aber nicht. Auf der Gegenseite, also in unserer Hälfte, bot sich dem Landesligisten noch zwei Mal die Chance, das Elfmeterschießen zu erreichen. Paul bewahrte uns in der 88. Minute mit seiner nächsten starken Parade vor dem Ausgleich und wäre in der Nachspielzeit geschlagen gewesen, wenn der Stürmer etwas genauer gezielt hätte. So rauschte der Ball um Zentimeter am Tor vorbei und wir zwei Minuten später in die nächste Runde.

 

Nach einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zogen wir mit einer kämpferisch vorbildlichen Leistung gegen einen starken Gegner in die nächste Runde ein. Hameln hatte mehr und auch bessere Torchancen als wir, nutzte diese aber nicht gut. Wir waren in der Hinsicht wesentlich effektiver und stehen damit ein wenig glücklich, aber nicht völlig unverdient in der dritten Runde.

 

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4. Punktspiel BW Salzhemmendorf – VfR 0:9 (0:4)

 

Was soll ich zu diesem Spiel großartig schreiben? Das Ergebnis spricht für sich. Wir waren in allen Belangen turmhoch überlegen, erspielten uns noch wesentlich mehr Gelegenheiten als die neun, die wir in Tore ummünzen konnten und fuhren mit dem nächsten Dreier im Gepäck wieder nach Hause. Damit es aber doch ein wenig zu lesen gibt, werde ich dieser kurzen Zusammenfassung noch einige Zeilen hinzufügen.

 

Parallel zu unserem Spiel fand die Herren-Bezirksliga-Paarung zwischen der Heimmannschaft und der Vertretung des FSV Sarstedt statt. Während sich die alten Männer auf dem A-Platz tummelten, durften wir auf dem B-Platz auflaufen und fanden schon beim Aufwärmen heraus, dass er seinen Namen zu Recht trug. Etliche rasenlose Stellen, viele Hügel und unzählige kleinere Unebenheiten verleiteten den einen oder anderen Zuschauer zu einem Vergleich mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche mit fünf Buchstaben (Acker). Unserem Vorhaben, uns mit möglichst vielen Pässen dem gegnerischen Tor zu nähern, stand dieser Umstand für gute zwanzig Minuten nicht unerheblich im Weg. So lange dauerte es, bis wir in Führung gingen. Bis dahin hatten Leon, Finn und Fin-Louis bereits drei gute Chancen liegen gelassen. In der 23. Minute waren die Hügel aber völlig egal. Jan zirkelte einen Eckball direkt auf Leon, der die Kugel sehenswert und volley in den Winkel beförderte. Das war der Startschuss zu einer „Alle-fünf-Minuten-ein-Treffer“-Serie, die wir mit dem 1:0 starteten. Beim zweiten Treffer harmonierten Jan und Leon in bewährter Manier wieder vorzüglich miteinander. Dieses Mal schoss Leon nach einem Freistoß Jans unter Zuhilfenahme des Innenpfostens seinen zweiten Treffer. Einen lupenreinen Hattrick verzeichnete Leon in der 33. Minute. Finns Abschluss nach einem erneuten Jan-Freistoß ließ der Torhüter nach vorne abklatschen. Dort lauerte Leon und schob den Ball problemlos über die Linie. Weitere fünf Minuten später legte Leon den Ball auf Tim quer, der noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und überlegt ins lange Eck einschob. Zwei Hundertprozentige vergaben Tim und Jan in der 45. Minute, dann pfiff der Schiedsrichter die völlig einseitige Halbzeit ab.

 

Die zweiten 45. Minuten unterschieden sich von den ersten nur dadurch, dass sich das komplette Spielgeschehen nun in der anderen Platzhälfte abspielte. Auf die Gefahr hin, dass ich damit einen vielleicht erhofften Spannungsbogen bereits im Keim ersticke, nehme ich es schon einmal vorweg: Auch in dieser Halbzeit schoss der Gastgeber nicht einmal auf unser Tor. Die gegnerischen „Angreifer“, die eigentlich eher als vorderste Verteidiger zu bezeichnen waren, wurden ebenso schnell wie lautstark zurückgerufen, sobald sie einen Fuß über die Mittellinie setzten. So tummelten sich permanent 21 Spieler in einer Hälfte. Einer davon war Corvin, der die Enge nutzte, um sich in der 49. Minute vom Torhüter ans Schienbein schießen zu lassen und Sekundenbruchteile später das fünfte Tor zu bejubeln. Fünf Minuten später scheiterte Corvin dann am Pfosten, bevor er in der 61. Minute auf Jan ablegte, der mit einem strammen Schuss aus 20 Metern das halbe Dutzend Tore vollmachte. Finn mit dem linken Fuß von der Strafraumgrenze (67. Minute), Corvin mit einem Abstauber nach dem nächsten Jan-Freistoß (82.) sowie Leon aus 50 Zentimetern nach einer Ecke (87.) schraubten das Ergebnis in die unmittelbare Nähe der Zweistelligkeit. Nach 89. Minuten pfiff der Schiedsrichter die einseitige Partie eine Minute zu früh ab. Das störte aber niemanden.

 

Nach vier recht deutlichen Punktspielsiegen warten in den nächsten beiden Wochen drei größere Herausforderungen auf uns. Zum Auftakt reist zur zweiten Runde des Bezirkspokals am Donnerstag um 19:00 Uhr mit der JSG Hameln-Land eine Vertretung aus der Landesliga an den Philosophenweg. Danach empfangen wir am kommenden Samstag um 14:30 Uhr den Landesliga-Absteiger des JFC AEB, bevor wir eine Woche später beim Tabellenzweiten aus Halvestorf (das liegt bei Hameln) unsere Visitenkarte abgeben.

 

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3. Punktspiel VfR – JFC Kaspel 13:0 (5:0)

 

Das Ergebnis drückt unsere Überlegenheit sehr treffend aus. Kaspel schoss im Verlaufe der Partie kein einziges Mal nennenswert auf unser Tor und wir nutzten etwa die Hälfte unserer herausgespielten Gelegenheiten. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass sich zehn Spieler in die Torschützenliste eintrugen und wir dieses Mal auf kein Eigentor angewiesen waren:

 

Torschützen:

1:0 Daniel K. (6. Minute)

2:0 Jan H. (11.)

3:0 Leon (24.)

4:0 Leon (35.)

5:0 Tim (36.)

6:0 Finn K. (46.)

7:0 Paul E. (48.)

8:0 Corvin (53.)

9:0 Leon (63.)

10:0 Leon (66.)

11:0 Fin-Louis (11-Meter; 69.)

12:0 Daniel S. (84.)

13:0 Lennert (86.)

 

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2. Punktspiel SV 06 Holzminden – VfR 2:5 (1:2)

 

Wieder einmal durften wir uns auf die Reise nach Holzminden machen. In unserer ersten Bezirksliga-Saison trafen wir drei Mal auf die Jungs aus dem Weserbergland. Die beiden Punktspiele gingen gegen den damaligen Ligaprimus knapp verloren, im Pokal setzten wir uns im Elfmeterschießen durch. Auch in der letzten Spielzeit trafen wir auf unserem Weg zum Pokalsieg aufeinander. In der zweiten Runde gewannen wir recht souverän mit 2:0. Vor dieser Partie stand es in den direkten Duellen also unentschieden, wobei wir noch kein einziges Punktspiel siegreich gestalten konnten. Das galt es zu ändern.

 

Mit einem zum frühen Zeitpunkt der Saison ungewöhnlich stark zusammengeschrumpften Kader traten wir die gut einstündige Fahrt in die selbsternannte Stadt der Düfte an. Durch die vielen Absagen mussten wir die Mannschaft auf mehreren Positionen umstellen. Das spürte man dann auch vom Anpfiff an. Wir kamen sehr schleppend in die Partie und gestatteten Holzminden mehr Spielanteile als geplant. So verzeichnete unser Gegner nach einer sehenswerten Direktabnahme aus 16 Metern, die gut hörbar an der Querlatte landete, die erste Chance des Spiels. Wir egalisierten das Chancenverhältnis drei Minuten später. Jan lupfte den Ball auf Tim, der diesen mit der Brust annahm und dann knapp über das Tor schoss. In der 17. Minuten fiel der erste Treffer. Wir konnten einen Ball in der Abwehr nicht klären, ein Holzmindener Spieler ging dazwischen und wurde anschließend von Max im Strafraum gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte der gegnerische Stürmer sicher ins rechte Eck. Nur eine Minute später glichen wir aus. Daniel flankte in den 16er, Leon touchierte den Ball leicht mit dem Rücken und irritierte damit den Holzmindener Abwehrspieler, der in bester Stürmermanier aus fünf Metern ins eigene Netz einschoss. Zur Ehrenrettung sei erwähnt, dass hinter dem Spieler Tim einschussbereit lauerte und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch getroffen hätte. Danach waren klare Chancen erst einmal Mangelware. Jan, Christian, Finn (2) und Tim hatten zwar noch einige Torschüsse zu verzeichnen, doch wirklich zwingend war davon keiner. In der 44. Minute gingen wir doch noch in Führung, auch wenn wir gar nicht aufs Tor schossen. Jan flankte einen Freistoß in den Strafraum, wo der Torschütze unseres ersten Treffers erneut sehr unglücklich agierte. Mit dem Hinterkopf verlängerte er den Ball über den eigenen Torhüter hinweg zum zweiten Mal ins eigene Netz. Wir führten also allemal kurios mit 2:1, denn wir schossen kein Tor selbst.

 

Das wollten wir in der zweiten Halbzeit natürlich ändern und begannen vom Anpfiff an bärenstark. Einen Angriff „wie aus einem Guss“ mit mehreren Doppelpässen über die linke Seite krönte Leon nach einem Zuspiel Finns mit einer unhaltbaren Direktabnahme. Das frühe 3:1 spielte uns komplett in die Karten. Wir agierten in der Folge sehr souverän und verpassten es lediglich, den Sack mit dem vierten Treffer zuzubinden. Die größte Gelegenheit in dieser Phase vergab Finn mit einem Schuss gegen die Latte. Völlig unerwartet wurde die Partie in der 57. Minute wieder spannend. Wir verloren den Ball im Spielaufbau, wurden klassisch ausgekontert und kassierten durch den gegnerischen Stürmer unseren zweiten Gegentreffer. Nach einigen Minuten des Schüttelns nahmen wir die Regiefäden aber wieder in die Hand. In der 62. Minute parierte der Torhüter einen Schuss Finns ins lange Eck stark, eine Minute später knallte Christian die Kugel ans Gebälk und wiederum eine Zeigerumdrehung später schossen wir das vierte Tor. Leon wurde vom Torhüter im Strafraum von den Beinen geholt und Marvin schoss den fälligen Elfmeter im Nachschuss in die Maschen. Damit war das Spiel im Prinzip entschieden. Holzminden kam nun nicht mehr wirklich gefährlich vor unser Tor und hatte lediglich noch einen Abschluss, der allerdings deutlich am Tor vorbeiging. Wir hatten da die wesentlich besseren Gelegenheiten auf Lager, doch jeweils zwei Mal scheiterten sowohl Leon als auch Finn an ihrer Ungenauigkeit. In der Nachspielzeit gelang uns aber doch noch der fünfte Treffer. Finn setzte sich über die rechte Seite durch und passte insgesamt drei (!) Mal in die Mitte, weil er nach zwei misslungenen Abschlüssen immer wieder an den Ball kam. Zunächst scheiterten Lennert und Mahmoud, bevor Tim mit dem letzten Torschuss des Spiels den Endstand erzielte.

 

Obwohl wir über das gesamte Spiel hinweg nicht wirklich gut spielten, holten wir völlig verdient den zweiten Dreier der Saison. Gegen einen sehr defensiv eingestellten Gegner erspielten wir uns immer wieder gute Torchancen, nutzten am Ende fünf davon zu Treffern und gewannen endlich einmal ein Punktspiel gegen Holzminden. Am kommenden Samstag geht es weiter mit der Punktejagd. Um 14:30 Uhr empfangen wir die Jungs vom JFC Kaspel.

 

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1. Punktspiel VfR – JFV Süd 5:0 (3:0)

 

Nun sind wir also in der letzten Jugendklasse angekommen, bevor die Jungs in den Herrenbereich wechseln müssen. Für die meisten in der Mannschaft sind somit die letzten beiden Jahre Jugendfußball angebrochen, für einige wenige sogar das letzte Jahr. Und zur Belohnung dürfen wir wieder häufiger im Hildesheimer Umland spielen. Sehr schön. Zum ersten Punktspiel der Saison traten wir zu Hause an und begrüßten den JFV Süd am Philosophenweg. Mit der Mannschaft, gegen die wir schon etliche Male spielten, hatte unser Gast aber nicht mehr so viel gemeinsam, denn etliche Spieler aus dem 2000er Jahrgang verstärkten die 2001er, die wir wesentlich besser kannten. Deshalb wussten wir auch nicht, wie wir die Truppe einschätzen sollten.

 

Ein verhaltener Beginn auf beiden Seiten war das Ergebnis dieser Ungewissheit. Eine erste Annäherung verzeichneten wir, als Tim den Ball auf Leon querlegte, diesem aber das Spielgerät bei der Annahme versprang. In der 15 Minute bot sich Finn im Anschluss an eine Ecke eine sehr gute Gelegenheit, jedoch missriet sein Kopfball aus fünf Metern ziemlich und wurde so zu einer leichten Beute für den Torhüter. Zehn Minuten später gingen wir in Führung. Daniel setzte sich über rechts nach einem Spielzug, den wir einen Tag vorher einstudiert hatten, durch, flankte flach in die Mitte und hatte dabei etwas Glück, dass der Ball noch leicht abgefälscht wurde. So rutschte er an sämtlichen Abwehrspielern und dem Torwart vorbei direkt zu Jan, der aus zwei Metern nur noch den Fuß hinhalten musste. Aus der anschließend vom Schiedsrichter angeordneten Trinkpause kamen wir hellwach und schraubten innerhalb von zwei Minuten unsere Führung in eine beruhigende Höhe. Jan zirkelte in der 32. Minute einen Freistoß von der Seitenlinie sehenswert zum 2:0 ins lange Eck und zwei Zeigerumdrehungen später erhöhte Finn auf 3:0. Dabei steckte er den Ball zunächst sehenswert auf Tim durch, der mit seinem Schuss am Torwart scheiterte. Von diesem prallte die Kugel direkt vor die Füße Finns, der nicht lange zögerte und zum dritten Treffer einschob. Bis auf eine Gelegenheit Tims, der kurz vor der Halbzeit knapp verzog, gab es bis zum Pausenpfiff keine weiteren Chancen.

 

In der gesamten zweiten Hälfte tat sich nicht sehr viel. Wir hatten das Spiel nahezu komplett im Griff und gestatteten unserem Gegner bis auf eine Situation kurz vor Spielschluss nicht eine einzige nennenswerte Torchance. Selbst erspielten wir uns drei Gelegenheiten, von denen wir zwei zu weiteren Treffern nutzten. Nach einer knappen Stunde setzte sich Finn über die linke Seite energisch durch und passte den Ball in die Mitte. Dort fand er aber niemanden aus den eigenen Reihen, sondern einen gegnerischen Abwehrspieler, der dem Torhüter mit seinem Rettungsversuch keinerlei Chance gab und zu unserem vierten Treffer einnetzte. In der 71. Minute traf Leon zum 5:0. Einen Abstoß Pauls verlängerte Jacob mit dem Kopf in den Lauf Leons, der sich im Laufduell mit seinem Gegenspieler durchsetzen konnte und den Ball über den heraus eilenden Torhüter hinweg ins Gehäuse hob. Unsere dritte Gelegenheit vergab Tim, nachdem er sich zunächst gegen einen ihn festhaltenden Gegenspieler durchsetzen konnte, danach den letzten Verteidiger mit einem Zidane-Trick überspielte und anschließend leider mit seinem Heber einen Meter zu hoch zielte. Die letzte Chance des Spiels hatte unser Gegner drei Minuten vor dem Abpfiff. Der Angreifer setzte sich gegen Fin-Louis durch und zielte dann mit seinem Schuss ein wenig zu genau, so dass der Ball vom Pfosten zurück in Pauls Arme prallte.

 

Das war ein sehr ordentlicher Einstieg in die Punktspielrunde. Nachdem wir erst einmal in Führung gegangen waren, geriet unser Sieg zu keiner Phase des Spiels in Gefahr. Wir nutzten unsere Gelegenheiten clever und ließen in unserer Abwehr kaum etwas zu. Auf diese Leistung kann man aufbauen.

 

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Bezirkspokal 1. Runde: VfV Borussia 06 (Bezirksliga) – VfR  1:3 (0:1)

 

Zwei Jahre waren wir quasi komplett raus aus dem Hildesheimer Einzugsgebiet. In der Landesliga vor zwei Spielzeiten und der Stippvisite in der Bezirksliga 2 im vergangenen Jahr kreuzten wir zum überwiegenden Teil die Klingen mit Mannschaften aus dem hannoverschen Raum. Das wird sich in dieser Spielzeit ändern, denn wir sind in die Bezirksliga 3 und somit in das geographische Dreieck der „drei H’s“ (Hildesheim-Holzminden-Hameln) zurückgekehrt. Eine Ausnahme bildete schon immer der Pokal. Unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit wird dort in den ersten Runden der Fokus nach Möglichkeit auf eine kurze Anreise gelegt. So war es in der Vergangenheit und so ist es auch in dieser Saison. Wir durften einmal über den Zaun springen, um bei unserem Ligakonkurrenten und Nachbarn des VfV Borussia 06 unsere Visitenkarte abzugeben.

 

Nach einer urlaubsbedingt durchwachsenen Vorbereitung mit überschaubarer Teilnehmerzahl beim Training konnten wir die Generalprobe gegen die Landesliga-Vertretung des SV Alfeld siegreich gestalten. Nach sehr starken 30 Minuten und einer komfortablen 3:0-Führung im Rücken schalteten wir mehrere Gänge zurück und gewannen schließlich verdient mit 4:1. Da auch die Jungs vom VfV gegen Alfeld antraten und ihrerseits einen 3:2-Sieg einfahren konnten, schätzten wir die Chancen auf ein Weiterkommen für beide Teams annähernd gleich ein.

 

So begann dann auch das Spiel: auf Augenhöhe. Knappe 10 Minuten tat sich nahezu nichts, bevor wir zwei Fehler in den Spielaufbau einbauten und unser Gegner prompt zu den ersten beiden Abschlüssen kam. Den ersten hielt Paul, den zweiten verzog der Stürmer. Danach neutralisierten sich beide Mannschaften wieder. Erst in der 26. Minute durften wir unsererseits einmal von aufkeimender Gefahr sprechen. Leon setzte sich auf der rechten Seite durch und passte scharf in die Mitte. Dort kam Tim um einen Wimpernschlag zu spät und der Ball rauschte durch den Strafraum ins Seitenaus. Nach einer halben Stunde bot sich nach einem Doppelpass zwischen Jan und Leon zunächst Jan und im Nachschuss auch noch Tim die Möglichkeit eines Torschusses, doch beide kamen nicht durch die massive Deckung der jungen Borussen hindurch. Das änderte sich drei Minuten später. Finn legte den Ball auf der rechten Seite zu Jan zurück, der noch ein paar Meter lief und dabei mit einigen Hüft-Wacklern seinen Gegenspieler auf das falsche Bein stellte, um dann die Kugel unhaltbar aus 18 Metern ins lange Eck zu zirkeln. Nachdem Tim ein paar Minuten später noch zwei Gelegenheiten vergab, ging es mit der knappsten aller Führungen in die Pause.

 

In der nahmen wir uns vor, die überschaubaren ersten 30 Minuten zu vergessen und an die deutlich bessere letzte Viertelstunde anzuknüpfen. Eine Minute lang klappte das super. In der griffen wir über links an, passten in Person von Jan in die Mitte, wo Tim die Kugel knapp über den Kasten drosch. Nur eine Minute später rettete Paul uns die Führung, indem er den ersten gefährlichen Abschluss der VfVer seit längerer Zeit gut parierte. In der 55. Minute mussten wir unsere Führung eigentlich ausbauen. Nach einem Torwartfehler kam Leon am Fünfmeterraum an den Ball, wartete mit seinem Abspiel in die Mitte aber so lange, dass ein Abwehrspieler klären konnte. Den nächsten Fehler nutzten wir dann besser. Einen eigenen Einwurf nahm der Torwart mit den Händen auf, so dass der Schiedsrichter auf indirekten Freistoß für uns entscheiden musste. Jan passte diesen auf den einlaufenden Tim, der den Ball im langen Eck versenkte. Fünf Minuten später erzielte unser Gegner den Anschlusstreffer. Wir verloren den Ball im Angriff und die VfVer starteten einen sehenswerten Konter, an dessen Ende der Stürmer Paul mit einem platzierten Schuss überwinden konnte. In der 79. Minute stellten wir den alten Abstand wieder her. Nachdem wir während des Angriffs schon mehrfach aufs Tor hätten schießen können, gelangte am Ende Corvin an den Ball, nahm Maß und versenkte das Spielgerät zum 3:1 im langen Eck. Damit stand das Endergebnis fest, weil sowohl der VfV in der 87.Minute als auch wir in der Nachspielzeit die letzten Chancen des Spiels vergaben.

 

Damit stehen wir in der zweiten Runde des Bezirkspokals, in dem wir nach dem Titelgewinn in der vergangenen Saison seit über einem Jahr ungeschlagen sind. Da sich die Spiele der ersten Runde über knapp zwei Wochen hinziehen, steht unser nächster Gegner noch nicht fest. Das gilt selbstverständlich nicht für den Ligabetrieb. Dort treffen wir zur Saisoneröffnung am Samstag um 14:30 Uhr in der heimischen Fritz-Ziesener-Arena auf den JFV Süd.

 

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