VfR Germania Ochtersum v. 1924 e.V.
VfR Germania Ochtersum v. 1924 e.V.

Die

Vereinshistorie

 

"Ein Hund kam in die Küche..."

Ob die Gründungsmitglieder des VfR F. Kaune, H. Springmann, P. Müller, J. Socha und F. Ziesener Sen. bereits im Gründungsjahr 1924 dieses "inoffizielle" Vereinslied gesungen haben ist leider nicht überliefert worden, wahrscheinlich aber......ja!

 

Heute gibt es nun die vorerst letzte Folge von Rückblicken in die Vereinsgeschichte. Corona-bedingt gab es seit November 2019 kein Punktspiel auf unserer Anlage, so dass die wöchentlichen Folgen von Rückblicken auf 1. Herren, 2. Herren , Ü40 sowie der Jugendabteilung hoffentlich für ein wenig Abwechslung sorgen konnten. Heute blicken wir zurück auf die komplette Vereinsgeschichte, seit nun mehr 96 Jahren gibt es den VfR und es gibt einiges zu berichten.......

 

Die o.g. Herren trafen sich 1924 in der Gaststätte "Zur Linde" (das heutige Artos im Lindenhof) um einen Fussballverein zu gründen. Treibende Kraft war zweifellos Paul "Pokal" Müller, der zunächst einmal die Vereinsfarben in "Rot" und "Blau" festlegte. In den ersten 4 Jahren gab es nicht mal einen Fussballplatz, man spielte auf Wiesen, Feldern und Äckern bis man 1928 einen Platz am Hohnsen von der Stadt Hildesheim pachtete und es dann endlich einen "normalen" Spielbetrieb geben sollte. Vorm 2. Weltkrieg machte der 1. Vorsitzende Paul "Pokal" Müller seinem Namen alle Ehre und der VfR gewann diverse Pokalturnier und Meisterschaften. Viele der jungen Ochtersumer Fussballer blieben jedoch während des Krieges an der Front und kamen nicht mehr nach Hause. Der Spielbetrieb brach völlig ein, der Fussballplatz wurde zerstört und ein Vereinsverbot der Allierten erschwerte das Fussball-Spielen nach Kriegsende 1945. Trotzdem hielten Paul Müller, Freidrich Woltemate und Friedrich Ziesener Sen. an der Idee des VfR Ochtersum fest und gründeten, wiederum in der Linde, den "neuen" VfR. Bis 1951 gab es aber nachkriegsbedingt keinen regulären Spielbetrieb, erst mit dem WM-Sieg 1954 in der Schweiz (das Wunder von Bern) ging es auch in Gesamt-Deutschland wieder aufwärts. Der Spielbetrieb fand nun auf einer neuen Sportanlage parallel zur Gartenkolonie "Entenpfuhl" statt. Der VfR boomte, Anfang der 60er Jahre sorgten Namen wie Zico und Tango Moser, die 3 Krause-Brüder, Sherry Brandes, Rudi Knoop, Hannes Socha und der lange Garms für Angst und Schrecken beim Gegner. Später kamen noch die Knösel-Brüder, Helmut Fischer und Seppel Sulzinger dazu.....umziehen mussten sich die damaligen Spieler übrigens in der "Linde" oder in der Dorfschule in Ochtersum. Kabinen und/oder Duschen gab es am Entenpfuhl nämlich leider keine.....

1973 wurde der Grundstein gelegt für das heutige Clubhaus, die Plätze wurden von der Stadt Hildesheim bereits ein Jahr zuvor hergerichtet. Der VfR bekam also endlich eine Heimat! Fritz Ziesener, Günter Stürmer und Günter Wons waren die Architekten und Ideengeber für dieses ambitionierte Projekt, was mit Hilfe von vielen Vereinsmitgliedern dann 1974 pünktlich zur WM in Deutschland fertiggestellt wurde. Zum 50-jährigen Bestehen konnte man endlich sein eigenes Clubhaus einweihen! Trainer der damaligen 1. Herren-Mannschaft war übrigens der grade 90 Jahre jung gewordene "Opa-Deutscher-Meister" Herbert Helfenbein. Nicht unerwähnt bleiben darf auch die Damen-Mannschaft des VfR, diese spielte von 1972 - 1982 und erreichte mehere Meisterschaften. Auch die Ochtersumer Turnhalle wurde gebaut und der VfR erweiterte sein Angebot um Damengymnastik, Badminton und kurzfristig auch Tischtennis. Anfang der 80er erreichte man unter Trainer Ralf Kaatz die Meisterschaft in der 2. KKl, 1989 erreichte die 1. Herren dann unter Peter Menrath die Kreisliga. Die Bezirksklasse erwies sich damals allerdings als eine Nummer zu gross (wie hier zu lesen war). Auch die Jugendabteilung wurde in der 80ern stark aufgebaut. Alfred Gentemann betreute als Jugendleiter Mitte der 80er Jahre über 130 Jugendliche in 8 Mannschaften von F - A-Jugend. Gleichzeitig wurde im Jahr 1989 vom damaligen Obmann Gerd Oppermann das "VfR-Kuddel-Muddel-Turnier" erfunden. Hier waren alle aktiven Fussballer eingeladen zum Jahresabschluß ein bisschen nach Lust und Laune in der Ochtersumer Sporthalle zu kicken. Die Mannschaften wurden damals noch 2 Wochen vor Turnierbeginn im Clubhaus ausgelost, ebenso fand die Siegerehrung auch im Clubhaus statt. Das Turnier wurde im Laufe der Jahre immer besser organisiert, so dass teilweise bis zu 90 aktive Spieler dabei waren (u.a. auch Ehemalige, Gäste sowie die FFW Ochtersum). Im Winter 2020 gibt es dann (hoffentlich) die mittlerweile 33. Auflage!!!! (Ein Kuddel-Muddel-Turnier fand noch zusätzlich auf dem A-Platz statt als Sommerausgabe).

Anfang der 90er gab es dann auch erste Veränderungen im und am Clubhaus. "Hausarchitekt" Bernward Anders leitete alle Baumassnahmen, hier wurde u.a. ein Kinderspielplatz errichtet, das Clubhaus teilweise saniert sowie als "Prunkstück" eine Grillhütte gebaut. Diese wurde beim Weinfest 1994 eingeweiht. Über viele Jahre bzw. Jahrzehnte wurde die komplette Anlage tagtäglich von Klaus "Schmacko" Schmetz gehegt und gepflegt, so dass die Fritz-Ziesener-Arena die wohl schönste Anlage im ganzen Landkreis Hildesheim darstellt(e). Im Jahr 1999 erhielt der B-Platz eine neue Flutlichtanlage und das Clubhaus schon einige Jahre vorher eine überdachte Terrasse. Zum 75jährigen Jubiläum 1999 kam der damals noch grosse Hamburger SV zum Freundschaftsspiel, dieses endete 1:13 (wie hier bereits berichtet). Zur Jahrtausendwende entwickelte der VfR eine immer größer werdende Jugendabteilung, die Kinder der G-Jugend von 2002-2004 bilden heute das Kernstück der 1. Herren. Viele Jahre spielten die Jugendmannschaften auf Bezirks- und Landesebene, auf dem Höhepunkt vor einigen Jahren spielten 180 Kinder u. Jugendliche in 11 Teams für den VfR,  herausragend sicherlich der Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft 2014 und des Bezirkspokals 2018 (wie hier berichtet). Nicht zu vergessen der mehrfache Gewinn des NFV-Fair-Play-Cups (C-Jugend 1995 von Alfred Gentemann , B-Jugend 2015 von Florian Preußner und C-Jugend 2017 von Bernie Lotze ) Die 1. Herren gewann 2006 und 2019 die Kreismeisterschaft und spielt jetzt das zweite Jahr in Folge in der Bezirksliga.

Seit 2009 ist der VfR Ochtersum Partnerverein des VfL Wolfsburg und konnte durch diese Kombination schon reichlich Vorteile (insbesondere für unsere Kinder und Jugendlichen) geniessen. Zu Gast beim VfR waren neben der Profi-Mannschaft des HSV übrigens auch noch die russische Nationalmannschaft (1988 kurz vor der EM zu einer Trainingseinheit), die Alt-Herren-Mannschaft des SV Werder Bremen 1984 zum Jubiläumsturnier sowie Jugendteams von Hannover 96, VfL Wolfsburg und anderen Traditionsvereinen wie z.B. Arminia Hannover. Das 2002 von Lutz Kleinholz eingeführte Jugendcamp (Zelt- u. Trainingslager aller Jugendteams zur Saisoneröffnung) konnte sich immerhin 9 Jahre lang halten und wird heute immer noch in abgeschwächter Form durchgeführt. Leider haben wir noch keinen Spieler in den Profibereich geführt, einzig der ehemalige D-Jugend-Spieler Jonas Morison schaffte den Sprung zu einem Profiverein und wurde 2018 A-Jugend-DFB-Pokalsieger und spielte dann noch 2 Jahre bei der U23 von Hannover 96. Bei den Schiedsrichtern sieht das aber anders aus, hier pfeift der ehemalige Jugendspieler Eric Müller mittlerweile 3. Liga und assistiert regelmäßig in der 2. Liga an der Linie bzw. als 4. Offizieller.

 

In all den ganzen 96 Jahren gab es beim VfR nur 5 (!) Vereinsvorsitzende. Zunächst Paul "Pokal" Müller, danach Friedrich Woltemate, dann Fritz Ziesener von 1964 - 1994 (mit 2-jähriger Unterbrechung durch Martin Müller) und seit 1994 ist Reinhardt "Förster" Garms seit nunmehr 26 Jahren 1. Vorsitzender. Mehr Kontinuität ist kaum möglich....!

 

Liebe Leser, das soll es nun gewesen sein mit der Rubrik "Vereinshistorie". Mit einigen Rückblicken auf unvergessene Spiele und Spielzeiten gab es hoffentlich ein bisschen "gute Laune" in der fussballlosen Corona-Zeit. Natürlich ist nicht alles zu 100% korrekt wiedergegeben, kann es auch irgendwie gar nicht. Fehler wurden absichtlich eingebaut, die vielen Reaktionen zeigen mir, dass alle gefunden worden sind von aufmerksamen Lesern!!! :-)

Vielen Dank an die Co-Autoren Bernie Lotze und Lars Nipp und an alle anderen die mir Infos, Bilder u.ä. geben konnten. Germania Attacke!!!

fp, 07/20

 

"Triple-Double-Derby-Sieger" oder

"der beste Ü40-Vizemeister aller Zeiten!"

Triple was? Wer jetzt erstmal ein bisschen über die Überschrift gestolpert ist, dem sei geholfen......man stelle sich folgendes Szenario vor: Der FC Schalke 04 würde in einer Saison das Derby gegen Borussia Dortmund gewinnen, dazu noch beide Spiele gegen die aufgestiegenen Mannschaften von Vfl Bochum und Rot-Weiss Essen, plus das Rückspiel gegen Dortmund....also 6 Siege gegen die unmittelbaren Nachbarn (Derbys) einfahren.....gegen 3 Derby-Gegner Hin- u. Rückspiel gewinnen.....unvollstellbar, bzw. eher vorstellbar, dass Bochum und RWE wieder in die Bundesliga aufsteigen, als dass S04 überhaupt nochmal ein Spiel in der Bundesliga gewinnen wird. Im heutigen Vereinsrückblick sind wir aber nicht in der Bundesliga, sondern in der Ü40-Altsenioren-Kreisliga in der Saison 2013/2014. Hier waren  tatsächlich 12 Mannschaften am Start und 22 Punktspiele zu absolvieren. Von den 11 damaligen Gegnern sind mittlerweile 7 Vereine bzw. Ü40-Teams nicht mehr vorhanden.....

Der VfR hatte eine gute und noch relativ "junge" Mannschaft am Start, die durch den 1. Herren-Spieler Matthias Henze natürlich erheblich verstärkt wurde. Henze nutzte die freitäglichen Spiele als Trainingseinheit, die er Dienstags und Donnerstags grds. immer verpasste. Auf jeden Fall war er der absolute "Unterschiedsspieler", der von kaum einem Gegner (weder in der Herren-Kreisliga noch in der Ü40) zu fassen war. Uwe Holze erzielte beim 5:1 Sieg in Eitzum das erste Saisontor für Germania, weitere 90 Tore sollten bis Saisonende folgen. 2. Spieltag, erstes Derby gegen Neuhof. Hier gewann der VfR 2:1 durch ein Tor in der Nachspielzeit. Derby-Sieg Nr. 1! Es ging weiter mit ungefährdeten Siegen gegen Burgstemmen (6:0) und Almstedt (7:1). Das zweite Derby gegen die Nachbarn aus Diekholzen konnte mit 4:1 gewonnen werden...Derby-Sieg Nr. 2! Durch einen Punktverlust der ebenfalls sehr starken Mannschaft aus Nordstemmen war man am 5. Spieltag dann sogar Tabellenführer! Diese war nach einem 1:1 gegen Angstgegner Wehrstedt aber eine Woche später wieder hinfällig, die erste Niederlage gab es eine Woche später beim Spitzenreiter aus Nordstemmen mit 0:2. Dann marschierten beide Teams vorneweg, bis zum 16. Spieltag konnten beide Mannschaften alle Spiele gewinnen!3:0 gg. Wülfingen, 3:1 gg. Warzen, 4:3 gg. Groß Düngen, 2:1 gg. den VfV/06 Hildesheim (Derby-Sieg Nr. 3!), 4:0 gg. Burgstemmen, 10:1 gg. Eitzum, 1:0 gg. Almstedt, dann das nächste Derby auf Kunstrasen in Neuhof. Es war das dritte Spiel innerhalb von 6 Tagen, dieses Spiel war dann das wohl mit Abstand beste Saisonspiel und wahrscheinlich auch das beste Spiel einer VfR-Ü40 in den letzten Jahren. Neuhof wurde demontiert, in alle Einzelteile zerlegt, stückchenweise wieder zusammengesetzt um dann wieder vollständig zerstört zu werden. 0:1 Thomas Emmerling, 0:2 Matthias Henze, 0:3 Florian Preußner, 1:3, 1:4 Matthias Henze, 1:5 Matthias Henze, 1:6 Matthias Henze, 2:6 per Strafstoss, die Torfolge in einem denkwürdigen Spiel....(Derbysieg Nr. 4!)

Nordstemmen und Ochtersum dominierten die Liga, ein Unentschieden der Norstemmer liess Germania nochmal auf einem Punkt herankommen. Innerhalb von 7 Tagen dann aber der k.o. in Sachen Meisterschaft..erst eine 2:4 Niederlage in Wehrstedt (wie immer mit viel Geschrei und vielen unschönen Szenen), dann das Spitzenspiel zu Hause gegen Nordstemmen....hier konnten Matthias Henze und Jochen Helmke aus einem 0:2 noch ein 2:2 machen, aber in der Nachspielzeit erzielte der Gast noch den Treffer zur Meisterschaft......Derby-Sieg Nr. 5 gab es dann beim 4:0 über Diekholzen und Derby-Sieg Nr. 6 beim 7:2 gegen den VfV Hildesheim. Weitere 3 Spiele konnten noch gewonnen werden, so dass am Ende der Saison Platz 2 und die Vize-Meisterschaft zu Buche stand. Von 22 Spielen konnten 18 (!) gewonnen werden, darunter alle 6 Derbys. Ein Unentschieden bei 3 Niederlagen ergaben am Ende 55 Punkte und 91:27 Tore. Der wohl beste Vize-Meister aller Zeiten........Zum Saisonabschluss gab es dann die von Trainer Thomas Mannel gestifteten Shirts "Triple-Double-Derby-Sieger", die noch heute an diese starke Saison erinnern.......!

 

Zum erfolgreichen Team gehörten:

 

Willi Will, Oliver Garms

Thomas Emmerling, Bernie Lotze, Torsten Ropers, Uwe Holze, Holger Bettels, Michael Hoffmann, Rainer Griess, Florian Preußner, Jochen Helmke, Sven Hinrichsen, Thomas Mannel, Gerd Müller, Holger Brinkmann, Pedro Kuika, Jörg Garbers und Matthias Henze.

"Finale furioso"

Für diesen Rückblick in die Vereinshistorie ist kein Fernrohr notwendig, denn wir befinden uns in der Saison 2017/2018. Der 2001er Jahrgang spielte seine zweite B-Jugend-Spielzeit, die als eine der erfolgreichsten in die Historie eingehen sollte. In derMeisterschaft wurden wir Zweiter (inkl. Landesliga-Aufstiegsrecht) und in der Hallenrunde stießen wir bis ins Halbfinale der Endrunde vor, in dem uns 16 Sekunden von der Teilnahme an der Niedersachsenmeisterschaft trennten. Und als würde das nicht schon für eine erfolgreiche Saison genügen, stellte der Pokalwettbewerb die absolute Krönung dar.
Als krasser Außenseiter zogen wir nicht nur ins Finale ein, sondern brachten sogar den Pokal an den Philosophenweg!
In der Meisterschaftsrunde wurden wir in die „Hannover-Liga“ des Bezirks eingruppiert unddurften dadurch gegen Calenberger Land, Arminia Hannover oder den TSV Bemerode antreten. Nach zwei Siegen zu Beginn (14:0 gegen Ahlem und 3:1 gegen Bemerode) grüßten wir von der Tabellenspitze, die wir mit drei Auswärtsniederlagen in den kommenden vier Spielen (2:8 Calenberger Land, 1:2 Wedemark und 4:5 (!) Arminia Hannover bei einem 7:1 gegen Wedemark) aber schnell wieder verspielten. Von Platz 6 begannen wir dann unseren Zug in Richtung Tabellenspitze, der nach acht Siegen und zwei Unentschieden aus den letzten zehn Spielen mit der Vizemeisterschaft und dem Aufstiegsrecht für die Landesliga belohnt wurde. Die Basis dafür wurde in der Fritz- Ziesener-Arena gelegt. Wir gewannen alle acht Heimspiele, schossen dabei 47 Tore und
kassierten lediglich 9 Treffer, davon allein sechs beim finalen 7:6 gegen den Hesseler SV. Außerdem stellten wir mit Tim Friedrich, der imposante 30 unserer 70 Saisontore schoss, auch noch den Torschützenkönig.
Doch nicht nur in der Meisterschaft wusste die Mannschaft zu glänzen, auch in der
Hallenrunde setzten wir diverse Duftmarken. Nach einem souveränen Ritt durch die Vorrunde durften wir zur Bezirks-Endrunde nach Wunstorf fahren. Und auch dort lief es sehr gut. Wir wurden nach Siegen über VfV, Calenberger Land und Grasdorf Gruppensieger und zogen ins Halbfinale ein. Mit einem Sieg dort hätten wir uns die Teilnahme an der Niedersachsenmeisterschaft gesichert und es sah lange Zeit sehr gut aus. Mit 2:0 lagen wir gegen Garbsen vorn und hatten das komplette Spiel im Griff. Selbst nach dem unglücklichen Anschlusstreffer unseres Gegners dominierten wir die Partie, bekamen den Sack aber trotz allerbester Möglichkeiten nicht zugeschnürt. 16 Sekunden vor dem Ende schoss uns der gegnerische Torhüter (!) dann ins Neunmeterschießen, indem er einen Freistoß direkt verwandelte. In der Abschlusslotterie zogen wir dann leider
den Kürzeren. Dafür „rächten“ wir uns ein knappes halbes Jahr später...
Auch wenn es in allen Wettbewerben gut lief, war unser Saisonhöhepunkt ein anderer: der Bezirkspokal! Da in diesem Wettbewerb nicht nur Bezirksligisten wie wir sondern auch klassenhöhere Landes- und Regionalligisten antraten, freuten wir uns auf interessante Spiele. In der ersten Runde zogen wir das Los JFV Süd (Bezirksliga). Im strömenden Regen spielten wir eine grottenschlechte erste Halbzeit, steigerten uns in der zweiten erheblich und schossen drei Minuten vor dem Elfmeterschießen (eine Verlängerung gibt es im Pokal nicht) durch Finn Kopmann das siegbringende 1:0. Runde zwei bescherte uns mit dem 1. JFC AEB (Regionalliga!) einen alten Bekannten. Gegen keine Mannschaft spielten wir häufiger. Hochverdient siegten wir nach Treffern von Hanno Heimann, Paul
Emmerling und einem gegnerischen Eigentor mit 3:1 und standen im Viertelfinale gegen den SV Holzminden (Bezirksliga).
Trotz drückender Überlegenheit stand es nach der Hälfte der Spielzeit noch 0:0. In
​Halbzeit zwei änderte sich das Bild. Wir führten durch Leon schnell mit 1:0 und machten dadurch kurioserweise den Gegner stark. Bis dahin hatte Holzminden nur verteidigt, nun spielten sie auch offensiv mit. Da sie an diesem Mittwoch-Abend aber überhaupt kein Zielwasser getrunken hatten, flogen sämtliche Abschlüsse meterweit am Kasten vorbei. Wir trafen, nachdem Finn Kopmann im Strafraum umgesenst wurde, per Elfmeter von Marvin Schwarzwälder noch zum 2:0 und standen im Halbfinale. Dort hatten wir es in einem Heimspiel mit der Landesliga-Vertretung des großen TSV Havelse zu tun. Als krasser Außenseiter boten wir alles auf, inklusive eines für Gänsehaut sorgenden Stadionsprechers Swen Bütehorn! Das die große Bühne für uns Neuland war, zeigte sich zu Beginn recht deutlich. Havelse war besser, doch wir bissen uns zunehmend hinein ins Spiel. Trotzdem kassierten wir das 0:1, ließen uns dadurch aber nicht hängen. Jan Hein schnappte einem Gegenspieler die Kugel vom Fuß und glich aus 25 Metern aus.
Danach sorgten Paul Emmerling per Freistoß aus 23 Metern und Finn Kopmann per Kopf für eine 3:1-Führung. Wir kassierten noch einen Gegentreffer, überstanden eine sechsminütige Nachspielzeit und standen im Finale!
Gegner war mit dem Landesligisten TuS Garbsen genau die Mannschaft, die uns in der Hallenrunde im Halbfinale aus dem Wettbewerb geschmissen hat. Wir konnten also Revanche nehmen. Angesetzt wurde das Spiel im total neutral gelegenen Seelze (das liegt etwa 4 km Luftlinie von Garbsen entfernt. Die Anlage dort war von einem Endspiel würdigen Rahmen übrigens so weit entfernt, wie der HSV von der deutschen Meisterschaft. Nicht nur die durch die direkte Nähe zu einem etwa 20-gleisigen Güterbahnhof stark beeinträchtigte Akustik sondern auch der optische Eindruck entsprachen nicht im Ansatz unserer Vorstellung eines Endspielortes. So hatten z.B. noch nicht viele von uns in einem Tor auf dem Aufwärmplatz einen Baumstumpf herausragen gesehen...
Dem Veranstaltungsort absolut ebenbürtig erwies sich auch die erste Halbzeit des
Endspiels: trostlos! Garbsen hatte die größte Chance der ersten Hälfte, scheiterte aber an einem im kongenialen Verbund mit der Querlatte auf der Linie klärenden Marvin Schwarzwälder. Wir schossen auch ein paar Mal in Richtung gegnerisches Tor, ohne dieses nennenswert zu gefährden. Der Rest war Tennis. Beide Abwehrseiten ignorierten gekonnt das Mittelfeld und droschen sich die Bälle hin und her. Zum Glück änderte sich das nach der Pause. In der 56. Minute setzte sich Finn Kopmann auf rechts durch und passte von der Grundlinie auf Tim Friedrich zurück, lange Ecke, Tor. Damit war das Finale endlich eröffnet. 10 Minuten später erzielte Garbsen nach einem Solo den Ausgleich. Wir antworteten prompt. Jan Hein zirkelte einen Freistoß auf Finn, der per Kopf zum 2:1 verwandelte. Nun mussten wir nur noch zehn Minuten überstehen. Garbsen machte auf und drückte mit Mann und Maus, wir standen hinten drin und konterten. Finn scheiterte, Marvin scheiterte, noch drei Minuten. Garbsen griff an und schoss vorbei. Noch zwei Minuten. Wir bekamen den Ball nicht mehr aus unserer Hälfte. Noch eine Minute. Garbsen warf alles nach vorn. Nachspielzeit. Freistoß Garbsen, 21 Spieler an oder in unserem Strafraum, nur der Schütze stand am Ball. Hereingabe, Kopfball des Abwehrspielers, 2:2. Verlängerung. Hängende Köpfe bei uns, ekstatischer Jubel bei Garbsen. Wieder ging unser Spiel 2:2 nach regulärer Spielzeit aus, wie in der
Halle. Damals war das Neunmeterschießen das Folgeszenario, dieses Mal sind es weitere 20 Minuten Spielzeit.
Inzwischen war das für die Zuschauer aber auch völlig okay, denn das Spiel hat mit zunehmender Dauer wahren Finalcharakter entwickelt. Spielerisch immer noch
​überschaubar, aber extrem spannend und völlig offen. Wir begegneten unserer
Enttäuschung über den späten Ausgleich mit wütenden Angriffen und hatten gleich durch Leon Maslicic eine gute Gelegenheit. Der Torhüter hielt. Fünf Minuten später war er machtlos. Leon knallte eine Ecke Jans volley ins linke obere Dreieck. 3:2, die dritte Führung. Nun begann das gleiche Spiel, wie nach dem 2:1. Garbsen griff an. Mit einem Mann mehr auf dem Feld. Fin-Louis Winzler bekam eine lächerliche Fünf-Minuten- Zeitstrafe aufgebrummt. Das war niemals ein Foul, so führt er alle Zweikämpfe. Finn ging in die Abwehr, vorne war nun egal. Garbsen brachte nicht mehr viel zu Stande. In den letzten fünf Minuten waren wir wieder vollzählig. Und Garbsen einfallslos. Wir verteidigten alles weg, puschten uns gegenseitig und ließen nichts mehr anbrennen. Auch in der Nachspielzeit nicht. Wir brachten das 3:2 über die Zeit und durften uns Pokalsieger nennen!
Damit hatten wir unsere Revanche und den bedeutend schöneren Pokal. Nach der
Siegerehrung flossen dann die ersten Elektrolytgetränke noch in Seelze in unsere Kehlen, bevor wir uns stolz und glücklich auf den Heimweg machten, um am Philosophenweg inangemessener Atmosphäre dem Sonnenuntergang entgegen zu feiern...

 

"Second place ist the first winner"

Dass auch mal ein zweiter Platz in der Tabelle durchaus ein Grund zum Jubel und zur Freude ist, zeigte uns die Saison 1999/2000. Die1. Herren spielte nun seit 6 Jahren wieder in der Kreisliga und konnte sich nach dem fast-Doppelabstieg vor einigen Jahren wieder konsolidieren. Nach meheren Mittelfeld-Plätzen hiess die Prognose von Trainer Bernie Lotze erneut: gesicherter Mittelfeldplatz. Um so schöner ist es dann natürlich, wenn diese Erwartung übertroffen wird. Nur ein Abgang war zu verzeichnen, Armin Jürgens wechselte zu Borussia 06, Neuzugänge waren Michael Huber aus Ulm, sowie Daniel Gentemann, Marco Rohde, Henning Wulf und Jan Anders aus den eigenen Reihen. Und noch eine wichtige Änderung gab es, das Ziel der Abschlussfahrt wurde nach meheren erfolgreichen Jahren in Winterberg geändert auf Frielendorf am Silbersee zwischen Kassel und Fulda. Doch dazu später mehr.....einen merkwürdigen Saisonstart gab es in Lamspringe, ein Chancenverhältnis von 15:3 konnte nicht in Tore umgemünzt werden und so verlor man gleich das Auftaktspiel mit 0:3. Selbst auf der gegnerischen Torlinie wurde noch der eigene Mann angeschossen, so dass das wohl beste Saisonspiel leider verloren wurde....Das erste Saisontor erzielte Frank Paulmaier beim 5:0 über PSV Hildesheim, danach gab es die nächste Klatsche in Duingen. Beim Topfavoriten der Liga gab es ein 0:4 und Rot für Martin Pagel. Schnell stellte sich heraus, dass die Duinger in dieser Saison das Mass aller Dinge sein sollten und mit reichlich finanzieller Unterstützung der Firma "Ladycake" den Aufstieg in die Bezirksklasse schafften wollten. Am Ende gaben die Duinger in 30 Spielen grade mal einen (!) Punkt ab, doch dazu später mehr....Germania kam langsam in Fahrt, 3:1 gegen Eberholzen mit Bubi Ringe, 1:1 in Adensen, 6:3 gegen Itzum, 1:0 in Neuhof und ein 8:0 gegen Burgstemmen brachten einen Platz in oberen Teil der Tabelle. Beim TSV Warzen war Volksfest, leider keine Punkte für uns (0:2), dann aber rollte der topfitte-VfR-Express weiter durch die Kreisliga...4:2 gegen Mehle mit Doppelpack Emmerling, 6:3 in Eime mit 3er-Pack Bütehorn, 3:1 gegen Wehrstedt II, vorm Jubiläumsball im 4-Linden zur 75-Jahr-Feier noch ein Unentschieden gegen Elze, danach noch 2 Siege gegen Brunkensen 2:1 und 4:0. Als Tabellenzweiter ging man nun in die Winterpause, eine Platzierung mit der keiner gerechnet hatte und die nun durch viel Training gehalten werden sollte. Nach dem Winter dann 3 Zu-Null-Siege, 4:0 in Itzum, 8:0 in Burgstemmen und 3:0 gegen Warzen, unaufhaltsam in Diekholzen 2:1 gewonnen nach ganz früher Gelb-Roter Karte für Marc Olias, 6:0 gegen Eime mit Doppelpack Jan Anders, 4:3 in Eberholzen (dabei die 2. Halbzeit bergauf gespielt und dabei 3 Tore erzielt), 1:1 gegen Lamspringe, 1:0 in Mehle gewonnen und noch ein 2:2 Unentschieden gegen Neuhof II ehe es beim SV Wehrstedt II mal wieder eine Niederlage gab trotz Doppelpack Benny Schepermann (2:4). Gegen Adensen (2:0), Elze (1:1) und Diekholzen (3:1) wurde ebenfalls gepunktet, so dass man am vorletzten Spieltag schon als Vizemeister hinter Duingen feststand. Eine überragende Saison wurde gespielt und auch wenn es als Tabellenzweiter keinen Aufstieg, keine Relegation o.ä. gab war man sehr stolz auf das Erreichte. Der Höhepunkt aber kam nun am letzten Spieltag mit dem Heimspiel gegen den Meister und Aufsteiger aus Duingen. Diese hatten in 29 Spielen 29 mal gewonnen und wollten nun am Philosophenweg die perfekte Saison mit dem 30. Sieg eintüten. Gerüchteweise sollte "Ladycake" den Duinger Spielern bei einer perfekten Saison die Mannschaftsfahrt nach Mallorca komplett zugesagt haben, daraus wurde aber nichts......das frühe 0:1 konnte Marc Olias spät in der 2. Halbzeit ausgleichen, postwendend aber die erneute Führung für Duingen. Es war tropisch heiss, viele Zuschauer hatten sich eingefunden und feuerten die Mannschaft unermüdlich an. Das Spiel war auch extra auf einen Samstag verlegt worden, damit beide Teams ihren Abschluss ausgiebig feiern konnten. Als sich alles schon mit dem Sieg der Duinger abgefunden hatte, rannte Dennis "Naddel" Nadzeika mit letzter Kraft und seinem einzigen Vorstoss über die Mittellinie in der ganzen Saison nochmal nach vorne Richtung rechte Eckfahne vorm Clubhaus, schlug verzweifelt eine ziemlich verunglückte Flanke in den 5-Meter-Raum der Duinger, diese wurde vom Torwart der Duinger souverän per Sprungabwehr gefangen und wie eine reife Kirsche vom Baum heruntergepflückt, dann aber rutschte der mit 120-kmh-geschossene Flankenball zwischen den Händen des Keepers hindurch und fiel nun genau auf den Kopf des mitgelaufenen Ochtersumer Mittelstürmers und von da.......ins Tor zum 2:2 Ausgleich! Riesenjubel, Abpfiff, Wahnsinn......! In 15 Heimspielen gab es keine Niederlage bei 11 Siegen und 4 Unentschieden. Die Duinger fuhren frustriert nach Hause während die Mannschaft und Trainer Lotze ausgiebig feierten und das Clubhaus beim "Hund der in die Küche kam" mehrfach in seinen Fundamenten erschüttert wurde. Getoppt werden konnte diese Saison nur noch mit einer noch besseren Abschlussfahrt. Wie gesagt, kein Mallorca und kein Winterberg, es ging nach Frielendorf zum Silbersee. Hier konnte zwar kein Schatz gehoben werden, jedoch wurden interessante Bekanntschaften gemacht, z.B. mit einer Abordnung der Hells-Angels-Kassel sowie dem Schalke 04-Fanclub "Ruhrpottasseln", die mit grosser Anzahl von seltsamen Personen im selben Feriendorf vertreten waren und dafür sorgten, dass das All-Incl-Angebot des Veranstalters meistens schon gegen frühen Nachmittag mangels Nachschub ausgesetzt wurde.  So konzentrierte man sich auf häufeln, schwimmen (knack) und auf Sportwetten Marke S. Bütehorn, der die naheliegende Bahnlinie für attraktive Wettangebote nutzte......"nächster Zug von rechts, Güterzug mit roter Lok.....50 Mark Einsatz!"

 

Zum erfolgreichen Team gehörten:

 

Domink "Six-Pack" Pranz, Oliver Garms

Micahel Behre, Dennis "Naddel" Nadzeika, Lars Nowatzki (2 Saisontore), Martin "Don Pagello" Pagel, Henning "Air" Wulf (2), Daniel Gentemann (2), Tobias "das Pferd" Husemann, Frank Paulmaier (4), Marc "Scholty" Olias (5), Benedikt "Bene" Schepermann (8), Manuel Royas-Konkol (5), Carsten "Doktor" Wendel (3), Thomas "Taube" Emmerling (5), Jan Anders (4), Michael Huber (2), Florian Preußner (19), Swen Bütehorn (12).....plus 11 weitere Spieler mit Kurzeinsätzen.

 

Trainer: Bernie Lotze, Betreuer: Oliver Garms, immer dabei: Stefan Baack.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten 

Wie versprochen gibt es heute die Fortsetzung des Rückblicks auf die Meister-Mannschaft von 1989, die nach einem 4:2 Sieg bei Germania Barnten in die Kreisliga aufstieg und dort für Furore sorgen wollte....die Euphorie war jedoch bald verflogen, denn die Menrath-Truppe verlor trotz guter Vorbereitung die ersten 4 Saisonspiele und fand sich auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Wendepunkt dann ein 5:2 Auswärtssieg beim SC Harsum II, danach fand das Team zu alter Stärke zurück. Zur Winterpause allerdings musste Trainer Peter Menrath krankheitsbedingt aufhören, neuer Coach wurde der damalige Co-Trainer und Betreuer Fritze Pagel. Jetzt ging es nur noch nach oben, die komplette Rückrunde (17 Spiele) blieb man ungeschlagen und selbst beim Meister in Duingen wurde am letzten Spieltag noch souverän gewonnen. In der Saison 90/91 sollte nun auch der Aufstieg in die Bezirksklasse gelingen, hierzu wurde mit Sigfried "Siggi" Herrmann ein hochkarätiger Trainer verpflichtet. Dazu kamen die Neuzugänge Dirk Illemann aus Achtum, Dirk Hornig und Martin Pagel aus der 2. Herren sowie Marc Semisch aus der A-Jugend. Die Hinrunde verlief souverän, in der Rückrunde gab es einige unnötige Punktverluste und Nervosität kam auf. Sollte der Aufstieg doch nicht klappen? Trainer Hermann wurde als Tabellenführer entlassen und Reinhardt Garms wurde vom Betreuer zum Trainer befördert. Die Saison gipfelte in einem Spitzenspiel bei TuS Holle/Grasdorf, diese waren schon aufgestiegen aber für unser Team (mit einem Spiel weniger) ging es noch um Aufstieg und Kreismeisterschaft. Hierfür bedarfte es zweier Siege in Holle und gegen Algermissen am letzten Spieltag. Vor über 400 Zuschauern gewann der VfR durch Tore von Thomas Engelhardt, Andreas Paul und Frank Rohde (Elfmeter) mit 3:2 in einem hochklassigen Spiel und zog schonmal mit Holle gleich. Die Holler hatten nun schon Saisonende, da sie ein Spiel vorgezogen hatten....unsere Mannschaft konnte nun mit einem Heimsieg gegen Algermissen auf Platz 1 springen. Zur Pause stand es am letzten Spieltag nur 1:1, dann aber wurde "ernst" gemacht und am Ende stand es 6:1 für Germania. Der Aufstieg und die Kreismeisterschaft 1991 waren perfekt! Nach der obligatorischen Treckerfahrt wurde mehere Tage gefeiert und dann startete das Abenteuer Bezirksklasse.

 

Mit Dirk "Kiki" Thielen wurde ein neuer Trainer von BW Neuhof verpflichtet, dazu kamen aus der A-Jugend Michael Behre, Florian Preußner, Patrick Collin und Marian Nowak. Die Saison 1991/1992 stand aber von Anfang an unter keinem guten Stern.....der Unterschied zur Kreisliga war erheblich, viele Spiele wurden knapp bzw. teilweise recht deutlich verloren. In einem Spiel gab es 3 rote Karten gegen die Mannschaft von Dirk Thielen, dazu kamen Spannungen innerhalb des Teams, was auch zum sofortigen Rücktritt von wichtigen Spielern führte. Der Wegfall dieser Leistungsträger konnte von den A-Jugendlichen nicht kompensiert werden, so dass man zum Winter grade mal 7 Punkte hatte. Coach Thielen versuchte wirklich alles, gegen seine Ansprachen vorm Spiel wirken die heutigen Ansprachen unseres derzeitigen Chef-Trainers Milo Werner wie Gute-Nacht-Geschichten auf einem Kindergeburtstag. Thielen stand bereits nach 3 Minuten Besprechung immer kurz vorm Herzinfarkt, Puls 180, Blutdruck 240 zu 220, dazu rannte er durch die Kabine wie King-Kong nach 20 Dosen Red-Bull....aber es half irgendwie alles nichts. Die Mannschaft konnte seine Vorstellungen nicht umsetzen. Zwar gab es direkt nach der Winterpause einige Punktgewinne (4:3 beim FC Burgdorf, 1:1 gg. Altwarmbüchen, 4:4 gg. Emmerke), jedoch ging der Mannschaft dann schon wieder die Luft aus und es hagelte Niederlagen.....0:1 gg. Mellendorf, 0:2 gg. Kleinburgwedel, 2:4 beim TsV Burgdorf, 0:4 in Uetze. Nach einem 2:1 Sieg in Arnum und einem Unentschieden gegen Hotteln kam noch mal Hoffnung auf im Abstiegskampf, diese wurde jedoch vom Vfl Borsum und insbesondere vom grade leider verstorbenen Detlev Vorreiter zerstört. Dieser gab allen Verteidigern beim 6:0 eine kostenlose Lehrstunde und traf nach Belieben. Die Sache war nun durch, man hatte sich aufgegeben. 0:3 in Langenhagen, 2:3 gegen Elze, 0:6 in Altwarmbüchen, 0:6 in Giesen und zum Abschluss ein 0:5 in Gleidingen sorgten für eine desaströse Bilanz und den sofortigen Abstieg zurück in die Kreisliga.

 

Doch es sollte noch schlimmer kommen.......Kiki Thielen hörte auf und neuer Trainer wurde Horst Meyer aus Sarstedt. Allerdings nur für 8 Spieltage, denn dann wurde Meyer nach nur 3 Punkten aus 8 Spielen entlassen, die Nachfolge übernahm Friedhelm Jäger, der zuvor die A-Jugend trainert hatte. Die Bezirks-Aufstiegs-Mannschaft war fast komplett auseinandergefallen, nur noch Lothar Krohn, Bernie Lotze, Martin Wieser, Andreas Paul und Michael Rutz blieben über und wurden ergänzt mit jungen Leuten aus A-Jugend und 2. Herren. In der Hinserie setzte es Niederlage um Niederlage, ein einziger Sieg gegen Neuhof II (4:2) konnte verbucht werden. Als letzter ging man in die Rückrunde, 4 Mannschaften sollten aus der Kreisliga in diesem Jahr absteigen. Der Start aber gelang gut, 3:2 in Giften und 4:2 gegen Sibbesse, dazu noch 2 Unentschieden gegen Dinklar und in Neuhof. Ging da noch was? Über Ostern 4 Punkte aus 2 Spielen nach einem 3:1 in Lühnde und einem 2:0 gegen Achtum. In Ahrbergen wird 3:2 gewonnen, gegen Brüggen, Sorsum und Deinsen verloren...Die Konkurrenz punktete ebenfalls, in Gross Düngen fällt das Siegtor zum 3:2 erst in der 92. Minute nach einem Uwe-Bein-Gedächtnis-Pass von Reinhardt Garms auf Florian Preußner. In Mehle und Freden wird jeweils auch mit 3:2 gewonnen, der Meister vom SSv Förste nimmt beim 6:0 in Ochtersum jedoch alle Punkte mit. Beim Tabellennachbarn aus Alfeld kann eine 2:0 Halbzeitführung nicht ins Ziel gebracht werden (Endstand 2:3), so dass es am letzten Spieltag zum "Showdown" um den Klassenerhalt kommt. Ochtersum muss in Himmelsthür gewinnen, Alfeld II muss verlieren. Durch Tore von Emmerling, Paul, Klingenhagen und Preußner gewinnt man das Spiel mit 4:1, erst 10 Minuten nach Ende kommt das Alfelder Ergebnis....am letzten Spieltag konnte der zweite Abstieg in Folge vermieden werden.

Unter Friedhelm Jäger und den Neuzugängen Oliver Mau, Erik Möhring, Eric Schiewe, Michael Behre, Matthias Gumpert und Swen Bütehorn konnte sich in der nächsten Saison 1993/1994 stabilisiert werden und ein guter 4. Tabellenplatz erreicht werden.

French Connection

Wenn eine Saison bereits mit einer 7-tägigen Mannschaftsfahrt beginnt, dann ist das natürlich etwas ungewöhnlich, aber durchaus förderlich für Teamgeist und Motivation. So geschehen im Jahr 1989……im Sommer dieses Jahres gab es für den VfR über die Stadt Hildesheim eine Einladung zu einem Fussballturnier in Hildesheims Partnerstadt Angoulème, tief im Westen Frankreichs gelegen, nahe dem Atlantik, in der Nähe zu Bordeaux. Unsere A-Jugendmannschaft, trainiert von Reinhardt „Förster“ Garms, nahm diese Einladung natürlich dankend an und so fuhr man 24 Stunden in einem alten, nicht-klimatisiertem Reisebus ohne Toilette von Hildesheim nach Angoulème. Im Bus befand sich weiterhin noch unsere D-Jugend-Mannschaft, die von einigen Eltern begleitet wurde. Unser Ziel war das beschauliche Örtchen „Linars“, ca. 10 km von Angoulème entfernt. Dort wurden die A-Jugendlichen jeweils zu zweit bei Gastfamilien untergebracht und dort sollte auch das Fussballturnier gespielt werden. Die D-Jugend nebst Eltern residierte natürlich nobel im Hotel….man gönnt sich ja sonst nichts. Nach ca. 24 Stunden im Bus war die Dorfgemeinschaft nach unserer Ankunft auf dem Marktplatz etwas….reserviert. Das änderte sich aber schnell und erste Freundschaften wurden geschlossen :-). Wir Spieler wurden auf unsere Gasteltern verteilt und man traf sich dann etwas später wieder zur Vorstellungsrunde und zum inspizieren des Platzes. Am nächsten Morgen sollte das Turnier starten, unser erster Gegner war kein geringerer als die A-Jugend von Girondons Bordeaux. Diese wurde trainiert von Gernot Rohr, einer deutschen Legende im Trikot von Bordeaux, mehrfacher französischer Meister und später Trainer u.a. bei Eintracht Frankfurt. Auch ein Christoph Dugarry, Jahrgang 1972, späterer französischer Nationalspieler sowie Weltmeister 1998 und Europameister 2000 in Diensten von (später dann) AC Mailand, FC Barcelona und Olympique Marseille, hat höchstwahrscheinlich im Team von Gernot Rohr mitgespielt. Anders ist das Auftaktergebnis nicht zu erklären…..(dazu später mehr). Nach der Platzinspektion leitete Förster doch tatsächlich noch ein Training unserer Mannschaft und erbat sich konzentrierte Vorbereitung auf den Turnierstart am nächsten Tag, wir hatten jedoch mit unseren neuen französischen Freunden schon eine Tour in die Diskotheken in Angoulème ausgemacht. Diese fand auch statt und mit Erschrecken stellte man gegen drei Uhr nachts fest, dass jetzt wohl kein Bus mehr fährt…..um acht Uhr war Treffpunkt angesetzt und um neun Uhr Anstoss gegen GirondonsBordeaux. Handys gab es noch nicht, Taxen fuhren nicht und Geld hatte sowieso niemand……also ging es zu Fuss durch Vororte, Wälder und Wiesen Richtung Linars, 10 Kilometer in 5 Stunden war ja irgendwie machbar. Auf halben Weg (mitten auf einer einsamen Waldstrasse) hielten uns aber 2 Mannschaftswagen der örtlichen Polizei an und waren etwas irritiert über die Gruppe von ca. 9-10 deutschen Jungs…..nun wandten die einzig beiden Gymnasiasten (Michael B. und Florian P.) ihre dreijährigen französischen Schulkenntnisse an und organisierten den Transport per Polizeiwagen nach Linars! So weit, so gut…..bis Christian D. aus dem Nichts auftauchte und diesen Deal zerstörte mit den Worten „Hey police-officer, can you drive us toLinars?! I`m the magic-man, the goal-factory, the Hulk-Integrale-Domin-Power!“  Die Türen der Polizeiwagen schlossen sich wieder, allerdings ohne uns mitzunehmen und die Polizei fuhr daraufhin alleine weiter…….

Wie auch immer, pünktlich um 09:00 Uhr standen wir auf dem Platz gegen Bordeaux und verloren in 30 Minuten Spielzeit 0:13. Wahrscheinlich war diese Art der Vorbereitung doch nicht ganz leistungsfördernd gewesen……ausserdem hatte (wahrscheinlich) mit Christophe Dugarry ein späterer Weltmeister mitgespielt….die nächsten Tage verliefen ruhiger, Training, Spiel, Kultur stand auf dem Programm. Fürs Halbfinale reichte es dann nicht mehr (schlechteres Torverhältnis), aber beim Abschlussabend im Zelt mit allen Teams und der Dorfbevölkerung reichte es dann doch noch für Platz 1! Spanische, französische und italienische Lieder wurden von den jeweiligen Teams gesungen, als aber Kapitän Marko Klingenhagen „den Hund in der Küche“ anstimmte, gab es im Zelt kein Halten mehr. Die Halsschlagader dick wie ein Gartenschlauch und kurz vorm platzen wurde nun ein VfR-Lied nach dem anderen angestimmt und alle anderen Teams (ausser von Bordeaux, die mussten trainieren) machten mit. Auf den Tischen, unter den Tischen, auf den Theken und eigtl. überall wurde nun gefeiert und getanzt bis in den frühen Morgen……dann hiess es Abschied nehmen von unseren Gastfamilien und zurück nach Deutschland……..hier verliessen uns nun aus Altersgründen Spieler wie Martin Pagel (der wahrscheinlich heute noch steckbrieflich in der Disco gesucht wird), Christian Domin und einige andere.  Kurze Zeit nach unserem Abenteuer in Angoulème begannen wir die letzte Saison unserer Jugendzeit mit einem Kader von nur noch 13 (!) Spielern. Heutzutage völlig undenkbar, damals aber ging es nicht anders, aber es ging! Neu im Team waren aus der B-Jugend Maic Wagner, Patrick Collin, Torwart Stefan Walloschek und Dirk Falke. Was sollte die Saison in der A-Jugend-Kreisliga bringen? Zunächst einen Sieg in Warberg und dann eine 1:6 Heimniederlage gegen Sorsum (damals JSG Osterberg). Einem Unentschieden in Almstedt folgten Siege gegen JSG Kreuzberg, JSG Marienberg, SV Algermissen und DJK Blau-Weiss, zwischendurch eine 0:2 Niederlage gegen Borsum. Zum Abschluss der Hinserie noch ein 2:1 Auswärtsssieg durch 2-Marc-Semisch-Freistosstore bei der JSG Klunkautal. Mit 5 Minuspunkten war man also oben dabei, aber auch nicht grade überzeugend gewesen. Alles änderte sich aber nach der Rückrunden-Auftakt-Niederlage in Sorsum (1:2). Von da an ging ein Ruck durch die Mannschaft und alle restlichen Spiele wurden gewonnen! Kein Gegner wusste ein Mittel gegen unsere grösste Waffe, Freistösse und Elfmeter von Marc Semisch. Gab es bis zu 25 Meter vorm Tor einen Freistoss für den VfR, konnte man als Spieler schon mal getrost auf seine Position zurückgehen, denn diese waren immer drin…..6:0 gg Marienberg, 2:0 gg Borsum, 2:1 ggAlgermissen, 1:0 gg Blau-Weiss, 4:0 gg Klunkautal, 3:1 gg Warberg und dann im Spitzenspiel gg den Zweiten aus Almstedt ein 2:0 Sieg, so stand man dann vorzeitig als Kreismeister und Aufsteiger in die Bezirksklasse der Saison 1989/1990 fest! Im letzten Spiel spielte dann jeder nach einer Auslosung auf einer anderen Position, auch dieses wurde 3:2 in Ottbergen gewonnen. Das Ganze wurde mit 13 Spielern geschafft, die die 18 Punktspiele und 4 Kreispokalspiele ohne Platzverweise oder Verletzungen durchzogen…..! Ich wiederhole mich, aber heutzutage völlig undenkbar!! Im Kreispokal kam die Mannschaft bis ins Finale, denkwürdig zunächst aber das Halbfinale in Lamspringe. Nach regulärer Spielzeit stand es 3:3, im Elfmeterschiessen konnte 11:10 gewonnen werden…..im Endspiel wartete dann die 2. A-Jugend des VfV Hildesheim(mit dem heutigen 2. Vorsitzenden des VfR Daniel Mahnkopf). Am Himmelsfahrtstag 1990 stand es auf der alten Anlage bei DJK Blau-Weiss auch hier bis zum Ablauf der regulären Spielzeit sowie 2* 10 Minuten Verlängerung Unentschieden (0:0), auch hier musste das Elfmeterschiessen entscheiden. Laut dem Spielbericht der HAZ hatte der VfR grade in der 2. Halbzeit einige Riesenchancen (unter anderem Fritz Kolbe aus der B-Jugend mit einem Lattentreffer), konnte aber keine nutzen und verlor dann 3:4 im Elfmeterschiessen…..wer hier verschoss? Ich weiss es nicht mehr….:-(

Eine fast perfekte Saison wurde also nicht mehr gekrönt, trotzdem war man stolz auf das Erreichte und somit konnten die Spieler des älteren Jahrgangs in den Herren-Bereich wechseln und dort weiterhin für Furore sorgen. Die Spieler des jüngeren Jahrgangs spielten dann im nächsten Jahr in der A-Jugend-Bezirksklasse eine sehr gute Rolle. Noch heute erzählt man sich hier die Geschichten vom Aufenthalt in Angoulème , noch heute berichten dort  die alten Dorfeinwohner beim Lagerfeuer ihren Enkeln vom Sommer 1989 und noch heute werden wahrscheinlich unsere rot-blauen Lieder in und um Linars gesungen……wer weiss es schon :-)

 

Zum Kader gehörten:

 

Stefan Walloschek

Michael Behre, Florian Preußner (4 Saisontore), Marc Semisch (6), Toto Scheffler (3), Carsten Gläser( 4), Marko Klingenhagen (4), Harry Horn, Maic Wagner (1), Raphael Fligge (6), Patrick Collin (3), Marc Olias ( 8) und Dirk Falke.


 

"Die Hacke Gottes"

Heute gibt es einen Rückblick auf unsere 2. Herren-Mannschaft, die in der Saison 1993/1994 von der 3. Kreisklasse in die 2. Kreisklasse aufstieg und seitdem (mit einigen Unterbrechungen in der 1.Kreisklasse) diese Klasse jedes Jahr souverän hält. Zunächst aber der allgemeine Blick zurück auf die Herren-Teams.....nach dem Abstieg der 1. Herren aus der Bezirksliga 1992 fiel die so erfolgreiche Mannschaft leider auseinander und eine weitere schlechte Saison 92/93 sollte in der Kreisliga unter Trainer Horst Meyer folgen. Dieser wurde im Laufe des Jahres von Friedhelm Jäger abgelöst. Erst am letzten Spieltag wurde die Klasse nach einem 4:1 Sieg in Himmelsthür gehalten und eine erfolgreiche Aufholjagd gekrönt. Zur Winterpause war man abgeschlagen Tabellenletzter der Kreisliga, dann konnten aber nach und nach wichtige Siege und Punkte eingefahren werden, so dass am Ende doch noch 4 Teams hinter dem VfR blieben. Die Saison 1993/1994 verlief dann für die 1. Herren sehr zufriedenstellend mit einem Platz im oberen Drittel der Tabelle. Parallel musste aber eine komplett neue 2. Herren aufgebaut werden. Diese schaffte nämlich im Vorjahr nicht den Klassenerhalt und stieg in die 3. Kreisklasse ab. Von den Obmännern Günter Schydlo und Gerd Oppermann wurde Bernie Lotze als neuer Trainer eingestellt. Dieser konnte leider nur noch auf wenige Spieler des Vorjahres zurückgreifen, so dass er reichlich neue Spieler und viele A-Jugendliche in seinen Kader integrierte. Dadurch, dass es in der 1. Herren sehr gut lief (am Ende Platz 4 in der Kreisliga) konnten hier auch ständig "freie" Spieler eingebaut werden. Insgesamt kamen 31 Spieler in 22 Punktspielen zum Einsatz. Zum Stamm gehörten u.a. die Torhüter Helmut "halbe Liter" Lindener und Peter Behre, die Abwehrspieler um Libero Bahadir Süyünc waren u.a. Tobias Ringe, Holger Brinkmann, Thomas "Bacardi" Friemel, Eugen Viertel, der Sylter Frank Pötter sowie Spielertrainer Bernie Lotze. Herausragend aber die Offensive, insgesamt 120 Tore schossen die Spieler der 2. Herren in den 22 Punktspielen! Bubi Ringe traf in 20 Spielen starke 27 Mal, Christian Domin "der Torminator" bzw. der "Netzeabhänger" bzw. die selbsternannte "Tormaschine" traf 22 Mal in 22 Spielen, Tobi Ringe 13 Mal und Marc "Scholty" Olias immerhin noch 11 Mal. Als hoffnungsvolles Talent zunächst in der 1. Herren unterwegs entwickelte sich Matthias Gumpert zum Torjäger. Wenn er mal nicht bei Quiz-Shows im Fernsehen unterwegs war, dann traf er immerhin noch 18 Mal in 13 Punktspielen. Stammpieler ohne Torerfolge gab es wenige, einzig Andre Wolf und Holger Brinkmann blieben ohne Tor. Natürlich war diese Mannschaft bei so viel Qualität etwas unterfordert. Einzig allein Ambergau/Volkersheim II konnte über das Jahr gesehen mithalten um die Meisterschaft. Wurde das Hinspiel schon klar gewonnen, kam es im Rückspiel im Mai 1994 zum grossen Showdown. Vor 8 Zuschauern (davon 5 aus Ochtersum) wurde auf knüppelhartem Platz in Bönnien bei tropischen Temperaturen der Meister ermittelt. Ambergau II musste gewinnen, unserer Mannschaft reichte ein Unentschieden für Meisterschaft und Aufstieg. Nachdem es lange 0:0 stand mit leichten Vorteilen für Ambergau/Volkersheim II, kam in der 80. Minute aus dem Nichts eine Flanke von Bubi Ringe genau auf den von 4 Gegenspielern umringten und bedrängten Heiko Ropers auf Höhe des 5-Meter-Raumes, dieser drehte sich in diesem Ball hinein und bugsierte ihn mit der Hacke "Gottes" ins Tor der Volkersheimer.....ein unfassbares Tor, was Mannschaft und die 5 mitgereisten Fans in ekstatischen Jubel ausbrechen liess. Die restliche Zeit wurde souverän runtergespielt und dann war Spiel und Meisterschaft unter Dach und Fach! Eine denkwürdige Saison fand ein gutes Ende und noch heute sind viele Spieler des damaligen Teams beim VfR unterwegs und aktiv. Spätestens im Dezember eines jeden Jahres kommen beim Kuddel-Muddel-Turnier viele ehemalige aktive dieser Truppe zusammen und rätseln bis heute, ob es die Hacke Gottes oder die Hacke von Heiko Ropers war.......damals, im Mai 1994 in Bönnien.

 

Zum erfolgreichen Team gehörten:

 

Helmut Lindener, Peter Behre, Oliver Garms

Andre Wolf, Tobi Ringe, Bubi Ringe, Bahadir Süyünc, Christian Domin, Marc Olias, Thomas Friemel, Matthias Gumpert, Eugen Viertel, Kai Perszewski, Frank Pötter, Gerd Müller, Erik Schiewe, Thomas Böck, Heiko Ropers, Till Becker, Michael Rutz sowie 8 weitere Spieler mit Kurzeinsätzen.

 

Trainer: Bernie Lotze, Betreuer Karsten Abroszat

"Saison 1988/89...als Taube, Bernie, Paule, Heini und Co. die Liga aufmischten!"

Nicht nur der Mauerfall und die deutsche Wiedervereinigung waren die herausragenden Ereignisse im Jahr 1989, sondern auch die Meisterschaft der 1. Herren des VfR Ochtersum und der damit verbundene Aufstieg von der 1. Kreisklasse in die Kreisliga. Nachdem die 1. Herren knapp am Aufstieg im Vorjahr gescheitert war, sollte es in dieser Saison nun unbedingt klappen. Trainer Peter Menrath hatte eine starke Truppe von erfahrenen Kickern und jungen Wilden zusammengemischt. Hier sollten vor allem die Spieler des Jahrgangs 68 / 69 wie Thomas Emmerling, Herbert Streicher oder Michael Rutz eine wichtige Rolle spielen.

Die ersten Saisontore erzielten Andreas "Szarmach" Baran und Dirk Ziesener, allerdings setzte es gleich zum Auftakt eine 2:3 Niederlage in Ottbergen....diese konnte jedoch gut weggesteckt werden, denn im Anschluß gab es 7 Siege in Folge. Beim 4:1 gegen Förste war lt. HAZ-Bericht Herbert Streicher "der beste Mann auf dem Platz", nach dem 4:0 gegen Hasede war man Tabellenzweiter hinten Giften und nach einem 5:1 gegen VfV Hildesheim II erstmals Tabellenführer! Diese wurde nach einem Unentschieden der Verfolger aus Himmelsthür und Giften und einem gleichzeitigem Sieg gegen Barnten (Doppelpack Andreas Baran) noch ausgebaut. Himmelsthür und Wohldenberg wurden 4:1 und 4:3 nach Hause geschickt, dann kam es zum absoluten Spitzenspiel beim Vfl Giften. Hier erwischte die Menrath-Truppe allerdings keinen guten Tag und man verlor 0:2 sowie Stürmer Thomas Engelhardt mit einer Roten Karte. Dieses Spiel liess sich nur schwer verarbeiten, eine Woche später wurde sogar mit 1:5 in Schellerten verloren, wobei Keeper Lothar Krohn noch etliche gute Paraden zeigte. Resultat der beiden Niederlagen war, dass man nur noch auf Platz 2 stand. Jetzt lief es wieder besser, 5:2 gegen den Heinder SV und 6:1 gegen Söhlde waren starke Zeichen an den Tabellenführer. Als Giften dann tatsächlich gegen Ottbergen Punkte liess war die Chance auf Platz 1 wieder aktuell. Gegen Hüddessum/Machtsum reichte jedoch eine 2-Tore-Führung (Doppelpack Franco De Lorenzo) nicht aus, Endstand ein ernüchterndes 2:4 auf eigenem Platz....Eine Woche später wieder ein anderes Gesicht der Mannschaft, der SC Ruthe wird mit 7:2 geschlagen und die Tabellenführung zurückerobert, da Giften überraschend in Förste verlor. Ein Kuriosum dann beim 2:0 gegen Burgstemmen. Die Gäste verliessen nach 30 Minuten den Platz weil es stark regnete und da nach Ende des Wolkenbruchs keine trockenen Trikots zur Verfügung standen, wollten die Jungs der Spielvereinigung Burgstemmen/Mahlerten nicht weiterspielen und fuhren lieber nach Hause..:-)

Beim 5:0 in Ottbergen gelang Herbert Streicher ein Hattrick und Andreas Paul ein Doppelpack, Bernd Motzigkeit verschoss noch einen Elfmeter! In Hasede gab es durch das 1:1 mal wieder einen Punktverlust (da es damals noch Plus- und Minuspunkte gab, wurde quasi nur ein Pluspunkt verloren). Einen ganz wichtigen Sieg gab es beim Rückspiel gegen den VfV Hildesheim II, hier traf Martin Berger in der 89. Minute (wahrscheinlich) per Kopfball zum 1:0 Siegtreffer. Der "lange" Berger schaffte als damaliger Vorstopper die unglaubliche Zahl von 12 Saisontoren, wobei es mindestens 10 Kopfballtreffer gewesen sein sollen...! Die Saison ging nun in die heisse Phase, entweder Giften oder Ochtersum würde als Meister in die Kreisliga aufsteigen. In dieser Phase zeigten die Jungs von Peter Menrath und Betreuer Reinhardt "Förster" Garms aber eine beeindruckende Stärke...2:1 gegen Himmelsthür, 3:1 gegen Oedelum, 3:0 gegen Hüddessum/Machtsum und 3:0 gegen Mahlerten, hier trafen Dirk Ziesener, Thomas Engelhardt und Franco de Lorenzo. Vorm letzten Saisonspiel war man also kurz vorm ersehnten Ziel. Der VfR hatte 45:13 Punkte und 88:38 Tore, Giften hatte 43:15 Punkte und durch das schlechtere Torverhältnis nur noch theoretische Chancen auf die Meisterschaft. Ohne nach Söhlde zu gucken (dort verlor Giften dann nämlich noch 3:5) machten die Germanen in Barnten ihr Meisterstück vor über 200 Zuschauern aus Ochtersum (mit Fahnen, Trommeln und Trompeten). Thomas Engelhardt, Andreas Paul, Dirk Ziesener und Franco de Lorenzo besorgten den 4:2 Auswärtssieg und brachten somit Meisterschaft und Aufstieg unter Dach und Fach. Die Rückfahrt ging dann durch Giften mit Hupkonzert bis zum Philosophenweg nach Ochtersum. Hier wurde dann ausgiebig und bis in den frühen Morgen gefeiert und auch die obligatorische Meister-Abschlussfahrt nach Mallorca durfte dann nicht fehlen........

 

Zum Team gehörten:

 

Lothar Krohn, Torsten Lausch

Michael "Heini Heinrich, Martin "Langer" Berger (12 Tore), Franco de Lorenzo (11), Dirk Ziesener (11), Bernd Motzigkeit (7), Martin Wieser, Thomas "Taube" Emmerling,  Herbert Streicher (6), Bernward "Bernie" Lotze (4), Andreas "Szarmach" Baran (12), Frank Rohde, Thomas Engelhardt (11), Michael "Rutzi" Rutz (2), Andreas "Paule" Paul (11) und Uli Möller (2).

 

Viele der damaligen Spieler sind heute noch regelmässig bei der 1. Herren sonntags am Platz zu sehen und nehmen reichlich am Vereinsleben teil. Der einzig aktive Fussballer ist noch Thomas Emmerling bei der Ü50 von BW Neuhof. Mit einigen anderen steht man leider nicht mehr in Kontakt bzw. sind verstorben, dennoch wird man sich an diese Mannschaft sicherlich noch min. weitere 30 Jahre gerne erinnern!

 

Wie sich die Mannschaft dann in der Kreisliga schlug und wohin der Weg dann noch führte.....wird hier an anderer Stelle bei einem weiteren Rückblick in die Vereinshistorie demnächst veröffentlicht!

 

"1. Herren zurück in der Kreisliga!"

So lautete die Schlagzeile des Stadtteilmagazins "Wir Ochtersumer" vom Juni 2011....! Heute blicken wir zurück auf die Saison 2010/2011, eine Saison mit mehr Höhen als Tiefen und einem dramatischen Ausgang. Nachdem die 1. Herren in der Saison 2009/2010 nach 17 Jahren durchgehend in der Kreisliga in die Leistungsklasse absteigen musste, sollte mit einem neuen Trainerteam und vielen neuen Spielern die Mission Wiederaufstieg beginnen. Hierzu verpflichtete man den ehemaligen  Oberliga- und Regionalligaspieler Frank Wagener vom VfV/06 Hildesheim, der als Co-Trainer noch den langjährigen Concorden-Spieler Toralf Rabin mitbrachte. Wagener hatte die Erfahrung von über 300 Spielen bei Armina Hannover, Göttingen 05, Preußen Münster, Concordia Ihrvove und beim VfV Hildesheim. Weiterhin konnte er durch seine guten Kontakte die Spieler Sven Donner, Marco Schmidt, David Gervorkjan, Oliver Wagener, Johann Steindor und Dani Markovina an den Philosophenweg lotsen. Abgänge nach dem Abstieg waren Jan Anders, Vahid Lihic, Sercan Zumrüt und Konstantin Rjabov. Im Laufe der Saison stiessen dann noch die Brüder Henneberg (Jakob, Josh und Yannick) zum Team sowie Ex-Profi Claus Greszkowiak. Dieser spielte in der 2. Liga bei Eintracht Trier und Hannover 96 sowie zuletzt dann in der 1. Liga Luxemburg bei CS Fola Esch. Grade diese Verpflichtung sollte später ausschlaggebend sein für das erfolgreiche Ende, in vielen Spielen machte Claus Greszkowiak den Unterscheid aus und war Garant für viele Punkte. Nicht wenige langjährige VfR-Zuschauer bezeichnen Greszkowiak als den wohl besten Spieler, der je für Germania gespielt hat.

Die Saison begann schlecht, im ersten Spiel gleich eine Niederlage beim FC Algermissen mit 1:2. Danach wurden 3 Spiele gewonnen, als man also grade in Fahrt kam gab es den nächsten Rückschlag mit einem 2:3 gegen Schellerten. Die Mannschaft war nun aber eingespielt und gefestigt. Spielertrainer Wagener war trotz seiner 41 Jahre auf dem Platz kaum zu halten und zeigte oftmals überragende Spiele. Es gab dann bis zum Winter 9 Siege in Folge (u.a. 6:1 Sorsum, 6:1 Asel, 6:1 Schliekum, 4:1 Emmerke) mit einem Torverhältnis von 35:4. Auch der grosse Mitkonkurrent Hüddessum/Machtsum konnte mit 1:0 geschlagen werden. Allerdings zeigte sich, dass Hü/Max und auch Schellerten ähnliche Ergebnisse einfuhren und es wohl zu einem Dreikampf um den Titel kommen würde. Nach der Winterpause zunächst weitere 4 Siege, 4:1 gg. Emmerke, 4:1 gg. Himmelsthür, 6:1 gg. Sarstedt und ein ganz wichtiges 3:1 gg. Schellerten. Danach folgte allerdings ein Einbruch, in den nächsten 4 Spielen wurden nur 5 Punkte gewonnen, so dass Hü-Max ein wenig davonziehen konnte und Schellerten gefährlich nahe kam im Kampf um Platz 2. Dieser berechtigte nämlich zu einem Aufstiegsspiel gegen den Tabellenzweiten der Leistungsklasse B. Endgültig aus dem Titelrennen verabschiedete man sich mit einer indiskutablen Vorstellung in Machtsum bei einer verdienten 1:5 Niederlage. Jetzt ging es nur noch um Platz 2, dieser wurde dann aber mit 9 Punkten aus den letzten 3 Spielen gesichert. Am Ende war man also Vize-Meister mit 72 Punkten aus 30 Spielen und 100:36 Toren. Sechs Punkte hinter dem Meister und 3 Punkte vor dem Tabellendritten. Eine Woche nach dem letzten Punktspiel sahen über 500 Zuschauer das Relegationsspiel zwischen dem VfR und dem SSV Elze aus der LK B. Hier war Elze knapp an Bodenburg gescheitert und ging als leichter Favorit ins Spiel. Dieser Sonntag gehörte jedoch dem VfR! Die Mannschaft zeigte ein tolles Spiel und hätte schon in der 1. Halbzeit einige Tore erzielen können, scheiterte jedoch am guten Elzer Torwart. In der 75. Minute war es dann soweit, nach Vorarbeit des mal wieder überragenden Claus Grzeskowiak traf Hannes Bensch aus ca. 15 Metern flach ins Elzer Tor. Riesenjubel kam nach dem Schlusspfiff auf, war der "Betriebsunfall" des Vorjahres nun wieder repariert und der VfR war wieder in der Kreisliga. Im Autokorso ging es mit Hupkonzert von Emmerke zurück in die Fritz-Ziesener-Arena. Hier feierte das Team bis zum frühen Morgen den verdienten Wiederaufstieg. Bis zur nächsten Meisterschaft sollte es dann aber wieder 9 Jahre dauern......

 

Zum erfolgreichem Team gehörten:

 

Marcel Schmidt, Stefan Staar

Yannick Henneberg, Jan Vohland, Sylvio Behnke, Sven Brinkmann, Lars Buschbaum, Didi Steindor, Hannes Bensch, Johann Steindor, Mark Wiechers, Henne Bock, Sven Donner, Jakob Henneberg, Josh Henneberg, Marco Schmidt, David Gervorkjan, Oliver Wagener, Dani Markovina, Torben Garbers, Antonio Mayimoma, Frank Wagener und Toralf Rabin

 

Der grösste Erfolg der Vereinsgeschichte

"Das Wunder von Winsen"....Niedersachsenmeister am 14.02.2015

Heute gehen wir zurück in das Jahr 2015, vor genau 5 Jahren wurde der wohl "höchste" Titel einer Mannschaft nach Ochtersum geholt. Am 14.02.2015 wurde die damalige B-Jugend (Jahrgänge 1998/1999) Niedersachsenmeister im Futsal und konnte am 22.02.2015 bei der Norddeutschen Meisterschaft den 3. Platz erreichen! Doch der Reihe nach....die Mannschaft der Trainer Michael Hoffmann und Florian Preußner spielte in der Saison 2014/2015 in der Bezirksliga als älterer Jahrgang, vor der Saison kamen Markus Wakengut, Kenneth Fischer und Lorenz Pajonk neu ins Team, dazu folgten später noch Fiete Zwingmann und Rückkehrer Felix Scharnbacher. Diese aussergewöhnliche Saison begann mit einem Trainingslager in St. Andreasberg und einem 1:1 Testspiel zum Abschluss gegen den SV Glückauf Rammelsberg. Mit 20 Punkten aus 8 Spielen ging man dann als Herbstmeister in diese historische Hallensaison. Zunächst ging es darum sich in Vorrundenspieltagen für die Bezirksmeisterendrunde zu qualifizieren. Aus den ersten 3 Spielen konnten nur 4 Punkte gewonnen werden, einem 4:0 gg. JFV Süd standen ein 0:1 gg. Giesen und ein 2:2 gg. Alfeld gegenüber. Es musste also eine deutliche Leistungssteigerung am 2. Spieltag erfolgen. Diese kam dann auch, 4:0 gg. Arminia Hannover, 3:1 gg. VFV/06 und 5:0 gg. AEB waren dann schon mehr als Ausrufezeichen, denn alle drei Gegner spielten damals eine Liga über uns. So war schon mal die Quali für die Bezirksmeisterschaft erreicht, in vielen Trainingseinheiten in der Pining-Halle sowie bei dem ein oder anderen Futsal-Pokalturnier wurde unser System fast perfektioniert. Als einziges Team spielten wir fortan mit 3 Veteidigern und nur einer Spitze, als Kopf des Ganzen fungierte ein überragender Torwart mit Jonas Schmedt, der nicht nur so gut wie unbezwingbar war, sondern auch jeden gehaltenen Ball sofort "scharf" machte und genau wusste, welcher Stürmer wo und wie anzuwerfen war. Ohne Gegentor marschierte man ins Finale der Bezirksmeisterschaft, 1:0 gg Sachsenross Hannover, 0:0 gg. FC Wunstorf, 1:0 gg. SC Langenhagen, 2:0 gg. MTV Bevern, 1:0 im Halbfinale gg. JFV Calenberger Land....im Endspiel wiederum gg. Wunstorf dann 1:0 geführt, aber im 6-Meter-Schiessen 2:3 verloren. Als Vize-Bezirksmeister ging es dann bereits 6 Tage später im grossen Reisebus mit reichlich Fan-Unterstützung nach Winsen an der Luhe, kurz vor den Toren Hamburgs. In der "WIN-Arena" ging es dann gegen die Bezirksmeister und Vize aus den Bezirken Braunschweig, Lüneburg, Hannover und Weser-Ems. Auch die nicht-nominierten Spieler des Kaders waren komplett vor Ort, fieberten mit und feuerten die Mannschaft an. Das Niveau stieg nun spürbar an, im ersten Spiel des Turnieres dann gleich ein böser Rückschlag. Gegen SVG Einbeck 05 verlor man nicht nur mit 0:1 das Spiel, sondern auch Keeper Jonas Schmedt mit einer roten Karte. Schlimmer konnte das Turnier nicht beginnen, jedoch wurde dieses negative Erlebnis irgendwie umgedreht in eine positive Energie und die Mannschaft wurde von Spiel zu Spiel besser und berauschte sich an ihr selbst. In der Gruppe gab es dann zwei Siege, gegen Atlas Delmenhorst 2:0 sowie gegen TSV Verden 3:1. Dies reichte um als Gruppenzweiter ins Halbfinale einzuziehen! Hier wartete der grosse Favorit vom 1. FC Wunstorf, der Bezirksmeister aus Hannover.  Mit diesem wurde jedoch "kurzer Prozess" gemacht, von einer frühen 2:0 Führung durch Melwin Bettels und Lukas Schaper konnte sich der Gegner nicht mehr erholen und Germania war im Finale! Im Endpiel kam es zur Revanche gegen Einbeck 05, hier musste nichts mehr gesagt werden, Futsal in Perfektion gespielt und der Gegner wurde regelrecht in alle Einzelteile zerlegt. Bereits nach 10 Minuten stand es 4:0, am Ende dann 5:2 für den VfR. Es gab wohl lange keinen so verdienten "Niedersachsenmeister" wie in diesem Jahr mit dem VfR. Kapitän Niklas Preußner nahm Pokal, Medaille, Preisgeld und Ballprämien vom Spielleiter entgegen und unter grossem Jubel mit unseren Fans wurde ausgiebig gefeiert.....!

Bereits 7 Tage später ging es (diesmal mit 2 Kleinbussen und einem PKW) bereits am Samstag weiter zur Norddeutschen Meisterschaft nach Hamburg. Professionell reisten wir bereits einen Tag vorher an und übernachteten in der Jugendherberge Hamburg-Horn. Tagsüber besichtigten wir erstmal die Halle in Hamburg-Wandsbeck und waren später noch im Miniatur-Wunderland sowie in der Hafen-City.  Da jeder Spieler des Kaders eines der grossen Turniere spielen sollte, wurde der Kader nun wieder etwas verändert. Auch diesmal waren aber alle nicht-nominierten Spieler spätestens am Sonntag in der Halle oder waren schon am Samstag mitgefahren. Wieder waren zahlreiche Eltern, Geschwister, Fans und Angehörige mitgefahren und sorgten pünktlich um 10:00 Uhr für gute Stimmung. Beim Turnier trafen wir nun auf die Meister und Vize-Meister aus den Bundesländern Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Es tummelten sich nun ausschliesslich Teams aus der B-Jugend-Bundesliga und B-Jugend-Regionalliga...plus VfR Ochtersum aus der Bezirksliga :-)

Im ersten Spiel wurde der Meister aus Bremen, FC Huchting, mit 4:0 abgefertigt......was war denn hier los?????!!!! Wahnsinn! Zweites Spiel dann gegen den Bundesligisten Concordia Hamburg, in einer sehr aufgeheizten Atmosphäre gelingt uns eine 2:0 Führung durch Markus Wakengut und Jakob Möller, diese können die Hansestädter jedoch auch mit Hilfe des SR ausgleichen, Endstand 2:2. Das Niveau und das Tempo sind unheimlich hoch, können die Jungs (die das dritte Turnier in 14 Tagen spielen) noch halten? Gegen Weiche Flensburg muss gewonnen werden, zunächst das 0:1 und weitere Grosschancen der Flensburger, das sah zunächst nicht gut aus. Doch wieder wie im Rausch dann die zweiten 10 Minuten, Lukas Schaper, Jakob Möller und Niklas Preußner drehen das Spiel, Endstand 3:2 und Halbfinale!!! Noch zwei Siege bis zur Teilnahme an der deutschen Futsal-Meisterschaft! Aber die Kraft lässt nach und die Luft in der Halle wird immer dünner....Physio-Expertin Petra Röbbelen kümmert sich um die Spieler und versucht den einen oder anderen wieder hinzubekommen. Im Halbfinale dann auch die frühe 1:0 Führung, jedoch zeigt uns der SC Weye aus Bremen dann die Grenzen auf und gewinnt mit 4:1. Im Spiel um Platz 3 dann noch ein Sieg, gegen die SG Eutin/Malente aus Schleswig/Holstein können wir mit letzter Kraft 4:3 gewinnen und nehmen die Bronze-Medaille stolz mit nach Hause. In der Hildesheimer-Allgemeinen-Zeitung gab es dann einen Bericht über "das Wunder von Winsen" (was eigtl. aber gar keins war) und über eine tolle Fahrt und einen starken 3. Platz bei der Norddeutschen Meisterschaft.

Schon 4 Wochen später ging es auf dem Feld weiter, hier gab es aus den letzten 10 Spielen 9 Siege und ein Unentschieden, was in der Endabrechung natürlich noch den Meistertitel in der Bezirksliga und den Aufstieg in die Landesliga bedeutete. Dazu wurden noch beide Fairplay-Wettbewerbe in der Trainer- sowie Mannschaftswertung gewonnen....eine 5-tägige Abschlussfahrt nach Hamburg und Schönhagen beendete diese aussergewöhnliche und historisch erfolgreiche Saison.

 

Zum Kader gehörten:

 

Jonas Schmedt

Tim Müller,Jonathan Kropp, Erik Röbbelen, Melwin Bettels, Tjark v. Borstel, Niklas Preußner, Jakob Möller, Lukas Schaper, Andre v. d. Reith, Markus Wakengut, Kenneth Fischer, Marvin Hoffmann, Lorenz Pajonk, Philipp Witt, Julius Kropp, Jan-Niklas Burggraf, sowie zur Rückrunde dann Felix Scharnbacher und Fiete Zwingmann.

 

VfR-B-Jugend am 22.02.2015, Platz 3 in Hamburg Norddeutsche Meisterschaft

Rückblick auf die Saison 2006/2006

 

Heute blicken wir auf die sehr erfolgreiche Saison 2005/2006 zurück. Allerdings muss man im Zuge dessen auch die Vorsaison 2004/2005 kurz beleuchten. In dieser belegte man unter Trainer Bernie Lotze einen guten 4. Platz, nur 2 Punkte hinter dem Relegationsplatz zum Auftstieg in die Bezirksklasse. Diese Liga ging aufgrund einer Spielklassenreform in ihr letztes Jahr, was für uns sehr wichtig werden sollte.....Die Saison in der Liga verlief ausserordentlich gut, der (negative) Höhepunkt war allerdings das verlorene Kreispokalfinale gegen SV Ambergau/Volkersheim II aus der 1. Kreisklasse. Dass dieses Finale auch noch zu Hause am Philosophenweg stattfand, setzte dem Drama noch die Krone auf. Der Gast führte vor ca. 800 Zuschauern bereits zur Halbzeit mit 3:0 (!) und brachte diesen Sieg irgendwie dann nach Hause. Germania konnte zwar noch auf 2:3 verkürzen, aber an diesem Tag hatten wir es auch nicht verdient den Pokal zu gewinnen.....jedenfalls sollte diese Enttäuschung in positive Energie umgewandelt werden und in der kommenden Saison "oben mitgespielt" werden. Trainer Lotze präsentierte u.a. Matthias Hillburger und Gregor Schmidt als Neuzugänge, grade letzterer hatte erheblichen Anteil an der Meisterschaft. Zunächst wurde man umgruppiert, nach vielen Jahren in der Kreisliga A nun in die Kreisliga B. Die meisten Teams waren uns völlig unbekannt, Favoriten waren der Absteiger aus Duingen, Hildesia Diekholzen, FC Concordia und VfV/Borussia 06 II. Begonnen wurde mit der Teilnahme am HAZ-City-Cup in Neuhof, hier wurden aber 3 von 4 Spielen verloren, anschliessend konnte aber der eigene Fritz-Ziesener-Cup gewonnen werden. Nach 11 Trainingseinheiten und 7 Testspielen konnte es nun endlich losgehen! Einem Auswärtssieg in Sehlem (3:2 mit Doppelpack Gregor Schmidt) folgten 6 weitere Siege am Stück gegen Duingen (2:1), Nordstemmen (4:1 Dreierpack Schmidt plus Rote Karte und Phantom-Gelb/Rot für Swen Bütehorn), Diekholzen (4:1), Freden (3:1 mit Dreierpack Schmidt), Gronau (5:2) und Brunkensen (2:1). Mit 21 Punkten aus 7 Spielen tat dann auch die Niederlage in Bodenburg nicht allzu weh, zumal man vorm Spitzenspiel gegen Concordia (2:2) souverän in Mehle (2:1) gewinnen konnte. Das Wetter wurde im Herbst 2005 immer schlechter und die Siege "dreckiger"....gegen Post SV und Eberholzen bekleckerte man sich nicht mit Ruhm, fuhr aber 6 Punkte ein durch zwei 3:0 Siege. Nun kam es bei Sturm, Hagel, Regen und Schnee vermehrt zu Spielausfällen, um so überraschter waren alle, als das Derby-Hinspiel gegen VFV/06 II nach tagelangen Regenfällen nicht abgesagt wurde und man dort als einziges Spiel der Kreisliga an diesem Tag antreten musste. Der Grund war offensichtlich, hatten sich die Nachbarn doch reichlich Verstärkung aus der Verbandsliga-Truppe geholt. Sebastian Schenk traf früh zum 0:1, die Borussen konnten aber noch vor der Halbzeit ausgleichen. Nun kam es nach ca. 75 Minuten Spielzeit wohl zu der Szene des Jahres, die kein Beteiligter vergessen sollte. Einen langen Ball nahm der Borussen-Linksaussen gekonnt an, spielte den Ball am 16er-Eck an Libero Florian Preußner vorbei und schoss aus 15 Metern Richtung Tor. Keeper Bastian "Talentfrei" Cartschau konnte grade noch die Fäuste hochreissen und dem Ball eine andere Flugbahn mitgeben, dieser flog ca. 15 hoch und landete dann mit hoher Geschwindigkeit genau auf der Torlinie und blieb dort in einer Pfütze aus Schlamm, Matsch, Wasser und Rasen bewegungslos liegen......der Stürmer lief jubelnd unter grosser Anteilnahme seiner Mitspieler Richtung Eckfahne, im selben Moment konnte der zurückgeeilte Preußner den Ball von der Torlinie kratzen und zu Kapitän Tobias Ringe passen. Dieser drosch den Ball mit Tempo 130 in die Hälfte der Heimmannschaft, Bubi Ringe nahm seinen Verbandsliga-Gegenspielern auf 30 Meter 10 Meter ab, umkurvte den Verbandsliga-Torwart und traf zum 1:2 Endstand! So wird man Meister!!!! Die Herbstmeisterschaft wurde dann mit einem 4:1 gegen Eitzum/Rheden klargemacht. Die Rückrunde begann mit einem 8:3 gegen den SV Mehle, wobei Sebastian Schenk das Tor des Jahres gelang mit einem 30-Meter-in-den-Winkel-Knaller. Aufgrund der 3 Gegentore setzte es aber herbe Kritik von Trainer Lotze an der Defensive des Tabellenführers (Unverschämtheit, Frechheit, desolat)....gegen Freden, Bodenburg und Eberholzen konnten weitere 7 Punkte erzielt werden, Keeper Marcel Schmidt stellte während einer Besprechung fest:" Noch 5 Siege, dann sind wir durch!"....dies allerdings wurde sofort von Sebastian Schenk dementiert, der ausführte "dass es 15 Punkte wären" die noch fehlen würden..:-)

Beim absoluten Spitzenspiel in Diekholzen (1:1) rettete Marcel Schmidt der Mannschaft einen Punkt, gleichzeitig gaben Concordia und Duingen Punkte ab, so dass alles weiter planmässig Richtung Meisterschaft verlief. Einem Pflichtsieg gegen Nordstemmen (7:0) folgte eine Gala-Vorstellung in Duingen, bei der insbesondere Jan Anders ein überragendes Spiel gegen den Star-Spieler Ivankovic machte.  Das 2:1 für Germania besorgten Hillburger und Bubi Ringe. Nun fehlten noch 6 Punkte.....Borussia/VFV II kam wieder mit reichlich Verstärkung aus der Verbandsliga, Endstand 2:0 durch Schmidt und Bütehorn. Dann das nächste Spiel gegen Sehlem, hier brannte nichts an (3:0), aber was machte Diekholzen??? 15 Minuten nach Spielende die Nachricht, dass Diekholzen in Bodenburg verloren hatte.....damit war die Staffelmeisterschaft perfekt! Nach so vielen Jahren und Spielen endlich mal wieder ein Titel für den VfR ! Da tat auch der zerbrochene Bacardi-Stiefel nachts um halb drei nicht mehr sonderlich weh...die nächsten Spiele plätscherten so dahin, 4:2 gegen Post SV, 2:0 in Eitzum und dann nach 20 Spielen ohne Niederlage ein 2:5 beim FC Concordia. Am letzten Spieltag dann noch ein 7:1 gegen Brunkensen, hier trifft Gregor Schmidt bereits nach 7 Sekunden und Jan Anders schiesst sein erstes Saisontor. Im Anschluss dann die grosse Feier mit Treckerfahrt durch Ochtersum, Feuerwehrkapelle, Freibier und Musik bis in den frühen Morgen....allerdings wurde dann relativ schnell wieder trainiert, denn die Saison war noch nicht zu Ende. Es kam durch die Spielklassenreform (s.o.) zur Abschaffung der Bezirksklassen; die Staffelmeister, die Absteiger aus den Bezirksligen sowie die Mittelfeldmannschaften der Bezirksklassen spielten in über 10 Relegationsgruppen noch die Teams aus, die in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen durften. Zunächst trafen wir im Heimspiel auf den SV Emmerke aus der Bezirksklasse. Diese erwischten eine Sahne-Tag und spielten ein überragendes Spiel. Tobias Ringe sah Rot und das Spiel ging 1:5 verloren.....damit war der Traum vom Auftstieg so gut wie ausgeträumt. Zwei Tage später dann das Auswärtsspiel beim TSV Barsinghausen aus der Bezirksliga. Hier kam es zu der unglücklichen Situation, dass unser Mannschaftsbus sich leider verfuhr und wir erst 15 Minuten vorm Anpfiff vor Ort waren. Nichtsdestotrotz zeigten wir ein sehr couragiertes Spiel, was alleine Bubi Ringe hätte für uns mehrfach entscheiden können. Leider kam Barsinghausen kurz vor Ende zum 1:0 und damit waren wir mit 0 Punkten Gruppenletzter und blieben somit in der Kreisliga. Nach kurzer Verarbeitungszeit kam es dann noch zum Endspiel um den Kreismeister. Am 21.06.2006 spielten in Dinklar die Staffelmeister aus Oedelum und Ochtersum gegeneinander und der VfR gewann mit tatsächlich 10:2 Toren! Oedelum (die den Aufstieg in ihrer Gruppe übrigens geschafft hatten) wurde vollständig zerstört und ergab sich in sein Schicksal...Tore wurden erzielt durch Sebastian Schenk (3), Swen Bütehorn (2), Matthias Hillburger (2), Tobi Meier, Dennis Matthai und Florian Preußner. So kam die Saison noch zu einem guten Abschluß.

 

Zum Kader gehörten:

Torhüter:Dominik "Six-Pack" Pranz, Bastian "Talentfrei" Cartschau und Marcel Schmidt

Abwehr: Michael Behre, Tobias Ringe (C) 5 Saisontore, Dirk Matthies, Sven Brinkmann, Florian Preußner (2), Ronny "Erpel" Erba (3), Daniel "ich rede nie dummes Zeug" Markworth (2), Dennis "Naddel" Nadzeika, Dennis Matthai

Mittelfeld: Matthias Hillburger (6) Dr. Carsten Wendel (7), Tobias Meier (8), Jan "Maschine" Anders (2), Sebastian Schenk (14), Bubi Ringe (14)

Angriff: Swen Bütehorn (9), Gregor Schmidt (19)

Trainer und Betreuer: Bernie Lotze und Michael Rutz

VfR  Ochtersum : Hamburger SV am 05.06.1999

 

Die Saison 1998/1999 war die 7. Kreisliga-Saison in Folge für den VfR nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse 1992. Mittlerweile hatte man sich wieder gefangen und war fester Bestandteil der Kreisliga. Nach oben ging meistens nicht viel, nach unten aber auch nicht. In dieser Saison kamen unter Leitung von Trainer Bernie Lotze viele junge Spieler aus der A-Jugend in den Herrenbereich, einige von Ihnen sollten gleich im ersten Herrenjahr ein grosses Highlight bekommen. Die Saison verlief durchwachsen, Siege und Niederlagen wechselten sich ab, zur Winterpause stand man auf Platz 8 der Tabelle, dieser sollte es auch am Ende der Saison sein. Nun feierte der VfR Ochtersum im Jahre 1999 seinen 75. Geburtstag, der Vorstand bzw. das Organisationsteam um Reinhardt Garms, Dirk Ziesener, Alfred Gentemann sowie Reinhard "Amigo" Aselmeyer organisierte u.a. ein grosses Zeltfest auf dem B-Platz, man war Ausrichter beim Stadtpokal und ziemlich früh sickerte durch, dass als absoluter Höhepunkt die Bundesliga-Mannschaft des HSV gegen die 1. Herren ein Freundschaftsspiel absolvieren sollte. Reichlich Sponsoren wurden für diese Idee gewonnen, so dass bereits im Frühjahr der Termin 05.06.99 feststand. Die Konzentration der Mannschaft war nun auf dieses Match fokussiert, so dass in der Liga keine Bäume mehr ausgerissen wurden. Allerdings war die Trainingsbeteiligung überragend gut, denn Trainer Lotze gab bekannt: "Wer nicht trainiert, der spielt nicht gegen den HSV!". Später kam noch dazu: "Wer sich nicht an Arbeitseinsätzen rund ums Clubhaus beteiligt, der spielt nicht gegen den HSV!". So hatten wir eine Trainingsbeteiligung von nahezu 100 % und das Clubhaus sowie die komplette Anlage glänzte und war in einem Top-Zustand. Die Generalprobe gelang uns eine Woche vorher mit einem 2:0 Sieg gegen den SSV Elze.....nun wurde sich intensiv mit dem HSV beschäftigt. Diese hatten einen kompletten Kader zugesagt, dieser bestand aus reichlich Nationalspielern und erfahrenen Bundesligaprofis. In der Saison 98/99 wurden die Hamburger von Frank Pagelsdorf trainiert und am Ende belegte man Platz 7 in der Bundesliga. Somit qualifizierte man sich für den damaligen UI-Cup, dieser war das Qualifikationsturnier für den UEFA-Cup 99/2000. Der HSV konnte hier die ersten beiden Runden gegen den FC Basel und Trabzonspor Istanbul gewinnen, scheiterte aber im Finale gegen den SC Montpellier.

Nun war das Clubhaus in perfektem Zustand, Platz 8 in der Kreisliga vor den letzten beiden Spielen gesichert, alle waren heiss und wollten spielen! Das Orga-Team hatte alles vorbereitet, so dass der grosse Tag nun endlich kommen konnte. Das tat er auch, allerdings brachte er reichlich Regen mit......es goss wie aus Kübeln und sogar die Austragung des Spiels war auf einmal unsicher. Waren die ganzen Vorbeitungen etwa umsonst? Kamen überhaupt noch Zuschauer? Wir trafen uns natürlich pünktlich zur verabredeten Zeit und hofften auf besseres Wetter. Und tatsächlich......ca. 1 Stunde vorm geplanten Anpfiff wurde das Wetter besser, Stühle und Bänke wurden trocken gewischt, die Linien nochmal abgekreidet und selbst das Kamerateam nahm nun seine Vorbereitungen auf. Ca. 30 Minuten vor Anpfiff kam dann der Mannschaftsbus des HSV in den Philosophenweg gefahren....unser Team hatte sich schon umgezogen (im Friedrich-Ebert-Stadion, da alle Kabinen im Clubhaus für den HSV reserviert waren) und auch die Zuschauer kamen nun immer mehr bei nun Sonnenschein und schönem Wetter. Am Ende waren es ca. 1500 Zuschauer!!! 

Trainer Lotze hatte allen VfR-Spielern einen Einsatz versprochen, so dass jeder eine Halbzeit spielen durfte. Der VfR begann mit Dominik Pranz, Lars Nowatzki, Martin Pagel, Dennis Nadzeika, Michael Behre, Frank Paulmeier, Taube Emmerling, Bene Schepermann, Dr. Wendel, Florian Preußner und Marc Olias. Doch wer war alles beim HSV dabei? Gespannt versuchte man noch beim warmmachen einen Blick auf einen der Superstars zu erhaschen...Trainer Pagelsdorf war krank in Hamburg geblieben, er wurde vertreten vom jetzigen Co-Trainer von Eintracht Frankfurt Armin Reutershahn. Dieser teilte beim Interview über Lautsprecher mit, dass einige Nationalspieler schon Saisonende hatten und dementsprechend nicht dabei wären, z.B. Thomas Gravesen (Dänemark), Nico Jan Hoogma (Holland), Jacek Dembinski (Polen), Sergey Kirjakov (Russland), Martin Dahlin (Schweden) sowie Karsten Bäron. Trotzdem standen in der Anfangself Hochkaräter wie der damalige jugoslawische Nationalspieler und Abwehrkante Andrej Panadic, Nationalspieler Fabian Ernst und Thomas Doll, Martin Groth, Andreas Fischer, Harald "Lumpi" Spörl, Joe Simunic, Christoph Babatz, Stefan Böger und natürlich der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Antony Yeboah! Aufgefüllt wurde der Kader mit Nachwuchsspielern und aus der 2. Mannschaft des HSV. Die aus Hamburg mitgereisten Fans sorgten für gute Stimmung, diese hatten sich dort postiert wo jetzt das Multifunktionshaus des VFV zwischen Radrennbahn und A-Platz steht. Auch hier wurde ein Interview geführt, der damalige Befragte gab an, dass er "überall hin mitfahre", egal ob zu einem Testspiel an die sibirisch-tschetschene Grenze oder halt nach Ochtersum....!

Kapitän Michael Behre gewann sogar die Seitenwahl gegen HSV-Käptn Andreas Fischer und nahm stolz den Wimpel entgegen. Das sollte aber auch der einzige Sieg am heutigen Nachmittag sein, denn schnell war klar.....die HSV`er machten ziemlich Ernst....warum war schnell klar: Trainer Pagelsdorf hatte versprochen, dass bei einem Sieg mit min. 10 Toren Unterschied der sofortige Sommerurlaub beginnen sollte, bei allen anderen Ergebnissen wäre am Sonntag nochmal "Auslaufen" im Volksparkstadion. So zeigten die Hamburger keine Schwäche, gaben sich keine Blösse und wirbelten unsere Abwehr durcheinander. Nach 15 Minuten stand es 0:4 durch Groth, Spörl, Babatz und Doll....der grosse Antony Yeboah erhöhte mit einem Hattrick auf 0:7, danach noch das 8:0 durch Simunic. Torwart Dominik "Six-Pack" Pranz ging also mit einem "eight-Pack" in die Halbzeit....Spörl, Groth und insbesondere Fischer drehten richtig auf und laut HAZ-Schlagzeile von Montag "liessen sie sich es nicht anmerken, dass es sich um ein Freundschaftsspiel handelte"....wenn mal ein Ball Richtung Tor von Keeper Sascha Ilic hätte kommen können, waren Panadic und Ernst zur Stelle und räumten auf. Allerdings gab es zwei Szenen für den VfR , zunächst ein 20-Meter-Schuss von Carsten Wendel, den Ilic hervorragend parierte und dann noch ein Steckpass von Wendel auf Florian Preußner, der ca. 25-Meter frei vorm Tor vom späteren Mainzer Christoph Babatz umgehauen wurde....bei dieser Situation sagte Antony Yeboah zu Martin Pagel "Normalerweise rote Karte!", Schiri Aschemann aus Harsum pfiff aber leider nicht mal das Foulspiel....So ging es in die Halbzeit, viel zu schnell waren die 45 Minuten für die Mannschaft der 1. Halbzeit vorüber gegangen. Der ein oder andere konnte noch ein Souvenir oder Foto mitnehmen (Handys gab es damals noch nicht!!!). Die 2. Halbzeit begann der VfR mit Oliver Garms, Marko Klingenhagen, Bernie Lotze, Maik Lattacz, Armin Jürgens, Tobias Meier, Daniel Losehand, Andreas Winkler, Christian Domin, Swen Bütehorn, Manuel Rojas-Konkol und Marko Rohde (ab der 50.). Direkt nach Anpfiff das Tor für den VfR! Einen langen Pass nahm Stürmer Royas-Konkol auf, wurde immer schneller, umkurvte Ilic und schob ein zum 1:8!!! Riesenjubel auf der Bank und auf der Tribüne, der Ehrentreffer war gefallen! Leider verletzte sich Royas-Konkol bei dieser Aktion, so dass nach 5 Minuten Spielzeit und einem Tor wieder Schluss war.... Der HSV machte unbeeindruckt weiter...1:9 Yeboah, 1:10 Babatz, 1:11 Groth, 1:12 Yeboah. Jedoch machte ein Spieler beim VfR das wohl beste Spiel seiner Karriere...Torwart Oliver Garms entschärfte eine Unmenge an Grosschancen und vereitelte viele weitere Tore, eine Glanzparade nach der anderen (direkt vorm Clubhaus) und teilweise brachte er Yeboah und die anderen HSV-Angreifer zur Verzweiflung. Kurz vor Ende der Partie noch ein Wechsel beim VfR, für Bernie Lotze kam unter tosendem Beifall HSV-Fan Alfred Gentemann zu seinem Abschiedsspiel! Doch auch Ali konnte das 1:13 durch Simunic nicht mehr verhindern, kurz danach war Schluß und viele zumeist junge Fans und Kinder stürmten den Rasen.....überraschenderweise mussten auch wir VfR-Spieler das ein oder andere Autogramm geben :-)

Die HSV`er verschwanden nun schnell in die Kabine und in den Urlaub, während wir selbst noch eine riesen-Party veranstalteten. Bis zum frühen Morgen wurde im Clubhaus gefeiert, insbesondere Manuel Royas-Konkol musste wohl gefühlt 1000 mal sein Tor zum 1:8 schildern.....ein tolles und unvergessliches Erlebnis  für alle Beteiligten war nun beendet. Viele Spieler denken heute noch gerne daran zurück.........

 

P.S. Das vorletzte Punktspiel am Sonntag-Nachmittag ging dann tatsächlich mit 1:5 gegen BW Neuhof II verloren....das letzte Punktspiel dann aber wurde mit 4:0 gegen SV Wehrstedt gewonnen.

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